Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1872. (6)

VIII

der  Eintheilungsmarken,  bezüglich  Ausflußöffnungen  bedingt  ist,  durch  einen
Pendelzeiger  kontrolirt  werden,  dessen  Einrichtung,  nachdem  seine  Verbindung
mit  dem  Maaßgefäß  durch  Stempelung  gesichert  ist,  willkürliche  Veränderungen
ausschließen  muß.

2)  Der  Durchmesser  des  Maaßgefäßes  darf,  um  die  erforderliche  Genauigkeit
  in  der  Ablesung  des  Flüssigkeitsstandes  an  den  Eintheilungsmarken,
bezüglich  in  der  Bemessung  der  Füllungen  und  Ablassungen  durch  die  Ausflußöffnungen
  zu  sichern,  nirgends  über  80  Millimeter  betragen.

3)  Die  Eintheilung  einer  und  derselben  Skale  darf  sich  vom  Liter  abwärts
  nur  entweder  auf  die  Halbirungs-  oder  auf  die  Dezimaltheilung  beziehen
(vergl.  Eichordnung  §§.  5  und  6),  in  der  Art,  daß  die  Theilung  bei  der  ersteren
nicht  unter  1/8,  bei  der  letzteren  nicht  unter  0,1  Liter  hinabgehen  darf.  Dasselbe
gilt  von  der  Anordnung  der  Ausflußöffnungen  bei  den  mit  letzteren  versehenen
Apparaten.

Die  Angabe  der  Maaßgröße  von  1/8  Liter  oder  0,1    Liter  ist  nur  an  solchen
Stellen  der  Gefäßwand  zulässig,  an  denen  der  Durchmesser  des  Gefäßes  nicht
über  60  Millimeter  beträgt.

Neben  den  Eintheilungsmarken  oder  den  Ausflußeinrichtungen  muß  die
Bezeichnung  des  mittelst  derselben  abzumessenden  Volumens  nach  §.  6  der  Eichordnung
  angebracht  sein.

4)  Der  Verschluß  und  die  Unveränderlichkeit  der  messenden  Räume  des
Maaßgefäßes,  sowie  die  Unveränderlichkeit  der  anderweitigen  Messungseinrichtungen
und  ihrer  Verbindung  mit  dem  Maaßgefäße  muß  entweder  durch  die  Beschoffenheit
der  Einrichtungen  selbst  so  gesichert  sein  oder  durch  Stempelung  so  gesichert
werden  können,  daß  eine  Veränderung  der  Beziehungen  zwischen  den  messenden
Einrichtungen  und  den  Füllungen  des  Maaßgefäßes  nach  der  Stempelung  nicht
mehr  ausführbar  ist.

§.  3.

Prüfung  der  Richtigkeit.

Die  Prüfung  erfolgt  mit  Wasser  durch  Ablassung  der  von  den  Messungseinrichtungen
  der  Apparate  angegebenen  Quantitäten  in  die  entsprechenden  Gebrauchsnormale
  für  Flüssigkeitsmaaße  oder  die  zugehörigen  Eichkolben,  wobei  der
Apparat  die  durch  Einspielen  des  Pendelzeigers  angegebene  Stellung  haben  muß.

Die  Größe  der  bei  der  Füllung  der  Gebrauchsnormale  mittelst  der  aus
dem  Meßapparate  abgelassenen  Flüssigkeitsmengen  sich  zeigenden  Fehler  des  Apparates
  wird  entsprechend  den  Vorschriften  für  die  Eichung  von  Flüssigkeitsmaaßen
  bestimmt.

§. 4.

Fehlergrenze.

Der  Apparat  wird,  sofern  sich  nach  Maaßgabe  der  Bestimmungen  der
§§.  1  und  2  sonstige  Bedenken  nicht  ergeben  haben,  als  stempelfähig  erachtet,
wenn  bei  keiner  der  von  demselben  angegebenen  Maaßgrößen  eine  Abweichung