Full text : Großherzoglich Sachsen Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt aufs Jahr 1834. (18)

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a)  Die  unbeschränkte  Freyheit  ihren  Aufenthalt  in  jedem  zu  dem  Bunde
gehörenden  oder  mit  demselben  in  Frieden  lebenden  Staate  zu  nehmen.

b)  Werden,  nach  den  Grundsätzen  der  früheren  deutschen  Verfassung,
die  noch  bestehenden  Familienverträge  aufrecht  erhalten,  und  ihnen
die  Befugniß  zugesichert,  über  ihre  Güter  und  Familienverhältnisse
verbindliche  Verfügungen  zu  treffen,  welche  jedoch  dem  Souverain
vorgelegt,  und  bey  den  höchsten  Landesstellen  zur  allgemeinen  Kenntniß
  und  Nachachtung  gebracht  werden  müssen.

Alle  bisher  dagegen  erlassene  Verordnungen  sollen  für  künftige
Falle  nicht  anwendbar  seyn.

P)  Privilegirter  Gerichtsstand  und  Befreyung  von  aller  Militch-Pflichtigkeit
  für  sich  und  ihre  Familien.

Die  Ausübung  der  bürgerlichen  und  peinlichen  Gerechtigkeitspflege  in
erster,  und,  wo  die  Besitzung  groß  genug  ist,  in  zweyter  Instanz,
der  Forstgerichtsbarkeit,  Orts-Polizey,  und  Aufsicht  in  Kirchenund
  Schulsachen,  auch  über  milde  Stiftungen,  jedoch  nach  Vorschrift
der  Landesgesetze,  welchen  sie,  sowie  der  Militär-Verfassung  und
der  Oberaufsicht  der  Regierung  über  jene  Zuständigkeiten  unterworfen
bleiben.

Bey  der  näheren  Bestimmung  der  angeführten  Befugnisse  sowohl,  wie
überhaupt  und  in  allen  übrigen  Punkten,  wird  zur  weiteren  Begründung  und
Feststellung  eines  in  allen  deutschen  Bundesstaaken  übereinstimmenden  Rechtszustandes
  der  mittelbar  gewordenen  Fürsten,  Grafen  und  Herren,  die  in  dem
Betreffe  erlassene  Königlich  Baiersche  Verordnung  vom  Jahre  1807  als  Basis
und  Norm  unterlegt  werden.

Dem  ehemahligen  Reichsadel  werden  die  sub  No.  a  und  b  angeführten
  Rechte,  Antheil  der  Begüterten  an  Landstandschaft,  Patrimonial=  und
Forstgerichtsbarkeit,  Orts-Polizey,  Kirchen-Patronat  und  der  privilegirte
Gerichtsstand  zugesichert.  Diese  Rechte  werden  jedoch  nur  nach  der  Vorschrift
der  Landesgesetze  ausgeübt.

In  den  durch  den  Frieden  von  Luneville,  vom  9.  Februar  1801,  von
Deutschland  abgetretenen  und  jebt  wieder  damit  vereinigten  Provinzen  wer-