Full text : der Weltkrieg 1914. Band 2. (1)

                                        —  746  —

1923  aufzunehmen.  Mit  diesem  Betrag  könnte  die  Regierung  bis  zum
Juli  auskommen.  Lloyd  George  fügte  hinzu,  die  Regierung  habe  bereits
ein  Angebot  auf  feste  Uebernahme  von  100  Millionen  Pfund  von  der
neuen  Anleihe  erhalten.  Die  Anleihe  sei  eine  ausgezeichnete  Kapitalsanlage,
  da  der  britische  Kredit  noch  der  beste  in  der  Welt  sei.  Die  gesamten
  Anträge  des  Schatzkanzlers  wurden  vom  Unterhause  bewilligt.

                                                                              (Berl.  Tagebl.,  19.  Nov.)

                                Der  Bericht  des  Generalstabes.
                                             Amtlich.
                 Großes  Hauptquartier,  18.  November,  vormittags.

Die  Kämpfe  in  Westflandern  dauern  fort.  Die  Lage  ist  im  wesentlichen
  unverändert.

Im  Argonnenwalde  wurde  unser  Angriff  erfolgreich  vorgetragen.
Französische  Angriffe  südlich  Verdun  wurden  abgewiesen;  ein  Angriff
gegen  unsere  bei  St.  Mihiel  auf  das  westliche  Maasufer  geschobenen
Kräfte  brach  nach  anfänglichem  Erfolg  gänzlich  zusammen.

Unser  Angriff  südöstlich  Cirey  veranlaßte  die  Franzosen,  einen  Teil
ihrer  Stellungen  aufzugeben.  Schloß  Chatillon  wurde  von  unseren
Truppen  im  Sturm  genommen.

In  Polen  haben  sich  in  der  Gegend  nördlich  Lodz  neue  Kämpfe  entsponnen,
  deren  Entscheidung  noch  aussteht.  Südöstlich  Soldau  wurde
der  Feind  zum  Rückzug  auf  Mlawa  gezwungen.  Auf  dem  äußersten
Nordflügel  ist  starke  russische  Kavallerie  am  16.  und  17.  geschlagen  und
über  Pillkallen  zurückgeworfen  worden.

                                                 Oberste  Heeresleitung.  (W.T.  B.)

                                Der  heutige  Generalstabsbericht.
                 Großes  Hauptquartier,  19.  November,  vormittags.

In  Westflandern  und  in  Nordfrankreich  ist  die  Lage  unverändert.

Ein  deutsches  Flugzeuggeschwader  zwang  auf  einem  Erkundungsfluge
  zwei  feindliche  Kampf-Flugzeuge  zum  Landen  und  brachte  ein  feindliches
  zum  Absturz.  Von  unseren  Flugzeugen  wird  eins  vermißt.

Ein  heftiger  französischer  Angriff  in  Gegend  Servon  am  Westrande
der  Argonnen  wurde  unter  schweren  Verlusten  für  die  Franzosen  zurückgeschlagen.
  Unsere  Verluste  waren  gering.

Auf  dem  östlichen  Kriegsschauplatz  sind  die  erneut  eingeleiteten

Kämpfe  noch  im  Gange.  Oberste  Heeresleitung.  (W.T.B.)

                         Flottenkampf  im  Schwarzen  Meer.
                                                                   Konstantinopel,  19.  November.

Das  türkische  Hauptquartier  meldet:  Unsere  Flotte,  die  ausgelaufen
war,  um  nach  der  russischen  Schwarzmeerflotte,  die  Trapezunt  beschossen
hatte,  zu  suchen,  traf  diese  auf  der  Höhe  von  Sebastopol.  Die  feindliche
Flotte  bestand  aus  zwei  Schlachtschiffen  und  fünf  Kreuzern.  In  dem
Kampfe,  der  sich  entwickelte,  wurde  ein  russisches  Schlachtschiff  ernstlich
beschädigt.  Die  übrigen  russischen  Schiffe  ergriffen,  von  unseren  Kriegsschiffen
  verfolgt,  die  Flucht  in  der  Richtung  auf  Sebastopol.

                                                                                (Tag,  19.  November.)