Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1887. (21)

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Bestimmungen.

 

A.  Mundverpflegung.

1.  Die  Verpflegung  der  Truppen  auf  dem  Marsche,  und  zwar  sowohl  für  die
Marsch-  und  Ruhetage,  als  auch  für  die  auf  dem  Marsche  eintretenden
Aufenthaltstage  (Liegetage)  liegt  dem  Quartiergeber  ob.

Der  mit  Verpflegung  Einquartierte  —  sowohl  der  Offizier,  Arzt  und
Beamte,  als  auch  der  Soldat  —  hat  sich  in  der  Regel  mit  der  Kost  des
Quartiergebers  zu  begnügen  (§.  4  des  Gesetzes  vom  13.  Februar  1875,
Reichs-Gesetzbl.  S.  52).

Die  Verpflegungsportion,  auf  welche  der  Einquartierte  Anspruch  hat
und  welche  ihm,  falls  zwischen  ihm  und  dem  Quartiergeber  über  die  Verpflegung
  Streitigkeiten  entstehen,  in  gehöriger  Zubereitung  und  in  guter
Qualität  gewährt  werden  muß,  besteht  in:

a)  1  000  Gramm  Brot,

b)  250     "       Fleisch  (Gewicht  des  rohen  Fleisches)  oder
150     "       Speck,

c)  125     "       Reis  oder  Graupe  beziehungsweise  Grütze  oder
250     "       Hülsenfrüchte  oder
1  500     "       Kartoffeln,
d)  25     "       Salz,
e)  15     "       Kaffee  (Gewicht  in  gebrannten  Bohnen).

Außer  der  Kaffeeportion  hat  der  Einquartierte  Getränke  nicht  zu  fordern.

Die  Brotportion  vertheilt  sich  gleichmäßig  auf  die  Morgen-,  Mittagsund
  Abendkost.  Als  Morgenkost  ist  Kaffee  oder  eine  Suppe,  als  Mittagskost
  Fleisch  und  Gemüse,  als  Abendkost  Gemüse  zu  verabreichen.

Erfolgt  das  Eintreffen  im  Quartier  erst  zur  Abendzeit,  so  ist,  sofern
nicht  laut  der  Marschroute  nur  Abendkost  zu  verabreichen  ist,  die  volle
Tageskost  —  mit  Ausschluß  der  Frühstücksportion  —  in  einer  Mahlzeit  zu
gewähren.

Eine  Verabreichung  von  Brot  seitens  der  Quartiergeber  findet  nicht
statt,  wenn  und  insoweit  die  Truppen  Brot  oder  Brotgeld  empfangen  haben.

Der  nach  Maßgabe  der  alljährlichen  Bekanntmachungen  durch  den
Reichsanzeiger  und  das  Centralblatt  für  das  Deutsche  Reich  für  die  volle