Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1872. (6)

IX

von  dem  Maßinhalte  des  zugehörigen.  Gebrauchsnormals  gefunden  wird,  welche
den  doppelten  Betrag  des  bei  der  Eichung  von  Flüssigkeitsmaaßen  zuzulassenden
Fehlers  (§.  11  der  Eichordnung  vom  16.  Juli  1869)  übersteigt.

§.  5.
Stempelung.

Die  Stempelung  erfolgt  auf  allen  Löth-  oder  Kittfugen,  entweder  in
Zinnloth  oder  in  Siegellack,  insbesondere  an  solchen  Stellen,  welche  die  Verbindung
  einer  gläsernen  Gefäßwand  mit  den  metallenen  Theilen  des  Apparates
und  die  Verbindung  einer  gläsernen  oder  metallenen  Skale  mit  den  Messungsräumen
  des  Maaßgefäßes  herstellen  und  ist  dabei  besonders  auf  die  Erfüllung
der  Bestimmungen  unter  §.  2  Nr.  1  und  4  zu  achten.

Falls  die  Eintheilungen  auf  einer  metallenen  Skale  angebracht  find,  ist
dieselbe  so  einzurichten,  daß  ein  Stempel  dicht  unter  jeder  Theilungemarke  eingeschlagen
  werden  kann;  falls  die  Abmessungen  durch  Ausflußöffnungen  und  Röhren
geschehen  sollen,  ist  je  ein  Stempel  auf  Zinntropfen  dicht  unter  dem  Rande  der
Eintriltsstelle  der  betreffenden  Ausflußröhre  in  den  Körper  des  Maaßgefäßes
einzuschlagen.

§.  6.
Eichgebühren.
Als  Gebühren  werden  in  Ansatz  gebracht:
A.  1)  für  die  Prüfung  jeder  einzelnen  Maaßangabe  je .......  1  Sgr.

außerdem
2)  für  die  Eichung  und  Stempelung  des  ganzen  Apparates  3
B.  Eine  eichamtliche  Berichtigung  fehlerhaft  gefundener  Apparate  findet  nicht
statt  und  fallen  damit  Berichtigungsgebühren  weg.
C.  Für  Prüfung  ohne  Stempelung  die  nach  A.  1  für  jede  einzelne  wirklich
geprüfte  Maaßangabe  des  Apparates  anzusetzende  Gebühr.

§.  7.
Eichscheine.
Zu  den  Eichscheinen  find  folgende  Formulare  zu  benutzen:
Eichschein  X.  Nr.  .....
  für  Meßapparate  zu  Flüssigkeiten.
Für  .  .  ...  .  .  .  ..  .....................................
sind  nachfolgend  angegebene  Meßapparate,  nachdem  sie  innerhalb  der  zulässigen
Abweichung  richtig  befunden  worden,  geeicht  und  die  beigemerkten  Taxgebühren
berechnet  worden.
Reichs-Gesetzbl.    1872.  *  b