Full text : Reichs-Gesetzblatt. 1887. (21)

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Lenkt  eine  Verwaltung  innerhalb  ihres  Gebiets  Wagen  von  dem  ersten
Wege  ab,  so  kann  sie  Vergütung  dafür  nicht  beanspruchen.

6.  In  der  Regel  werden  die  rückkehrenden  Wagen  den  berechtigten  Verwaltungen
  an  den  Eingangsstationen  ihres  Betriebsbereichs  zur  freien  Verfügung
zurückgegeben.  In  Fällen  außerordentlichen  Bedarfs  sind  jedoch  die  Militär-Eisenbahnbehörden
  ermächtigt,

a)  die  Wiederverwendung  der  von  Militärtransporten  zurückkehrenden  Wagen
und  die  hierzu  erforderliche  Umbildung  der  Züge  auf  den  dazu  geeigneten
  Stationen  anzuordnen;

b)  die  zeitweilige  Bereithaltung  von  Lokomotiven,  Tendern  und  Wagen
zur  Fahrt  zu  verfügen.

7.  Die  rückkehrenden  Wagen  können  innerhalb  der  etwa  nach  Nr.  5  und  6
vorgeschriebenen  Fahrtrichtung  und  Fahrtdauer  sowohl  zu  Militärtransporten,  wie
für  den  öffentlichen  und  den  Dienstverkehr  der  Eisenbahnverwaltungen  ausgenutzt
werden.

8.  Sanitätszüge  werden  nach  der  Ausladung  auf  besondere  Anordnung
der  zuständigen  Militärbehörden  weitergesendet  und  dürfen  bei  der  Rückkehr  nach
dem  Kriegsschauplatze  ausnahmsweise  zur  Mitführung  von  Lazarethbedürfnissen
benutzt  werden  (§.  34, ₅).  Hülfslazarethzüge  werden,  insofern  nicht  ihre  Umwandlung
  in  ständige  Lazarethzüge  von  der  Militärbehörde  angeordnet  wird,  gleichwie
  die  Krankenzüge,  in  der  Regel  jedesmal  nach  Abgabe  der  letzten  Kranken
aufgelöst.  Die  Wagen  werden  gereinigt  und  derjenigen  Eisenbahnverwaltung,
welche  die  Wagen  gestellt  hat,  zugeleitet;  ein  oder  einige  Wagen  derselben  werden
jedoch  erst  zur  Rückführung  der  Lazarethausrüstung  des  Zuges  nach  demjenigen
Orte  benutzt,  an  welchem  die  letztere  zunächst  gebraucht  wird.  Diese  Vorschriften
finden  auf  einzelne,  zu  Krankentransporten  benutzte  Wagen  sinngemäße  Anwendung.


Fünfter  Abschnitt.
Beförderung  von  Militärgut.

§.  46.

1.  Militärgut  sind  alle  Kriegsbedürfnisse,  welche  den  Eisenbahnverwaltungen
von  den  Militärbehörden  oder  deren  Vertretern  zur  Beförderung  übergeben
werden.

2.  Die  Militärbehörden  oder  deren  Vertreter  dürfen  als  Militärgut  nur
solches  Gut  zur  Beförderung  mit  der  Eisenbahn  aufgeben,  welches  im  Eigenthum
oder  im  Besitz  der  Militärverwaltung  steht  und  durch  die  Versendung  aus  diesem
Verhältniß  nicht  ausscheidet.

Freiwillige  Gaben  für  die  bewaffnete  Macht  oder  Theile  derselben  treten
durch  Abgabe  an  die  Ersatztruppentheile  (für  Lazarethe  an  das  nächste  Lazareth
der  Militärverwaltung)  in  Besitz  der  Militärverwaltung.

Begriff  des  Militärguts