Der militärische Verlauf des Krieges: Westen bis Ende Oktober 1914
mußte, dadurch Nachteil zu erleiden, sondern weil es
länsst den Gegnern Deutschlands verpflichtet war.
achdem am 2. August von französischer Seite ohne
Kriegserklärung die Feindseligkeiten gegen das Deutsche
Reich dadurch eröffnet worden waren, daß ein Flieger
Bomben in der Umgebung Nürnbergs abwarf, und
daß geschlossene Abteilungen die Grenze des Vogesenkammes
bei Altmünsterol überschritten, folgte am
3. August die deutsche Kriegserklärung, und am 4.
gingen an verschiedenen Stellen aus Richtung Aachen,
Eupen und Malmedy deutsche Abteilungen über die
Grenze Belgiens. Keine militärisch gegliederten Streit-35
dem von zwölf Forts umgebenen Lüttich waren schon
vor Kriegsbeginn französische Offiziere eingetroffen,
um die Belgier in der Handhabung des Festungskriegs
zu unterrichten, und unter Führung des belgis
en Generals Léman war dort eine ansehnliche
ruppenmacht anzunehmen, da schon die Stärke der
Friedensbesatzung 6000 Mannbetrug. General v. Em.
mich erhielt den Befehl zum gewaltsamen Angriff auf
die Festung. Es wurden ihm zur Verfügung gestellt
6 zusammengesetzte Brigaden, starke schwere Artillerie
sowie 8 Kavalleriedivisionen zum Schutz der Unternehmung
gegen die weiter westlich noch in der Versamm-Mahbstab
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kräfte suchten dies zu hindern, aber heimtückisch überfiesen
die aufgehetzten und bewaffneten Bewohner der
bei dem Vormarsch berührten Ortschaften die Trains
der friedlich durchmarschierenden deutschen Abteilungen
und zogen sich dadurch ein ernstes und blutiges
Strafgericht zu. Dennoch erreichten die deutschen
Truppen in überraschend kurzer Zeit ihr erstes Ziel, die
Eroberung der Festung Lüttich.
Die Groberung von Lũttich.
Quer durch Belgien fließt die Maas, und da ihr
Tal sich nach Osten zu der Norddeutschen Tiefebene,
nach Westen zu dem nordfranzösischen Becken öffnet,
bildet es die kürzeste Verbindung durch belgisches Gebiet
zwischen der Niederung des Rheins und Frankreich.
Ihrer Sperrung sollten die beiden Maasfestungen:
im Osten, 15 km von der deutschen Grenze entfernt,
Lüttich, im Westen, am Zusammenfluß von
Maas und Sambre, Namur (Namen) dienen. In
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lung begriffene belgische Armee. Die Infanterie wurde,
ohne die Ergänzungsmannschaften eingestellt zu haben,
an die Grenze befördert. Der Oberquartiermeister
aus dem Generalstabe, Generalmajor Ludendorff,
wurde dem General v. Emmich zugeteilt. Nach überschreiten
der Grenze am 4. August konnten die von
Vachen und Eupen vorgehenden Kolonnen schon am
5. die Beschießung der ösnichen Forts de Barchon und
Evegnée beginnen. Der Durchbruch durch die Linie
der Forss war am 5. nur einer Brigade gelungen.
In der folgenden Nacht griffen andere, durch das Tal
der Ourthe über Comblin au Pont vorgegangene Abteilungen
von Süden an und beteiligte Sch auch ein
Luftkreuzer an der Beschießung der Forts. Ein am
6. unternommener kühner Handstreich mißglückte.
Zwei weiteren Brigaden war bis zum 8. August
ebenfalls der Durchbruch gelungen. Es traten nun
3 Armeekorps der 2. Armee mit schwerer Artillerie
und Belagerungsformationen in den Kampf um die
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