Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen auf das Jahr 1913. (97)

262  (Satzung  der  Sparkasse  Großrudestedt.)

gefangene  100  /  steigt  die  Kündigungsfrist  um  je  zwei  Wochen,  darf  jedoch  im  ganzen  3  Monate
nicht  übersteigen.  Erfolgen  innerhalb  eines  Zeitraumes  von  4  Wochen  mehrere  Abhebungen,
so  sind  diese  als  eine  einheitliche  zu  betrachten.

Die  Einhaltung  der  in  Absatz  1  vorgesehenen  Kündigungsfrist  soll  jedoch  nur  dann  verlangt
  werden,  wenn  der  vorhandene  Kassenvorrat  die  alsbaldige  Auszahlung  nicht  gestattet.
Andererseits  aber  ist  der  Sparkassenverein  befugt,  mit  Rücksicht  auf  die  Kassenverhältnisse  die
Kündigungsfristen  bis  zu  deren  Verdoppelung  zu  verlängern.

18.

Wird  eine  gekündigte  Einlage  nicht  innerhalb  zweier  Wochen  —  bei  einer  Verdoppelung
der  Kündigungsfrist  nicht  innerhalb  vier  Wochen  —  nach  Ablauf  der  Kündigungsfrist  erhoben,
dann  gilt  die  Kündigung  als  zurückgenommen.

*  19.

Die  bis  zum  Schlusse  eines  Geschäftsjahres  aufgewachsenen  Zinsen  werden  auf  Wunsch
des  Inhabers  des  Einlagenbuches,  ohne  daß  es  einer  Kündigung  bedarf,  nach  deren  erfolgter
Zuschrift  im  Einlagenbuche  dem  Antragsteller  ausgezahlt.  Im  Laufe  des  Geschäftsjahres  werden
die  während  dieses  Zeitraumes,  mithin  vor  dem  Schlusse  des  Jahres  angewachsenen  Zinsen
nur  dann  ausgezahlt,  wenn  zugleich  die  ganze  Einlage  erhoben  wird.

§l  20.

Die  Sparkasse  kann  die  Einlagen  und  die  darauf  fällig  gewordenen  Zinsen  mit  befreiender
Wirkung  an  jeden  Inhaber  des  Sparkassenbuches  auszahlen.  Verpflichtet  zur  Zahlung  ist  sie
nur  demjenigen  Inhaber,  der  ihr  die  Rechtmäßigkeit  seines  Besitzes  nachweist.

Jede  teilweise  Rückzahlung  wird  in  das  Einlagenbuch  eingetragen  und  gemäß  §  15  unterschriftlich
  vollzogen,  ein  erfolgtes  Abschreiben  hat  der  Inhaber  des  Einlagenbuches  gleich  einer
von  ihm  ausgestellten  Quittung  gegen  sich  gelten  zu  lassen.  Wird  die  ganze  Einlage  oder  deren
Rest  zurückgenommen,  so  ist  das  Einlagenbuch  anstatt  der  Quittung  der  Sparkasse  zurückzugeben.

Die  zurückgegebenen  Einlagenbücher  werden  mit  Ungültigkeitsvermerk  versehen  und  nach
Ablauf  von  10  Jahren  nach  Schluß  des  Geschäftsjahres,  in  dem  die  Rückgabe  erfolgt,  vernichtet.

g  21.

Wenn  auf  ein  Schuldbuch  30  Jahre  hindurch  weder  eine  neue  Einlage  an  die  Sparkasse
eingezahlt,  noch  die  Einlage  ganz  oder  teilweise  zurückgefordert  wird,  noch  Zinsen  davon  erhoben
oder  dem  Schuldbuche  zugeschrieben  werden,  so  hat  der  Vorstand  eine  öffentliche  Aufforderung
in  den  in  §  16  der  Satzung  bezeichneten  Blättern  zu  erlassen,  innerhalb  drei  Monaten  die
Einlage  nebst  Zinsen  zurückzuziehen.