Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1900. (84)

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Bürgerlichen  Gesetzbuchs),  oder  ob  er  auf  das  Recht  zum  Erwerbe  des
Eigenthums  an  der  Sache  verzichtet  (§  976  Abs.  1  des  Bürgerlichen
Gesetzbuchs),

sowie  weiter  darüber,

ob  er  die  Zahlung  von  Finderlohn  oder  den  Ersatz  von  Aufwendungen
beanspruche  (§§  970,  971  des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs).
Die  Erklärungen  des  Finders  sind  in  die  Spalte  6  der  Fundliste  einzutragen.

Verzichtet  der  Finder  durch  mündliche  Erklärung  gegenüber  der  Polizeibehörde
  auf  seine  Ansprüche  aus  dem  Funde,  so  sind  die  Eintragungen  in  der
Spalte  6  vom  Finder  zu  unterschreiben.

87.

Die  Polizeibehörde  ist  verpflichtet,  für  die  Verwahrung  und  Erhaltung  der
an  sie  abgelieferten  Sachen,  bei  Thieren  insbesondere  für  die  Fütterung,  zu
sorgen.  Ist  die  Verwahrung  bei  der  Polizeibehörde  unthunlich,  so  ist  die
Sache  einem  Dritten  zur  Verwahrung  zu  übergeben.  Gefundenes  Geld  darf
nicht  mit  anderen  Geldbeständen  vermischt  werden.  Die  Art  der  Verwahrung
ist  in  der  Fundliste  (Spalte  7)  zu  vermerken.

Die  in  Verwahrung  der  Polizeibehörde  befindlichen  Sachen  sind  mit  der
Nummer  der  Fundliste  zu  versehen.

88.

Ist  der  Verderb  der  Sache  zu  besorgen  oder  die  Aufbewahrung  mit  un—
verhältnißmäßigen  Kosten  verbunden,  so  hat  die  Polizeibehörde  unverzüglich
deren  öffentliche  Versteigerung  (§§  383  ff.  des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs)  anzuordnen.
  Der  Erlös  kann  gegen  die  Verpflichtung  zur  Rückgabe  des  gleichen
Betrags  zur  Gemeindekasse  abgeführt  werden.

§  9.

Ist  der  Polizeibehörde  ein  Empfangsberechtigter  nicht  bekannt,  so  hat  sie
den  Fund  öffentlich  bekannt  zu  machen.  Geben  besondere  Merkmale  der  Sache
oder  sonstige  besondere  Umstände  des  Fundes  einen  Anhalt  für  die  Ermittelung
eines  Empfangsberechtigten,  so  hat  sich  die  Polizeibehörde  auch  die  Ermittelung
auf  anderem  Wege  angelegen  sein  zu  lassen.

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