Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1885. (19)

XI

stimmen  sich  dadurch,  daß  die  Angaben  für  die  einzelnen  Maaßgrößen  nur  an
solchen  Stellen  des  Gefäßes  erfolgen  dürfen,  an  welchen  einer  Erhöhung  oder
Erniedrigung  des  Flüssigkeitsstandes  um  ein  Centimeter  Zuflüsse  oder  Abflüsse  von
höchstens  folgendem  Raumgehalt  entsprechen:

bei  2  1  und  0,5  Liter  50  Kubikcentimeter

  0,2  0,1  20
  0,05  10
0,02  0,01  5
außerdem
bei ¼   20

Hiernach  sollen  zwischen  denjenigen  Stellen  des  Gefäßes,  an  welchen  die
Angaben  für  die  einzelnen  Maaßgrößen  abgelesen  werden,  in  lothrechter  Richtung
mindestens  folgende  Abstände  stattfinden:

zwischen  2  und  1  Liter  mindestens  20  Centimeter
-  1  -  0,5  10  
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Zwischen  denjenigen  Angaben,  welche  eine  fortlaufende  Eintheilung  in
0,001  Liter  einschließen,  soll  durchgehends  einem  Raumgehaltsunterschiede  von
  0,001  Liter  ein  Abstand  der  zugehörigen  Strichmarken  von  mindestens  5  Millimeter
  entsprechen.

5.  Die  Begrenzung  und  Ablesung  der  Flüssigkeitsstände  soll  ausschließlich
durch  aufgeätzte  oder  eingeschliffene  oder  in  anderer  Weise  dauerhaft  angebrachte,
keinesfalls  durch  blos  aufgemalte  Strichmarken  auf  den  durchsichtigen  Glaswänden
geschehen.

6.  Alle  Strichmarken  sollen  mindestens  ¼  des  Umfanges  der  betreffenden
Glaswand  umfassen,  in  ihrer  ganzen  Länge  sichtbar  sein  und  in  Ebenen  liegen,
welche  mit  der  Achse  des  Meßgefäßes  einen  rechten  Winkel  bilden.  Zur  Sicherung
der  lothrechten  Lage  der  Achse  des  Gefäßes  soll,  wenn  der  äußere  Durchmesser
desselben  an  irgend  einer  Stelle  30  Millimeter  übersteigt,  ein  Pendelzeiger  vorhanden
  sein,  dessen  Einrichtung  und  Anbringung,  nachdem  seine  Verbindung  mit
dem  Meßgefäß  durch  Stempelung  §.  15)  gesichert  ist,  leicht  und  schnell  hervorzubringende
  und  ebenso  wieder  zu  beseitigende  Veränderungen  ausschließen  muß.

7.  Im  Uebrigen  soll  die  Einrichtung  der  Meßwerkzeuge  derartig  sein,  daß
das  Meßgefäß  bis  zu  der  betreffenden  Ablesungsmarke  mit  der  zuzumessenden
Flüssigkeit  angefüllt  und  alsdann  mittelst  des  am  unteren  Ende  des  Gefäßes  angebrachten
  Hahnes  jedes  Mal  vollständig  entleert  wird;  nur  bei  solchen  Meßb-