Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1918 (5)

Nr.  46.  1918.  337

Das  Decken  muß  in  einem,  gegen  die  Möglichkeit  des  Zuschauens  unbeteiligter
  Personen  geschützten  Raume  stattfinden.

Von  schulpflichtigen  Kindern  dürfen  Ziegen  in  diesem  Raume  nicht  vorgeführt
  werden.

Sämtliche  von  einem  Bock  gedeckte  Ziegen  sind  in  das  bei  der  Körung  übergebene
  Deckbuch  einzutragen.

Das  Deckbuch  ist  der  Körkommission  sowie  dem  zuständigen  Beamten  der
Polizei  und  dem  Kreistierarzt  auf  Verlangen  jederzeit  vorzulegen.

Die  Höhe  des  Deckgeldes  sowie  im  Bedürfnisfalle  die  Anzahl  der  einem
Bocke  zuzuführenden  Ziegen  wird  von  der  Körkommission  festgesetzt.

§  8  (Schlußbestimmungen).

Unbeschadet  der  vorstehenden  Bestimmungen  ist  die  Ortspolizeibehörde  ermächtigt,
  die  Benutzung  von  Ziegenböcken,  welche  an  ansteckenden  Krankheiten
leiden,  sofort  zu  untersagen.

Dies  Verbot  bleibt  solange  bestehen,  bis  die  zuständige  Behörde  dasselbe
aufgehoben  hat.

§  9  (Strafbestimmungen).

Mit  Geldstrafe  bis  zu  30  Mark,  im  Unvermögensfalle  mit  entsprechender
Haft,  wird  bestraft:

1.  wer  einen  nicht  angekörten  oder  einen  angekörten  Ziegenbock  zum
Decken  fremder  Ziegen  hergibt  oder  derart  weiden  und  umherlaufen
läßt,  daß  er  fremde  Ziegen  decken  kann;
wer  außer  dem  unter  1  bezeichneten  Falle  zum  Decken  von  Ziegen
einen  Bock  benutzt,  der  hierzu  nach  den  Vorschriften  der  Körordnung
nicht  verwendet  werden  darf.

Anderweitige  Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung  werden  mit
Geldstrafe  bis  zu  10  Mark,  im  Unvermögensfalle  mit  entsprechender  Haft,  bestraft.
  Die  Strafe  kann  durch  polizeiliche  Strafverfügung  festgesetzt  werden.

Bockhaltern,  welche  wegen  Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verordnung
wiederholt  bestraft  worden  sind,  kann  in  den  nächsten  3  Jahren  die  Ankörung
der  in  ihrem  Besitz  befindlichen  Böcke  versagt  werden.

Vorstehende  Verordnung  tritt  am  1.  April  1918  in  Kraft.

Gegeben  durch  Unser  Staatsministerium.

Schwerin,  den  8.  März  1918.

Friedrich  Kranz.
Langfeld.  v.  Blücher.  L.  v.  Meerheimb.