thumbs : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Reuß Älterer Linie. 1860. (9)

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.  15.
Alle  in  einem  gemischten  kirchlichen  oder  Schulverbande  (S.  8.  1.)  lebenden
k.  Angehörigen  der  briden  Staaten  haben  zu  den  Bedörfnissen  der  Kirche  und  Schule,
wohin  sie  gewiesen  sind,  ohne  Ausnahme  antheilig  beizutragen.

8.  16.

Die  Beitragspflicht  der  ausländischen  Eingepfarrten  und  Eingeschulten  ist  in
duotativer  Hinsicht  theils  durch  genehmigte  Verträge,  theils  durch  anerkanntes  Herkommen
  festgestellt.

Die  Anlage  unter  A.  besagt  hierüber  das  Nähere.

⅛.  17.

Die  Abänderung  dieses  zwischen  den  Gemeinden  eines  gemischten  Verbandes
bestehenden  Beitragsverhältnisses  ist  nur  mit  Genehmigung  der  geistlichen  Oberbehörden
  beider  Länder  zulässig.

Dagegen  ist  jede  einzelne  Gemeinde  eines  gemischten  Verbandes  in  Ansehung
der  Umlegung  und  Aufbringung  der  auf  sie  fallenden  Quote  unter  sich  lediglich  an
die  Verfassung  und  Gesetze  ihres  eigenen  bandes  gebunden.

S.  18.

Die  Beschlüsse,  welche  eine  gemischte  Kirchen=  und  Schulgemeinde  über  die
Modalität  der  Aufbringung  der  kirchlichen  und  Schulbedürfnisse  faßt,  sind  nach  der
Verfassung  und  den  Geseben  des  Staatec  zu  beurtheilen  und  von  der  zuständigen
Behörde  des  Landes  zu  genehmigen,  in  welchem  die  Kirche  oder  Schule  liegt.

Die  auf  diese  Weise  gültig  gefaßten  Beschlüsse  sind  demnach  auch  für  die  ausländischen
  Eingepfarrten  und  Eingeschulten  verbindlich.

Doch  stehen  ihnen,  wenn  sie  sich  beschwert  glauben,  alle  nach  den  Gesetzen  des
Staates,  in  welchem  die  Kirche  oder  Schule  liege,  zulässigen  Rechtsmittel,  so
wie  das  Recht  der  Beschwerdeführung  bei  der  zuständigen  Behörde  dieses  Staates
  zu.

Die  auf  diesem  Wege'  in  derartigen  Differenzen  von  der  zusländigen  Behörde
genehmigten  Beschlüsse  sind  gegen  auoländische  Eingepfarrte  und  Eingeschulte  von
der  persönlichen  Obrigkeic  derselben,  ohne  daß  dieser  eine  Cognition  in  der  Sache
zusteht,  sdfort  zu  vollstrecken,  sobald  sie  von  der  betreffenden  ausländischen  Be-