Full text : Geschichte der Hohenzollern.

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HGefahr,  da  die  französischen  Gesandten  in  Regensburg  und  an  den  verschiedenen
Höfen  der  katholischen  Reichsfürsten  Alles  aufboten,  um  sie  von  einem  Bündniß
abzuhalten,  durch  welches  ihre  Religion  auf  das  Gefährlichste  bedroht  wäre.
Dies  gelang  wenigstens  für  den  Augenblick,  denn  auch  der  Kaiser  schwankte.

Um  so  thätiger  und  entschiedener  war  Friedrich  III.,  obgleich  er  schwerer
als  die  meisten  der  schwankenden  Reichsstände  bedroht  war;  seine  clevischen
Länder  lagen  den  schwersten  Ahndungen  durch  den  Einfall  der  feindlichen  Truppen
ausgesetzt,  und  er  mußte  sich  auf  einen  unverzüglichen  Angriff  gefaßt  machen,
wenn  er  bei  seinem  kriegerischen  Vorhaben  beharrte.  Ludwig  XIV.  ließ  es  an
Drohungen  der  Art  nicht  fehlen,  so  wie  im  entgegengesetzten  Falle  an  glänzenden
Versprechungen.  Noch  war  der  ehemalige  Subsidienvertrag  nicht  förmlich  gebrochen.
  Man  versprach,  im  Falle  Friedrich  III.  neutral  bleiben  wollte,  nicht
nur  die  Zahlung  der  starken  rückständigen  Summen,  sondern  auch  die  Fortdauer
dieses  Verhältnisses  für  die  Zukunft;  hierzu  fügte  man  die  Aussicht  auf  die
Erwerbung  des  schwedischen  Pommern.  Außerdem  sollte  Friedrich  III.,  so  wie
dem  Kurfürsten  von  Baiern  das  Schiedsrichteramt  in  dem  Streite  mit  dem
römischen  Reiche  übertragen  werden.  Jedoch  notz  aller  dieser  glänzenden  Versprechungen
  blieb  der  Kurfürst  standhaft.  Zwar  hätte  er  gewünscht,  für  seine
celevischen  und  westphälischen  Provinzen  Neutralität  in  dem  bevorstehenden  Kriege
zu  erhalten,  doch  hielt  ihn  die  abschlägige  Antwort  der  Franzosen  von  der
Ausführung  seines  Entschlusses  nicht  zurück.  Als  Ludwig  XIV.  in  seiner  hochmüthigen
  Weise  dem  Kurfürsten  drohend  bemerken  ließ,  „zu  seines  Vaters  Zeiten
seien  die  französischen  Truppen  bis  Minden  gekommen,  sie  könnten  sich  diesmal
leicht  den  Weg  nach  Berlin  öffnen",  da  wurden  sofort  alle  Verhandlungen  in
Paris  abgebrochen;  der  brandenburgische  Geschäftsträger  eilte  nach  dem  Haag
zur  Verabredung  geeigneter  Schutzmaaßregeln,  und  von  dort  zum  Bischof  von
Münster,  welcher  ebenfalls  dem  Bunde  gegen  Frankreich  beitrat.

Zu  gleicher  Zeit  begannen  die  kriegerischen  Operationen.  Zwei  Brücken
wurden  bei  Wesel  über  den  Rhein  geschlagen,  damit  eine  schnelle  Vereinigung
aller  Streitkräfte  an  den  bedrohten  Orten  stattfinden  könnte,  und  20,000  Mann
Brandenburger  setzten  sich  in  Bewegung,  während  die  Generale  Schöning
und  Barfuß  gemessenen  Befehl  erhielten,  mit  den  Holländern  in  voller  Uebereinstimmung
  zu  handeln.  Friedrich  III.  folgte  hier  würdig  den  Traditionen
seines  großen  Vaters.  Gleich  wie  dieser  im  Jahre  1672  trat  er  jetzt  als  Vorkämpfer
  für  Holland  und  die  Rheinlande  auf,  und  gab  auf  diese  Weise  den
Bundesgenossen  die  nöthige  Zeit  zu  einer  erfolgreichen  Gegenwehr.  Zwar
gerieth  Cleve  in  die  Hände  der  Franzosen,  doch  dafür  besetzten  seine  Truppen
das  kölnische  Land,  wo  er  in  dem  Gebiete  der  Anhänger  Fürstenberg's  Repressalien
für  alles,  was  die  Gegner  an  Schaden  ihm  zufügen  würden,  üben  konnte.

Im  Frühjahr  1689  entwickelten  die  brandenburgischen  Truppen  eine  lebhafte
und  erfolgreiche  Thätigkeit.  Die  Franzosen  mußten  alle  Plätze  im  Jülichschen
außer  Rheinbergen  und  Kaiserswerth  räumen  und  sich  auf  Bonn  zurückziehen;