Ruhe und Bewegung. 185
kommen, und streicht nach vorn zu, indem man die vier Finger tief eindrückt
und nach unten, zum Nabel zu, abgleiten läßt. Liegend und stehend kann
dieser Handgriff ausgeführt werden. Er bringt bei Stauungszuständen sofort
Erleichterung, doch bedarf er auch einiger Ubung.
Darmmassage einfachster Art besteht in wahllosem Drücken und
Kneten bei Kot= und Gasansammlungen, ferner kräftigem Kreisstreichen um
den Nabel herum. Letzteres ist bei Kindern oft sehr angezeigt und hat, bei
guter Ausführung und Dauer von etwa fünf Minuten, meist den leichten
Abgang von Darmgasen zur Folge.
Siehe Fig. 132.
Unter den gymnastischen Übungen
stehen die Atemübungen
allen voran. Alle Blutarmen, Herzund
Lungenschwachen, an Stauungen
Leidende usw. sollten sie täglich
mit Hingebung üben. Sie haben
nicht nur eine Erweiterung des
Brustkorbes und eine Kräftigung
der Brustmuskeln sowie des Lungengewebes
zur Folge, sondern eine
starke Beförderung des Blutumlaufes,
indem bei langsamer, tiefer.
Einatmung das Venenblut in das
Herz eingepumpt und bei ebenso
ausgiebiger und gründlicher Ausatmung
das Arterienblut ausgepreßt Fig. 188. Fig. 131.
wird. Bessere Erwärmung, Weichen umffang der Vrust= u. Bauchhöhle nach erfolgter
des lähmenden, vorher bestehenden Ausatmung. Einatmung.
Druckes, sei es im Leibe oder im a Lunge. b Zwerchfell.
.. . Unterste Anheftungsstelle des Zwerchfells.
Kopfe, bessere Gesichtsfarbe, freieres e Untersie Auh — — Swerchf
Atmen, kräftigerer Herzschlag usw.
sind die bald eintretende Wirkung dieser übungen. Man führe sie folgendermaßen
aus:
Bei gerader Haltung, vorgestrecktem Brustkorbe lege man die
Hände auf dem Hinterhaupte übereinander und ziehe bei festgeschlossenen
Lippen durch die Nase langsam und tief Luft ein, verharre einen Augenblick
in diesem Zustande und blase dann langsam, unter Senken der
Arme, wieder nur durch die Nase so lange Luft aus, als man noch etwas
herauspressen kann. Man entwickelt dadurch kräftiges Zwerchfellatmen
und eine Durchlüstung der unteren Lungenpartien, die bei gewöhrlicher
flacher Atmung meist sehr vernachlässigt werden und sich selten vollständig
mit Luft füllen. Die Ubung in frischer Luft, ohne beengende