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Stellung bei Leuthen genommen, freudig in die Worte ausgebrochen sei: „Der
Fuchs ist aus seinem Loche herausgekrochen; nun will ich auch seinen Uebermuth
bestrafen.“
Die öoͤstreichische Schlachtordnung dehnte sich eine volle deutsche Meile aus;
ihr äußerfter rechter Flügel hielt das Dorf Nypern besetzt, der linke ging über
das Dorf Leuthen hinaus bis nach dem Dorfe Sagschütz, allerdings über Gebühr
ausgestreckt, doch waren sonst alle Vortheile des Bodens wohl benutzt,
und namentlich das zahlreiche Geschütz zweckmäßig zur Vertheidigung derselben
verwendet. Wahrscheinlich dieser großen Ausdehnung der feindlichen Schlachtlinie
verdankte Friedrich, noch ehe der eigentliche Kampf begann, einen Vortheil,
der die Siegeshoffnung der Seinigen im hohen Grade steigerte. Als
nämlich sein Vortrab sich dem Dorfe Borna näherte, stieß er auf eine feindliche
Reiterabtheilung von drei sächsischen und zwei östreichischen Cavallerieregimentern
unter dem General Nostiz. Obgleich dem tapferen Offizier von dem Hauptquartier
aus jede Unterstützung abgeschlagen wurde, bot er doch dem Angriff
der Preußen Trotz, jedoch sein Heerhaufe ward zersprengt, der Führer auf den
Tod verwundet, ein großer Theil seiner Leute zu Gefangenen gemacht. Als
diese bei Neumarkt vor der Fronte des Heeres vorbeigeführt wurden, hob sich
das Herz der preußischen Krieger, denn der unerwartete Erfolg schien ein Glück
für die große Entscheidung anzudeuten.
Nun erst bekamen sich die beiden Heere gegenseitig zu Gesicht. Es schien,
als ob Friedrich gegen den rechten Flügel vorgehen wollte. Hier kommandirte
der Graf Lucchesi; obgleich gerade dieser General im Kriegsrathe mit großer
Verachtung von dem Könige und seiner Wachtparade gesprochen, ja gegen den
Rath des vorsichtigen Daun zum Vorrücken und zur Schlacht gerathen hatte,
weil jeder Zweifel an dem guten Erfolg eine Beleidigung für die kriegerische
Ehre des Prinzen sei, und sich überdies nicht so leicht eine zweite Gelegenheit
zur sofortigen Beendigung des Krieges bieten würde, so erwies sich doch bei
dieser Gelegenheit sein Muth sehr zweifelhaft, denn er schickte Boten über Boten
an den Oberfeldherrn, um sich Verstärkung von ihm auszubitten. Lucchefi
vermochte mehr über den Prinzen als der unglückliche Nostiz, denn sogleich
erhielten mehrere Regimenter Infanterie und ein Theil der Cavallerie des linken
Flügels den dringenden Befehl, dem Grafen zu Hülfe zu eilen; letztere mußten
in vollem Trabe über das ganze Schlachtfeld wegreiten.
Unterdessen hatte Friedrich volle Zeit gehabt, die ganze Schlachtlinie der
Feinde zu überschauen, und sich zu überzeugen, daß es am gerathensten sei,
von ihrem linken Flügel her den Angriff zu beginnen, weil von Sagschütz aus
der Boden sich beständig über Leuthen nach Nypern hin senkt. Ganz richtig
schloß er, daß, wenn es ihm durch Ueberraschung gelingen würde, diesen verhältnißmäßig
stärksten Punkt der Feinde zu erzwingen, der schwerste Theil der
Arbeit geschehen sei. Gelänge dies, so würde es leicht sein, von dort aus die