Metadata : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

Nr.  70.  1915.  357
II.  Abteilung.
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(1)  Bekanntmachung  vom  11.  Mai  1915,  beireffend  weiter  Anordnungen
der  Landesbehörde  für  Volksernährung.

Die  nachstehend  abgedruckten,  von  der  Landesbehörde  für  Volksernährung
auf  Grund  des  §  37  der  Bundesratsverordnung  vom  25.  Jannar  1915
über  die  Regelung  des  Verkehrs  mit  Brotgetreide  und  Mehl  erlassenen
weiteren  Anordnungen  werden  hierdurch  zur  allgemeinen  Kenntnis  gebracht.

Schwerin,  den  11.  Mai  1915.

Großherzoglich  Mecklenburgisches  Ministerium  des  Innern.
L.  v.  Meerheimb.

 

Für  die  Regelung  der  Brotkartenfrage  in  den  Seebädern  und  Luftkurorten  des
Großherzogtums  wird  auf  Grund  des  §  37  der  Bundesratsverordnung  vom  25.  Januar
d.  Is.  und  des  §  1  der  Ausführungsverordnung  vom  26  Januar  d.  Is.  von  der
unterzeichneten  Landesbehörde  für  Volksernährung  hiermit  angeordnet:

SI.

Die  Bestimmung  des  Rundschreibens  vom  13.  März  d.  Is.  —  G.-Nr.  1369  —
zu  III  Zfr.  1  über  das  Austauschverfahren  wird  auf  die  Badeorte  und  Sommerfrischen
auch  dort  angewendet,  wo  einzelnen  Kommunalverbänden  die  Beschränkung  des  Austauschverkehrs
  auf  engere  Bezirke  diesseits  gestattet  worden  ist.

8  2.

Die  mecklenburgischen  Besucher  der  Badeorte  und  Sommerfrischen  des  Großherzogtums
  haben  die  ihnen  von  dem  Heimatsorte  erteilten  Brotkarten  auch  in  dem
Badeorte  zu  verwenden,  und  haben  sich  für  die  gesamte  Reisezeit  innerhalb  Mecklenburgs
mit  den  nötigen  Brotkarten  zu  versehen.

§#.

Die  Verteilungsstellen  des  Heimatsortes  sind  verpflichtet,  auf  Antrag,  nach  Möglichkeit
  an  den  gewöhnlichen  Ausgabetagen,  den  in  ihren  Listen  verzeichneten  Brotkartenempfängern
  Brotkarten  für  die  gesamte  Reisezeit,  auch  wenn  sie  mehr  als  14  Tage
beträgt,  vorweg  zu  erteilen,  wobei  jedoch  für  jede  Woche  und  Karte  eine  Querreihe  für
zusammen  250  gr  Feinmehl  vorweg  abzutrennen  ist,  so  daß  die  Person  statt  1400  nur
1150  gr  Mehl  für  die  Woche  erhält.

Schwerin,  den  8.  Mai  1915.

Landesbehörde  für  Volksernährung.
Kleffel.  v.  Böhl.  Capobus.

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