Metadata : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Vierter Band. (4)

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Bonn  konnte  nach  der  Impfung  den  Studenten  Fälle  von  Impfkrankheit  niemals  vorstellen.
—  Unter  einer  großen  Anzahl  von  Impfungen  an  Militärpersonen  wurde  nur  1  mal  ein
Fall  von  Bereiterung  der  Achseldrüsen  beobachtet.

In  der  Stadt  München  sind  üble  Folgen  der  Impfung  nicht  eingetreten.

Nach  Dresden  ist  von  5  Impfärzten  gemeldet,  daß  unter  insgesammt  1  168  Geimpften
  1  mal  Roseola,  9  mal  Erythem,  1  mal  Urticaria  und  1  mal  „generalisirtes  Vaccinoid“
  beobachtet  wurde.  Bei  69  Militärpersonen  entstand  stärkeres  Erythem,  bei  2  Achseldrüsenschwellung.
  Sämmtliche  Erscheinungen  waren  nur  vorübergehend.

In  Leipzig  wurden  einige  leichte  Randentzündungen,  vorzüglich  bei  Wiedergeimpften,
beobachtet,  ferner  2  Fälle  von  Späterysipel  und  1  Fall  von  Verschwärung  der  Impfstellen
gemeldet.

Nach  Berimpfung  von  Frankenberger  Lymphe  wurden  von  5  Aerzten  masernartige,
rasch  und  gutartig  verlaufende  Ausschläge  gesehen.  Ein  Impfarzt,  welchem  2  mal  frische
Lymphe  übersandt  war,  hatte  heftigere  Reizerscheinungen  als  früher.

Der  Anstalt  in  Bautzen  wurde  gemeldet,  daß  unter  80  geimpften  Schulkindern  eines
Ortes  ein  Fall  von  Impetigo  kontagiosa  vorkam  und  10  weitere  Erkrankungen  in  der
Familie  und  Nachbarschaft  des  Kindes  zur  Folge  hatte;  meist  handelte  es  sich  jedoch  nur
um  wenige  Pusteln.

Im  Uebrigen  ist  noch  über  einige  Fälle  erysipelatöser  Röthung  und  einen  Fall  von
Rothlauf  berichtet  worden.

Aus  den  Anstalten  in  Stuttgart,  Cannstatt  und  Karlsruhe  ist  über  Erkrankungen
  nach  der  Impfung  von  irgend  welchem  Belang  nichts  zu  berichten.

Auch  in  Darmstadt  sind  weder  Todesfälle  noch  erhebliche,  in  ihren  Folgen  die  Gesundheit
  des  Impflings  in  ernster  Weise  schädigende  Erscheinungen  im  Berichtsjahr  bekannt
geworden.  Ein  von  den  Impfgegnern  der  Impfung  zur  Last  gelegter  Todesfall  in  Alsfeld,
Kreis  Alsfeld,  betraf  einen  Erstimpfling,  Maria  Anna  Welker,  deren  Tod  an  Krämpfen
schon  19  Stunden  nach  der  Impfung  eintrat.  Nach  amtlicher  Untersuchung  wurde  der
tödtliche  Ausgang  von  den  Eltern  der  Impfung  nicht  zugeschoben;  auch  ergaben  sich  Anhaltspunkte
  für  einen  solchen  Zusammenhang  nicht.  Stärkere  Randröthe  wurde  in  einigen
wenigen  Füllen,  u.  a.  auch  vom  Vorstande  bei  2  Wiederimpflingen  gesehen.  Leichte  Achseldrüsenschwellung
  wurde  3  mal  beobachtet,  Vereiterung  der  Achseldrüsen  4  mal  ohne  üble
Folgen,  Verschwärung  der  Impfstellen  2  mal,  Narbenkeloid  1  mal;  letzteres  wurde  durch
Operation  beseitigt.

In  Schwerin  sind  vereinzelte  Fälle  von  Hautausschlag  nach  der  Impfung  bekannt
geworden,  sowie  2  Früh-,  5  Späterysipele  und  4  Fälle  von  „Verschwärung  oder  brandiger
Beschaffenheit  der  Pusteln“  ohne  nähere  Angaben.  In  1  Fall  kam  es  in  Folge  von  Kratzen
an  den  bereits  abgefallenen  Pusteln  4½  Wochen  nach  einer  Erstimpfung  zu  Entzündung
und  Eiterung  des  Unterhautgewebes.

Nach  dem  Bericht  aus  Weimar  sind  dort  Impfkrankheiten  nicht  vorgekommen.

Nach  Bernburg  sind  3  Fälle  starker  Schwellung  des  Oberarms  bei  gleichzeitigem
Bestehen  eines  ausgebreiteten  Erythems  mit  zahlreichen,  hirsekorngroßen  Bläschen  gemeldet.
Die  Pusteln  wurden  brandig,  ohne  daß  jedoch  schwere  Störungen  bestanden.  Auf  Nachfrage
  ergab  sich,  daß  auch  der  Assistent  der  Anstalt  6  Kinder  mit  ähnlichen  Erscheinungen
sowie  auch  einige  Verschwärungen  gesehen  hatte.  Alle  diese  Erkrankungen  entstanden  nach
Verwendung  der  frischen  bezw.  fast  frischen  Lumphe  von  2  Thieren.  Außer  den  Erkrankten
waren  viele  andere  Kinder  gleichzeitig  mit  derselben  Lyumphe  geimpft  worden,  ohne  daß  eine