Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1918 (5)

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Nr.  56.  1918.

vorliegt,  wenn  aber  die  Beschäftigung  in  der  Landwirtschaft  durch  die
Schule  vermittelt  worden  ist.  Falls  die  Schüler  nur  für  eine  kürzere
Zeitdauer  durch  den  landwirtschaftlichen  Hilfsdienst  in  Anspruch  genommen,
  müssen  sie  nach  deren  Ablauf  wieder  in  die  Schule  zurückkehren.
  Um  die  entstandenen  Lücken  nach  Möglichkeit  wieder  auszufüllen,
  sind  von  der  Schule  besondere  Veranstaltungen  zu  treffen;
bei  den  Versetzungen  und  Prüfungen  ist  auf  die  Hemmnisse  Rücksicht
zu  nehmen,  die  den  Schülern  aus  ihrer  Beteiligung  am  vaterländischen
Hilfsdienst  entstanden  sind.

Junge  Leute,  welche  im  Heeresdienst  stehen  oder  während  des  Krieges

darin  gestanden  haben  und  sich  als  Nichtschüler  zur  Reifeprüfung  melden,
  sind  nach  der  „Ordnung  der  Reifeprüfung  für  Kriegsteilnehmer“
  (Rbl.  1917  Nr.  64)  zu  prüfen.

Junge  Leute,  die  über  ein  Jahr  im  Heeresdienst  stehen  oder  bereits
  der  Reserve  oder  der  Ersatzreserve  bezw.  dem  Landsturm  überwiesen
  sind,  und  die  das  Zeugnis  der  wissenschaftlichen  Befähigung
für  den  einjährig-freiwilligen  Dienst  erwerben  wollen,  können  nicht
mehr  zur  Kommissionsprüfung  zugelassen  werden,  sondern  haben  die
Notschlußprüfung  nach  der  Bekanntmachung  vom  28.  März  1916
(Rbl.  Nr.  55)  abzulegen.

11.  Alle  Notreifeprüfungen  sind  sowohl  schriftlich  als  mündlich  abzuhalten.

Die  Anforderungen  sind  bei  Notreifeprüfungen  nach  dem  Maße  der
bis  zum  Austritt  des  Schülers  aus  der  Anstalt  durchgenommenen
Lehraufgaben  zu  stellen.

Schwerin,  den  20.  März  1918.

Großherzoglich  Mecklenburgisches  Ministerium,  Abteilung  für

Unterrichtsangelegenheiten.
Langfeld.