Volltext : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1881. (58)

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8.  6.
Allgemeine  Erfordernisse  der  zu  befördernden  Telegramme.

I.  Die  Urschrift  jedes  zu  befördernden  Telegramms  muß  in  solchen  deutschen  oder
lateinischen  Buchstaben,  bezw.  in  solchen  Zeichen,  welche  sich  durch  den  Telegraphen
wiedergeben  lassen,  deutlich  und  verständlich  geschrieben  sein.  Einschaltungen,  Randzusätze,
Streichungen  oder  Ueberschreibungen  müssen  vom  Aufgeber  des  Telegramms  oder  von
seinem  Beauftragten  bescheinigt  werden.  Die  Aufschrift  muß  dem  Texte  voranstehen.
Die  Unterschrift  kann  in  abgekürzter  Form  geschrieben  oder  auch  ganz  weggelassen  werden.

enn  sie  mitbefördert  werden  soll,  muß  sie  unter  den  Text  gesetzt  werden.

II.  Die  Aufschrift  muß  alle  Angaben  enthalten,  welche  nöthig  sind,  um  die  Uebermittlung
  des  Telegramms  an  dessen  Bestimmung  zu  sichern,  auch  der  Art  sein,  daß  die

estellung  an  den  Empfänger  ohne  Nachforschungen  oder  Rückfragen  erfolgen  kann.
Sie  muß  für  die  großen  Städte  die  Angabe  der  Straße  und  der  Hausnummer  oder
in  Ermanglung  dessen  die  Angabe  der  Berufsart  des  Empfängers  oder  andere  ähnliche
Bezeichnungen  enthalten.  Selbst  für  kleinere  Orte  ist  es  wünschenswerth,  daß  dem
Namen  des  Empfängers  eine  solche  ergänzende  Bezeichnung  beigefügt  wird,  um  im  Fall
einer  Verstümmelung  des  Eigennamens  der  Bestimmungs-Anstalt  für  die  Ermittlung
des  Empfüngers  einen  Anhalt  zu  gewähren.

III.  Bei  Telegrammen  nach  kleinen  Orten,  besonders  wenn  deren  mehrere  gleichen
Mmens  vorhanden  sind,  ist  die  genaue  Bezeichnung  der  geographischen  Lage  erforerlich.


IV.  Die  Anwendung  einer  abgekürzten  Aufschrift  ist  zulässig,  wenn  dieselbe  vorher
seitens  des  Empfängers  mit  der  Telegraphenanstalt  seines  Wohnorts  vereinbart  worden
ist.  Demjenigen  Korrespondenten,  welcher  eine  mit  der  Telegraphenanstalt  vereinbarte
abgekürzte  Aufschrift  hinterlegt  hat,  ist  gestattet,  diese  Aufschrift  in  den  für  ihn  bestimmten

elegrammen  an  Stelle  des  vollen  Namens  und  bezw.  der  Wohnungsangabe  anwenden
zu  lassen.  Der  Name  der  Bestimmungs-Telegraphenanstalt  muß  außerdem  angegeben
werden.

V.  Für  die  Hinterlegung  bezw.  Anwendung  einer  abgekürzten  Aufschrift  bei  einer
Telegraphenanstalt  ist  eine  Gebühr  von  30-/¾  für  das  Kalenderjahr  im  Voraus  zu  entrichten.
  Diese  Vergünstigung  erlischt,  falls  die  Verabredung  nicht  verlängert  wird,  mit
dem  Ablauf  des  31.  Dezember  des  Jahres,  für  welches  die  Gebühr  entrichtet  worden  ist.