Contents : Meyers Fach-Lexika; Lexikon der deutschen Geschichte.

Chlotar  —  Chotufsitz.

Vaters  und  ließ  ihn  dann  selbst  ermorden.
Er  starb  27.  Nov.  511  zu  Paris  und  wurde
in  der  von  ihm  den  heil.  Aposteln  gewidmeten,
  später  Ste.  Genevikve  genannten
Kirche  bestattet.  Sein  Reich  teilten  seine
vier  Söhne  Theoderich,  Chlodemer,  Childebert
  und  Chlotar.  Vgl.  Junghans,
Die  Geschichte  der  fränkischen  Könige  Childerich
  und  Chlodovech  (1857).
lotar,  Name  mehrerer  fränk.  Könige
  aus  dem  Geschlecht  der  Merowinger:
  1)  C.  I.,  Chlodwigs  jüngster  Sohn,
erhielt  511  in  der  Teilung  des  Reichs  den
Teil  mit  Soissons,  der  sich  von  Soissons
und  Amiens  bis  zum  Rhein  und  an  die
friesische  Grenze  erstreckte.  Er  bekriegte
534  mit  seinem  Bruder  Childebert  Burund,
  vertrieb  den  König  Godomar  und
ächtigte  sich  seines  Reichs.  Als  554
sein  Nse  Theudebald  von  Austrasien
starb,  erhielt  C.  dessen  Reich  und  vereinigte
558  nach  dem  Tode  der  andern  Brüder
Austrasien,  Thüringen  und  Alemannien
mit  den  gallischen  Landen.  In  seinen  letzten
  dabren  führte  er  Krieg  mit  den  Sachsen,
  denen  er  einen  jährlichen  Tribut  von
500  Kühen  auferlegte,  mußte  aber  auch
egen  seinen  Sohn  Chramnus,  der  sich  im
rvernerland  empörte,  zu  Feld  ziehen  und
ließ  dann  denselben  mit  Weib  und  Kind
in  einer  Hütte  verbrennen.  C.  starb  561,
undsein  Reich  wurde  von  seinen  vier  Söhnen
  geteilt.

2)  C.  II.,  Chilperichs  I.  und  Fredegundens
  letzter  Sohn,  kam  584,  erst  vier
Monate  alt,  unter  Vormundschaft  seiner
Mutter  und  unter  dem  Schutz  seines
Oheims  Guntram  von  Burgund  auf  den
Thron.  593  bemächtigte  er  sich  der  Stadt
Paris,  wurde  aber  nach  dem  Tod  seiner
Mutter  durch  die  Söhne  seines  Vetters
Childebert  II.,  welche  ihn  mit  Krieg  überzogen,
  auf  das  Land  zwischen  Seine,  Oise
und  dem  Meer  beschränkt.  Als  613  Theuderich
  von  Austrasien  und  Burgund  starb,
riefen  die  austrasischen  Großen,  an  ihrer
Spitze  Pippin  von  Landen  und  Bischof  Arnulf
  von  Metz,  die  Ahnen  des  karolingischen
  Hauses,  C.  in  ihr  Land  und  erkannten
  ihn  als  König  an.  Die  verbrecherische
Königin  Brunhilde  rüstete  in  Burgund
gegen  ihn  ein  Heer,  um  ihrem  Enkel  Si-63



gebert  die  Herrschaft  zu  erhalten;  aber  auf
nstiften  des  Hausmeiers  Warnacharging
dasselbe  zu  C.  über,  und  dieser  vereinigte
613,  nachdem  er  Brunhilde  um  ihrer
Schandthaten  willen  hatte  hinrichten  lassen,
  die  Reiche  Austrasien  und  Burgund
mit  Neustrien.  622  übertrug  er  seinem
Sohn  Dagobert  I.  das  Königreich  Austrasien
  und  starb  628.

Chlum,  Dorfin  Böhmen,  zwischen  Elbe
und  Bistritz,  rechts  von  der  Straße,  die
von  Königgrätz  nach  Sadowa  führt,  am

uß  einer  etwa  90  u  sich  erhebenden  Anöhe,

  welche  1866  von  dem  österreichischen
Obergeneral  Benedek  mit  starken  Batterien
bes  "  und  zum  Schlüsselpunkt  seiner  gegen
Westen  und  Nordwesten,  gegen  die  erste
und  die  Elbarmee  der  Preußen  gerichteten
Stellunggemacht  war.  Dieser  Höhe  gegenüber
  hatte  in  der  Schlacht  bei  Königgrätz
3.  Juli  die  preußische  Division  ¾*  ecky
einen  schweren  Stand.  Die  Gefahr  wurde
nur  dadurch  abgewandt,  daß  nachmittags
1  Uhr  ein  Teil  der  Armee  des  Kronprin-Pen
  auf  dem  Schlachtfeld  eintraf,  sich  auf
ie  rechte  Flanke  der  Osterreicher  warf,  und
daß  die  1.  Gardedivision  unter  General
iller  v.  Gärtringen  trotz  des  mörderischen
schützfeuers  die  Höhe  von  C.  sowie  das
Dorf  Rosberitz  im  Süden  nahm.  Damit
war  die  österreichische  Stellung  im  Rücken
efaßt.  Jeder  Versuch  der  Osterreicher,  den
eneral  Hiller,  der  inzwischen  durch  die
2.  Gardedivision  und  Teile  des  1.  Armeekorps
  verstärkt  war,  von  der  Höhe  von  C.
u  vertreiben,  schlug  fehl;  auch  Rosberitz,
asinzwischen  wieder  von  den  Osterreichern
besetzt  war,  wurde  vom  1.  Armeekorps  genommen,
  und  die  2.Gardedivision  eroberte
im  Westen  von  C.  die  Höhen  von  Lipa.  Damit
  war  für  die  Osterreicher  die  Schlacht
verloren.

Chotusitz,  Marktflecken  im  böhm.  Bezirk
  schaslau,  bekannt  durch  den  Sieg

eriedrichs  d.  Gr.  17.  Mai  1742  über  die

sterreicher  unter  dem  Prinzen  Karl  von
Lothringen.  Prinz  Leopold  von  Dessau
stand  mit  dem  ersten  Treffen  zu  beiden
Seiten  von  C.  sein  rechter  Flügel  lehnte
sich  an  die  Teiche  von  Cirkwitz,  der  linke
an  den  Park  von  Sehufitsch.  Am  Morgen
  des  17.  Mai  stieß  der  König  zu  ihm

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