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wir juden .. wundschen unsern brudern gluck und
heil 2. Macc. 1, 1; dein schirm und schild, dein hulf
und heil PGerhard 119; sie sinnen hilfe und heil
ihrem getreuen Freytag Ahnen 1, 281; etwas schlägt
zu eines heil aus, einer versucht sein heil (ob etwas
gelingt), u. ähnl.: dasz wir beide unser heil gegen
einander versuchen Galmy 58-; versuch dein heil!
Heyse 20, 53; auch Ihrem bruder wird es nicht zum
heile gereichen Freytag Handschr. 1, 395; da ihm hier
kein heil bluhen wollte Keller Werke 2,57; als Wunschformel
heil! heil dir!; heil Ihnen über diese frage
Goethe W. Meister 7, 9; heil, wer, wie du, das weite
meer befährt Freiligrath 1, 23; wie schon mhd.: heil
dir, sprach er, sune min Lamprecht Alexander 398;
bei Turnern gut heil!; — heil, Rettung aus Gefahr
oder Not: herr, ich warte auf dein heil 1. Mos. 49, 18;
gleich kehr ich zurück, uns allen ist heil Goethe
Joh. Sebus; auch im geistlichen Sinne: heute ist diesem
hause heil widerfaren Luc. 19, 10; für das heil seiner
seele sorgen; dein heil, o christ, nicht zu verscherzen
Gellert 2, 98; euer mund soll mir das heil verkünden
Schiller M. Stuart 5, 7; hier bei Klopstock auch ein
ungewöhnlicher Plur.: habe der heile gottes viel emplangen
Mess. 19, 582; von einem Rettung Bringenden:
gott, mein heil Pf. 27, 9; Jesu Christ, der unser heil
und fürsprach ist Wackernagel Kirchenlied 4, S. 905;
da sandte gott . das heil der welt, dich, seinen sohn
Gellert 2, 154; — in Namen verschiedener heilkräftiger
Pflanzen: heil allen schaden, Kreuzwurz; heil aller
welt, Grundheil, heil aller wunden, fette Henne, heil
über alles, heidnisches Wundkraut. — Zusammensetzungen:
heilbringend, Gesundheit, Wohlfahrt, Netiung
bringend: heilbringende arzneien, maszregeln. — heillos,
ohne Heil; in älterer Spr. und noch oberdeutsch
mundartlich, körperlich entkräftet: mein vater ist ganz
heillos Schmeller; ohne Wohlfahrt, arm, elend: heillosz
leut, nicht söllend, liederlich und veracht leut
Maalerz;: in sittlichem Sinne, niedrig, nichtswert: er
(Nabal) ist ein heiloser man, dem niemand etwas sagen
thar 1. Sam. 25, 17; du heilloser, erbärmlicher prablhans
Schiller Räub. 1, 2; ihr seid heillose diebe 2, 3;
auch milder gemeint, = böse, arg: die heillose foppt
mich Heinse Ardingh. 2, 58; — von Dingen, nicht
zu retten oder zu bessern: die heillose wirrnis der reichspolitik
Treitschke 1, 111; heillose verworrenheit des
streites 2, 317; auch hier milder, = schlimm, arg: das
ist eine heillose geschichte; das kostet heilloses geld;
(er) verführte ein ganz heilloses maulwerk Gaudy
Erz. 47; mit einer ganz heillosen diskretion Keller
Werke 1, 405. — Heilslehre, f. Lehre vom Heil, im
theologischen wie in weiterem Sinne; die politischen
heilslehren der Franzosen Treitschke 4, 438.— Heilsordnung,
k. Ordnung, nach welcher der Sünder göttliche
Gnade empfängt. — heilvoll, voll Heil: heilvolle
tage; die heilvolle ankunft Christi.
Heiland, m. der Erlöser, Christus; Part. des Präs.
von dem Verbum heilen, ahd. heilan, schon seit der
ahd. Zeit als heilant titelhaft und wie ein Eigenname
erstarrt (ebenso altsächs. heliand und heland): thu
ginemnis sinan namon Heilant Tat. 5, 8; und in der
alten Form bis jetzt geblieben; im eigentl. Sinne nur
auf Christus bezogen: das dieser ist warlich Christus,
der welt heiland Joh. 4, 42; gehorsam, bis zum kreuze
sein, diesz war des heilands grösze Gellert 2, 205;
im Ausrufe: o Jesu, mein heiland, was hab ich gethan?
Bürger des Pfarrers Tochter v. Taubenhain;
hilf herr und heiland Schiller Kab. 2, 6; in der
Bibelspr. auch von Gott: gott, der du mein gott und
heiland bist Ps. 51, 16; frei, von Menschen: des kaisers
söhnlein, der ist jetzt ihr heiland, das neu aufgehende
gestirn! Schiller Picc. 2, 5. — heilbar, zu heilen:
heilbare wunden; welche krankheit heilbar und welche
M. Heyne, Deutsches Wörterbuch, II.
heilbringend — heilbar.
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totlich sind Frölich Stob. 483; dasz es der einzige
Veg sei, Sie zu heilen, wenn Sie heilbar wären Goethe
W. Meister 8, 5; in älterer Spr. auch — heilsam, mhd.
heilb ere Glück bringend: die wurzel Zarisa ist dem
stumpfen gesicht ganz hailbar Frölich Stob. 479.
Heilen, heil machen und werden. 1) tranf., gesund
machen, herstellen von Krankheit, ahd. heilan, mhd.
heilen, altsächs. helian, altengl. heelan: einen von einer
krankheit, eines wunden, krankheiten heilen; der war
blind und stum, und er heilet ju Matth. 12, 22; ich
wil sie heilen und gesund machen Jer. 33, 6; ich hatt
einmahl ein geschwür im kopfe, das ist nun nicht recht
geheilt Hölty 237; wunden. die das schicksal schlug,
heilet sie mit küssen Schiller 4, 11; seine brust ist
wieder geheilt; übertragen auf das Erlösen von der
Sünde: heile meine seele, denn ich habe an dir gesündigt
Pf. 41, 5; so wil ich euch heilen von ewrem
ungehorsam Jer. 3, 22; auf das Befreien von allerlei
Gebrechen oder Leiden: einen von seiner schuchternbeit,
seinen zweifeln heilen; die entfernung wird deinen
kummer heilen; etwas womit ich . die miszhandelte
ordnung wiederum heilen kann Schiller Ränb. 5,2;
auch ohne Obj.: ich kan schlagen oder heilen 5. Mos.
32, 39; wenn das vertrauen heilt, so beil ich bald
Goethe Tasso 3, 2; von Dingen, ganz machen: heilet
er den altar des herrn, der zubrochen war 1. Kön.
8, 30; die schäden, risse eines gebäudes heilen, in
volksmäßiger Rede Norddentschlands. 2) intrans., gesund
werden, ahd. beilsen, seit dem Mhd. mit dem
Vorigen der Form nach zusammengefallen: wenn si
den sämen trinkent, so hailent si Megenberg 316, 12;
wenn an der haut eine drus wird, und wider heilet
3. Mos. 13, 18; es heilte glucklich bis auf die wuste
narbe Schiller Räub. 4, 3. — In Zusammensetzungen:
Heilanstalt, f. Anstalt für die Heilung Kranker. —
Heilbad, n. Bad zur Heilung; als Einrichtung: heilbäder
nehmen, als Ort: in ein h. gehen. — Heilbrunnen,
m. Gesundbrunnen. — Heilkraft, f. Kraft die
Heilung bewirkt. — heilkräftig, zu heilen kräftig: heilkräftige
mittel. — Heilkraut, u. heilendes Kraut: doch
wird kein heilkraut ihn (den Zauber) besiegen Heyse
3, 118. — Heilkunde, k. Wissenschaft zu heilen. — Heilkunst,
f. Kunst zu heilen: praktikus in der heilkunst
Schiller 2, 347. — Heilmittel, u. Mittel welches heilt,
Arznei. — Heilquell, m. heilender, heilkräftiger Quell,
auch -quelle, f. Heilstätte, f. Stätte zur Genesung
oder Rettung. — Heiltrank, m. heilender Trank.
Heilig, Heil habend und spendend; eine im Goth.
nicht sicher bezeugte, vielleicht erst von späteren deutschen
Heidenbekehrern geschaffene oder doch verwendete Weiterbildung
des Adj. heil, in engerem Sinne zunächst bezogen
auf die Unverletztheit im Kampfe mit dem Teufel,
gesagt von den Martyrern und Bekennern, denen die
himmlische Krone des Sieges zu Teil geworden, dann
übertragen auf die himmlischen Personen überhaupt;
über alle späteren Dialecte verbreitet (abd. heilag, mhd.
heilec, altsächs. helag, altengl. halig, altnord. heilagr),
und in mannigfache freiere Verwendung gekommen.
1) in engerem, kirchlichem Sinne: joh wir thär muazin
untar in blide fora gote sin fon éwon unz in é6won
mit then heilegon selon Otfrid 1, 28, 20; den heiligen
merterer sanctum Bläsium Mgyst. 1, 83; die beiligen
engel und erzengel; die heiligen drei könige; seinen
heiligen aposteln und propheten Eph. 3, 5; die heilige
jungfrau, der heilige Christ, gott, u. s. w.; einen heilig
sprechen; von der Kirche, ihrem Amte, Festen, Tagen,
Glauben, Lehren, u. s. w.: die heilige kirche, der heilige
vater, Papst, die heiligen bischöfe; unser heiliger glaube,
die heiligen feste, das heilige abendmahl; der sonntag
ist dem herrn heilig. wird heilig gehalten; der heilige
abend, Abend oder auch ganzer Tag vor einem hohen
Feste; heilige 2eiten, hohe kirchliche Festzeiten; in einer
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beilen — heilig.