Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1849. (33)

48

Wohnort  eingetragen  werden.  Diese  Listen  sind  spätestens  vier  Wochen  vor
dem  zur  ordentlichen  Wahl  bestimmten  Tage  zu  Jedermanns  Einsicht  auszulegen
und  dieß  öffentlich  bekannt  zu  machen.

Einsprachen  gegen  die  Listen  sind  binnen  acht  Tagen  nach  öffenrlicher  Bekanntmachung
  bei  der  Behörde,  welche  die  Bekanntmachung  erlassen  hat,  anzubringen
  und  innerhalb  der  nachsten  vierzehen  Tage  zu  erledigen,  worauf  die
Listen  geschlossen  werden.  Nur  diejenigen  sind  zur  Theilnahme  an  der  Wahl
berechtigt,  welche  in  die  Listen  aufgenommen  sind.

Artike!l  V.

g.  183.
Die  Wahlhandlung  ist  oͤffentlich.  Bei  derselben  sind  Gemeindemitglieder
zuzuziehen,  welche  kein  Staats=  oder  Gemeinde-Amt  bekleiden.

Das  Wahlrecht  wird  in  Person  durch  Stimmzettel  ohne  Unterschrift
ausgeübt.

S  14.

Die  Wahl  ist  direkt.  Sie  erfolgt  durch  absolute  Stimmenmehrheit  aller
in  einem  Wahlkreise  abgegebenen  Stimmen.

Stellt  bei  einer  Wahl  cine  absolute  Stimmenmehrheit  sich  nicht  heraus,
so  ist  eine  zweite  Wahlhandlung  vorzunehmen.  Wird  auch  bei  dieser  eine  absolute
  Stimmenmehrheit  nicht  erreicht,  so  ist  zum  dritten  Mal  nur  unter  den
zwei  Kandidaten  zu  wahlen,  welche  in  der  zweiten  Wahlhandlung  die  meisten
Stimmen  erhalten  haben.

Bei  Stimmengleichheit  entscheidet  das  Loos.

K#15.
Stellvertreter  der  Abgcordneten  sind  nicht  zu  wählen.
K.  16.

Die  Wahlen  sind  im  Umfange  des  ganzen  Reichs  an  einem  und  demselben
Tage  vorzunehmen,  den  die  Reichsregierung  bestimmt.

Die  Wahlen,  welche  später  erforderlich  werden,  sind  von  den  Regierungen
  der  Einzelstaaten  auszuschreiben.