Volltext : Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Erster Band Zweite Hälfte.

Die  drei  Präliminarfragen  der  Revision  (1818).  697

2.  Ob  die  philosophische  Klasse  weiter  bestehen  soll,  eventualiter
ob  die  historisch  -philologische  Klasse  in  zwei  Klassen  zu  trennen  sei.

3.  Ob  ein  Präsident  zu  wählen  sei  oder  ob,  wie  bisher,  die
vier  Klassen-Secretare  vierteljährlich  im  Präsidium  abwechseln  sollen.

Die  erste  Frage  wurde  mit  fünf  gegen  drei  Stimmen  verneint
(Savıcny,  Böckn,  BuTTMAann,  Link,  SCHLEIERMACHER  gegen  Erman,
Traızes  und  Buch;  FıscHueEr  stimmte  nicht  mit).  Die  Majorität  verlangte
  Vermehrung  der  Klassensitzungen,  Redueirung  der  Zahl  der
Gesammtsitzungen  (nur  vier  im  Jahre),  Einschränkung  der  Abhandlungen
  zu  Gunsten  gemeinsamer  Unternehmungen.

Die  Aufhebung  der  philosophischen  Klasse  wurde  mit  allen
Stimmen  gegen  die  Buca’s  genehmigt  (aber  Lınk  und  Fischer  entbielten
  sich  der  Stimme).  TrarLes  wünschte  nur  drei  Klassen,  die
übrigen  verlangten  eine  besondere  historische  Klasse,  die  in  ein
nahes  Verhältniss  zu  der  philologischen  treten  solle.  Erman  schlug
vor,  dass  der  Name  der  philosophischen  Klasse  in  einer  der  anderen
fortleben  möge.

In  Bezug  auf  die  Frage  der  Leitung  (besonderer  Präsident)  standen
vier  gegen  vier  Stimmen.  Auch  in  der  Eventualfrage,  ob,  falls  die
Klassensecretare  das  Präsidium  behalten,  der  Weclisel  vierteljährlich
oder  jährlich  eintreten  solle,  ergab  sich  Stimmengleichheit.  Mit  sieben
gegen  eine  Stimme  beschloss  man,  dass,  falls  ein  besonderer  Präsident
  die  Leitung  übernehmen  werde,  er  immer  nur  ein  Jahr  lang
fungiren  solle.

In  der  Sitzung  vom  9.  Juli  1818  erklärten  die  Secretare  der
beiden  naturwissenschaftlichen  Klassen,  Erman  und  TRALLES,  auf  die
Frage  Sıvıeny’s,  ob  sie  den  jetzigen  Zustand  unbedingt  für  befriedigend
  hielten,  dass  sie  nur  Verbesserungen  im  Rahmen  des  Statuts
wünschten.  Erman  fügte  hinzu,  dass  sich  die  Besetzung  mehrerer
Fächer,  die  unzureichend  oder  gar  nicht  vertreten  seien,  empfehle;
auch  Traıırs  hielt  eine  Erweiterung  der  mathematischen  Klasse  für
nothwendig,  bemerkte  aber  ausdrücklich,  er  sehe  die  Hauptthätigkeit
der  Akademie  in  der  Abfassung  von  Abhandlungen  für  die  Gesammtsitzungen.
  Nun  verlas  Savıeny  den  Bericht  über  die  Ergebnisse
der  Sitzung  vom  2.Juli,  der  an  das  Ministerium  zur  Entscheidung
gehen  sollte;  das  Ergebniss  der  Verhandlungen  über  die  dritte
Frage  wurde  dem  Ministerium  nicht  vorgelegt,  da  sich  hier  keine
Majorität  ergeben  hatte.  Buch  wurde  beauftragt,  die  Ansicht  der
Minorität  des  Ausschusses  in  einem  beizulegenden  Schreiben  auszuführen.
  Man  wünschte  eine  rasche  Entscheidung  über  die  beiden