Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen auf das Jahr 1908. (92)

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Gemeinschaftliche
Grundbuchblätter.

Grundbuchblätter  im
Falle  des  Miteigentumsnach

  Bruchteilen.

Grundbuchblätter  für
gebundene  Güter,

83.

(1)  Über  sämtliche  Grundstücke  desselben  Eigentümers,  die  in  demselben
  Grundbuchbezirke  belegen  sind,  wird  in  der  Regel  ein  gemeinschaftliches
  Grundbuchblatt  geführt.

(2)  Besondere  Grundbuchblätter  für  die  einzelnen  oder  einzelne  Grundstücke
  sind  anzulegen,  sobald  und  soweit  von  der  Führung  eines  gemeinschaftlichen
  Grundbuchblattes  Verwirrung  zu  besorgen  ist  (Grundbuchordnung
  §  4),  oder  wenn  erhebliche  Zweckmäßigkeitsgründe  dafür  sprechen,
z.  B.  weil  ein  bebautes  städtisches  Grundstück  in  Frage  kommt,  das
voraussichtlich  öfterem  Eigentumswechsel  unterliegt.

84.

Steht  das  Eigentum  an  einem  Grundstücke  mehreren  Miteigentümern
nach  Bruchteilen  zu,  so  dürfen  die  einzelnen  Bruchteile  nicht  auf  ver—
schiedenen  Blättern  eingetragen  werden;  vielmehr  wird  über  das  ganze
Grundstück  nur  ein  Blatt  geführt.

85.
(1)  Grundstücke,  die  zu  einem  gebundenen  (geschlossenen)  Gut,  einem

Familiensideikommisse  Familienfideikommiß  oder  einer  Familienstiftung  gehören,  dürfen  nicht

und  Familienstiftun-=gen.


zusammen  mit  anderen  Grundstücken  auf  einem  gemeinschaftlichen  Grundbuchblatte
  gebucht  werden.

(2)  Für  solche  Grundstücke  werden  vielmehr  besondere  Grundbuchblätter
  angelegt.

(3)  Dabei  sollen  in  der  Regel  sämtliche  innerhalb  desselben  Landgerichtsbezirks,
  wenn  auch  in  den  Bezirken  verschiedener  Grundbuchämter
belegene  Grundstücke,  die  zu  demselben  gebundenen  (geschlossenen)  Gute,
demselben  Familienfideikommiß  oder  derselben  Familienstiftung  gehören,
auf  einem  Grundbuchblatte  gebucht  werden  (Höchste  Verordnung  Art.  46).

(4)  Besondere  Grundbuchblätter  für  einzelne  derartige  Grundstücke
sind  anzulegen,  sobald  und  soweit  von  der  Führung  eines  gemeinschaftlichen
  Grundbuchblattes  Verwirrung  zu  besorgen  ist,  oder  wenn  erhebliche
Zweckmäßigkeitsgründe  dafür  sprechen.