Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1875. (9)

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(Nr.  1085.)  Bekanntmachung,  betreffend  die  Außerkurssetzung  der  Münzen  der  lübischhamburgischen
  Kurantwährung,  sowie  verschiedener  anderer  Landesmünzen.
Vom  21.  September  1875.

Auf  Grund  des  Artikels  8  des  Münzgesetzes  vom  9.  Juli  1873  (Reichs-Gesetzbl.
  S.  233)  hat  der  Bundesrath  die  nachfolgenden  Bestimmungen  getroffen:

§.  1.
Vom  1.  Oktober  1875  an  gelten  nicht  ferner  als  gesetzliches  Zahlungsmittel:

1.  folgende  Silbermünzen  der  lübisch-hamburgischen  Kurantwährung,  nämlich:
lübeckische  Speziesthaler  (60  Schillinge)  (s.  g.  Johannisthaler),
Dreimarkstücke  (48  Schillinge)  lübeckischen  Gepräges,

12-Schillingstücke,  lübeckischen,  hambur-2-
  "  gischen  oder  mecklen-1-
  "  (s.  g.  schweren  Schillinge),  burgischen,  auch
½-  "  (Sechslinge),  rostocker  oder  wis-¼-
  "  (Dreilinge)  marer  Gepräges;

2.  die  im  Zwölfthaler-  und  die  im  Vierzehnthalerfuß  ausgeprägten  silbernen
1-Schillingstücke  (s.  g.  leichten  Schillinge)  mecklenburgischen  Gepräges,
die  im  Zwölfthalerfuß  ausgeprägten  silbernen  halben  Schillinge  (Sechslinge)
  und  Viertelschillinge  (Dreilinge)  mecklenburgischen  Gepräges  und
die  auf  Grund  der  Zwölftheilung  des  Schillings  in  Kupfer  geprägten
Drei-,  Zwei-,  Eineinhalb-  und  Einpfennigstücke  mecklenburgischen,  rostocker
und  wismarer  Gepräges;

3.  nachstehende  im  Vierzehnthalerfuß  ausgeprägte  Silbermünzen  kurbrandenburgischen
  und  preußischen  Gepräges:  
die  bis  zum  Jahre  1810  geprägten ⅔-  Thaler-  oder  16-  gGr.  -  Stücke,
die  bis  zum  Jahre  1768  geprägten  ½-  und  ¼-  Thalerstücke,
die  bis  zum  Jahre  1785  geprägten  ⅕-  Thalerstücke  (s.  g.  Tymphe  oder
preußische  Achtzehnkreuzerstücke),
die  mit  den  Jahreszahlen  1758,  1759,  1763  geprägten  reduzirten  ⅓-und
  ½-  Thalerstücke;

4.  die  für  die  ehemals  polnischen  Landestheile  der  preußischen  Monarchie
geprägten  Drei-  und  Ein-Kupfergroschen  (1/60-  und  1/180-  Thaler)  preußischen
Gepräges;

5.  die  im  Sechszehnthalerfuß  geprägten

1/1-  Reichsthaler  und  Markgräflich  ansbacher  und  bayreuther  Gepräges.

2/3-  “

Es  ist  daher  vom  1.  Oktober  1875  ab,  außer  den  mit  der  Einlösung
beauftragten  Kassen,  niemand  verpflichtet,  diese  Münzen  in  Zahlung  zu  nehmen.