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Eine zweite Adelsquelle wurde der Herrendienst,
wie er von dem Ministerialadel in der
Feudalver fassung geleistet wurde, nachdem Carl der
Große die Gaugrafen mit der Leitung der bewaffneten
Macht und der Führung der Gerichte betraut
hatte, welche Gaugrafen bekanntlich unter den Hohenstaufen
ihr Amt erblich machten.
Dieser Ministerialavel nannte sich von seinen
Burgen und zu ihm gehörten sehr angesehene süddeutsche,
namentlich östreichische Fürstengeschlechter,
wie die heut zu Tage souverainen Liechtenstein und
Dietrichstein und Auersperg, die ursprünglich
sammt und sonders nur kärnthnischer Ministerialadel
gewesen sind. Die Dietrichsteine sind wahrscheinlich
die älteste unter den aus dem Ministerialadel
heraufgekommenen Familien, welche mit dem Geschlechtsnamen,
dem Namen ihrer Burg, schon zu Anfang des
zwölften Jahrhunderts vorkommt: schon 1102, also vor
Waldeck, Lippe, Solms, erscheint ein „Ruprecht
de Dietrichstein"“ als Zeuge in einer
Urkunde für das Benedictinerkloster St. Lambrecht in
der Steiermark.
Nach dem Verfalle der Gauverfassung unter den
Hohenstaufen, zu Anfang des dreizehnten Jahrbhunderts
war das Nitterthum vollständig ausgebildet und
das Vorkommen der Auedrücke: „Nitter“ und „Knappe“
als stehender Zusätze bei den Adelsnamen in den
Urkunden datirt etwa vom Jahre 1235, wo Kaiser
Friedrich II. von Hohenstaufen den berühmten
großen Reichetas zu Mainz hielt. Von vie-