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ZetniptechendeklaguadRedaIlloaNr.ft Inseralen · Ablellung Nr. 235.
Rosenheimer Anzeiger
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Rosenheimer Tagblatt
Amtlliches Publikallons-Orgon
Nunner 244 Koth.: Wendelinus; Kordula
Die deutsche Ankworinoke.
Die deulsche Note wurde auch gellern noch
nicht abgesandt. Es wurden nochmals Aenderungen
vorgenommen, wodurch die neue
Verzögerung entstand. Laut Berliner Tageblatt
soll die Note nun im Lause des heutigen Tages
abgehen.
Der Lokalanzeiger dagegen behauptet, daß
die Note noch gestern spät abends an die Schweiz
abgesandt wurde. Gestern abend war das
Kriegskabinett nochmals zusammengetreten,
um die letzte Hand an die Note anzulegen.
Nach holländischen Meldungen wird Deutschland
in seiner Note die Einstellung des
verschärften U- Bootkrieges ankündigen.
Der Vorwärts schreibt, die Note werde entgegenkommend
lauten und eine völlige
Sinnesänderung der leitenden Stellen gegenuber
früher zeigen. Auf die Beschwerden Wilsons
wird sachlich eingegangen und über die
inneren Reformen im Reiche freimütig gesprochen.
s Berlin, 21. Okt. (Drahtb.,.) Die morgige
Reichstagssitzung wird mit einer
Rede des Reichskanzlers eröffnet werden, die
an den Notenwechsel mit Wilson anknüpfen
wird. Daran wird sich eine allgemeine politische
Aussprache anschließen. Diese wird verbunden
mit den Beratungen der Regierungsvorlage
und Parteianträgen über die Demokratisierung
der Verfassung.
Die Alldeutschen.
§ Berlin, 21. 10. (Drahtb.) Der Geschäftsführende
Ausschuß des Alldeutschen Verbandes
erklärt in einer Entschließung, die Mahnahmen
des Kriegslabinetts seien eine schwere Schädigung
und Gefährdung des deutschen Reiches untd
stellen den ersten Schritt zur Zertrümmerung des
Reiches dar. Die Alldeutschen und die Vaterlandspartei
veröffentlichen Aufrufe, worin sie
die Bildung einer Regierung der nationalen Verteidigung
fordern.
#
Den alldeutschen Herren möchte man einen
Teil der Selbttzucht der sozialdemokratischen
Parteien wünschen, die ihre Aufgabe heute darin
erblicken, die neuc Volksregierung zu unterftützgen.
Aufrufe wie die voriehend stizierten sind heute
sehrüberflü
Wilson über ien und
Elsaß-Lothringen.
s Warschau, 19. Okt. Aus Washington
wird gemeldet, daß Präsident Wilson den polnischen
Komponisten Paderewsli in einer über
eine Stunde dauernden Konferen empfangen
und ihm die neue Karte mit den polnischen
Gebieten, die von Preußen und Oesterreich getreunt
werden sollen, gezeigt habe. Wilson bemerkte
dabei ungeblich, daß für ihn die historischen
Zahlen maßgebend waren. Die
deutsche Regierung, meinte Wilson, hat alles
unternommen, um die polnischen Gebiele zu
germanisieren, hat Milliarden für die Ansiedlungskommissionen
ausgegeben, hat polnisches
Besitztum enteignet, eine rein deutsche Beamtenschaft
eingesetzt und die Polen verdrängt.
Solche Statistik kann nicht ausschlaggebend sein.
Maßgebend wird das Zahlenverhältnis der Bevölkerung
bein welches vor der künstlichen Germanisierung
der früher rein polnischen Länder
bestand. Mit Elsaß= TLothringen verhält es
sich ebenso.
Friedensanzeichen.
s Geuf, 19. Okt. Die Pariser und Marseiller
Börse stehen seit Tagen unter dem Eindruck
der kommenden Piedensbesprechungen.
Trotz des behördlichen Sperrverbots werden
Lieferungen für feindliche Firmen zum 1. Jamar
allgemein zur Vornotierung angenommen.
s Bern, 19. Okt. In Berner politischen
Kreisen betrachtet man die Friedeusaus
sihten wieder als günstiger. Es wird
gelund gemacht, daß Washington die Fortsetzun
der Verhondlungen mit Deutschland
Dienstag, 22. Oktober 1916
Neue Verzögerung der deutschen Autwort
Mutmatßungen über den Inhalt der *
das österreichische Angebot ab. —
Grenze. — Neue
rlse. E
Gi e 9 1 9 ·
bhung.
wünsche. Trotz des Widerspruchs aus England
und Frankreich bleibe der Präsident doch auf
Verständigung bedacht auf der Grundlage der
Gleichberechtigung der Vôlker. Wie die „ Zürcher
Morgenzeitung“ meldet, rechnet man in
der unmittelbaren Umgebung Lloyd Georges
mit baldigem Frieden.
3 Genf, 19. Olt. „Humanite“ u. „Journal
du peuple“ nennen Deutschlands zweite,
wahrscheinlich versöhnliche Note nach Washington
die vorletzte Phase der Friedensbesprechungen.
Der Krieg werde sich rasch dem
Ende zuneigen.
Uussons Ablehnung des öslerreich.
Faffenfsillflands-Augeboks.
WITB. Washington, 21. Okt. Reuter.
(Drahtb.)
Wilsons Antwort auf die öfterreichische Note
pom 4. Oktober besagt u. a.:
7 Der Präsident hält es für seine Pflicht, der
österreichisch-ungarischen Regierung zu erklären,
daß er den gegenwärtigen Vorschlag dieser Regierung
wegen gewisser Erechmisse von größter
Bedeutung, die seit Abgabe seiner Adresse vom 8.
Januar sich ereigneten und notwendigerweise die
Haltung und die Verantwortlichkeit der Regierung
der Vereinigten Staaten änderten, nicht
in Betracht ziehen kann.
Unter den 14 Friedensbedingungen, die der
Präsident damals formulierte, kam die folgende
vor:
„Allen Völkern Oesterreich-Ungarns, deren
Platz unter den Nationen wir geschutzt und
gesichert zu sehen wünschen, sollte die freie
taatliche Gelegenheit zur autonomen Entwicklung
gewährt werden.“
Seit dieser Satz geschrieben und vor dem
Kongreß der Vereinigten Staaten ausgesprochen
wurde, hat die Regierung der Vereinigten Staaten
anerkennt, daß der Kriegszustand zwischen
den Tschecho-Slowaken und dem Deutschen
und Oesterreich-Ungarischen Reiche besteht und
der tschechische Nationalrat eine de facto kriegführende
Regierung i't, die mit der entsprechenden
Autorität ausgestatickt ist, die milicärischen
und politischen Angelegenheiten der Tschechen zu
eiten.
Sie hat auch in der weilestgehenden Weise die
Gerechtigkeit der nationalen Aspirationen der
Jugoslaven nach Freiheit anerkannt.
Der Präsidem verfügt daher nicht länger über
die Freiheit, die bloße Autonomie dieser Völker
als eine Grundlage für den Frieden anmerkennen,
sondern ist gezwungen, darauf zu bestehen,
daß sie und nicht er Richter darüber
se in sollen, welche Aktion auf Seiten der
österreichisch-ungarischen Regierung ihre Aspirationen
und ihre Auffassung von ihren Rechten
und ihrer Bestimmung als Mitglieder der Familie
der Nationen befriedigen wird.
Die Note ist von Staatssekretär Lansing un.
terzeichnet.
Beim Lesen dieser Amtwort auf das österreichische
Angebot wird man sich des Eindrucks
nicht erwehren konnen, daß es Wilson um die
Erreichung eines Wafsenktillstandes zum jetzigen
ileitpunlt gar nicht zu tun itt. Jetzt imet einem
—
*
Male erklärt er, daß seine 14 Punktenicht
mehr maßgebend sein können. Turch
Das Aufwerfen der tschecho-slowakischen und jugoslawischen
Frage wird die Sache des Friedens
nur aufs neue verzögert. Diese Punkte hätten
sich bei den Pi#erhaelungen selbtt
leicht regeln lassen.
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44-
Die Lage in der Donaumonarchie.
Ein ungarischer Sonderfrieden?
Wien, 19. Okt. In politischen Kreisen,
aus denen der Budapester „M# Uisag“ seine
Informationen erhält, will man die politischen
Kundgebungen der letzten Tage, insbesondere
die Erklärungen des Grafen Tisza dahin auffassen,
daß sie im Sinne der Vorbereitungen
eines Sonderfriedens gemeint wären.
„Ungarn werde selbst um den Preis eines Sonderfriedeus“,
so heißt es, „den Krieg beenden,
da es dadurch die Integrität des Landes
schützen könnte.“ Die Moglichkeit eines Son.
derfriedens sei nach der Meinung dieser Kreise
auch in Berlin nicht unbekamit.
Eine böhmische Lossagung.
Washington, 18. 10. (Reuter.) Der tschecho-slowakische
Nationalrat erklärte formell die
Unabhängigkeit der tschecho slowakischen Nation.
as Dokument, in dem die Lossagung von
Habsburg erklärt wird, wurde in Paris veröffentlicht
und Wilson mestellt.
Deutsch-Oesterreich vor der
« Hungersnot.
Wien, 19. Okt. Ungarn stellte die
Getreidelieferungen an Oesterreich
ein. Der Grund sei darin zu suchen, daß
Deutschland und Oesterreich sowohl die Kohlen-,
als wuch die Benzin= und Petroleumlieferung
schon vorher eingestellt haben.
In einer Konferenz, die die tschechischen Abgeordneten
mit dem Ackerbauminister abhielten,
wurde die Frage des tschechischen Lebensmittelboykotts
gegen Deutsch Oesterreich
besprochen. Der Minister erllärte, daß
die Ernährungs-Schwierigkeiten für Deutsch-Oesterreich
ganz außerordentliche geworden seien
und daß zu befürchten sei, daß der Ernährungsdienst
ganz zusammenbrechen müsse, da auch
Polen die Belieserung zum Teil stark verringert,
zum Teil ganz eingestellt habe. Deutsch-Desterreich
müsse unter diesen Umständen mit
einer Hungersnot (kechnen, und ernste
Schwierigkeiten würden bereits im November.
eintreten.
Prot: Ko#dula 1 Sahrgen
EEIIIIIID
WTB. Großes Hauptquartier, den
20. Okt. (Drahtb..) Amtlich.
Westlicher Kriegsschauplas.
In Flandern haben wir in Fortführung
der am 18. Oktober gemeldeten Bewegungen
Brügge, Thielt und Koriryk geräumt u. neue
Stellungen bezogen. Vor diesen fanden lebhafte
Vorfeldkämpfe stan. Am Abend stand
der Feind südöstlich von Sluis an der belgischholländischen
Grenze, westlich von Maldeghen —
ilrsel, bei Poskow und Marlkegen. Nondöstlich
von Kortryk stieß er mit Teilen über die Lys
vor. Südlich von Kortryk hatie er die Straße
Kortryk-Tournay erreicht und war beiderseits
von Douai bis öülich von Linie Orchies - Marchiennes
gefolgt.
An der Schlachtfrom zwischen Le Cateau.
und der Oise trat ge'tern eine Kampfpausfe
ein. An unserer neuen Linie am Sembre-Oise-Kanal
und an der Oise stehen wir in Gefechtsfühlung
mit dem Gegner.
Der Serre- und Souchezabschnitt war t6
über das Ziel starker feindlicher Angriffe. Der
nordöstlich von La Fare auf dem nördlichen
Serreufer zum Angriff vorbrechende Feind
wurde im Feuer und im Nahkampf abgewiesen.
Ebenso scheiterten südlich von Crepy mit
starken Kräften geführte Angriffe im s
stoß sächsischer Bataillone. An der Straße Lao
Marle faßte der Gegner in kleinen Teilen *
serer Stellungen Fuß. Beiderseits der Souchezniederung
wurde er nach beftigem Kamof
abgewiesen. Auch auf dem Nordufer der Aisne
grisf der Feind nach starker Artilleriavorbereftung
an und drängte nordöstlich von St.
Germainmont unsere vorderen Posten etwas
zurück.
An der Aisnefront zwischen Attigny ungs
Ollny nimmt die Gefechlstätigkeit des Eegners
zu. Beiderseits von Vouziers setzte er
sich bei erneuten Angriffen auf den Höhen am
öitlichen Aisneufer seit. Der Kommandeur der
199. Infanteriedivision, Generalleumant von
WMuttkammer, brachte durch persönliches Eingreifen
den feindlichen Angriff auf den Höhen
östlich von Baudy zum Slehen. Zwischen Oliz#-und
Grandpre wiesen lotbringische, schleswigholsteinische
Regimenter und Jägerbataillone erneut
bestige Angriffe des Gegners vor ihren
Linien ab. "1.
Auf beiden Maasusern blieb die Cefechtslätigleit
auch gesiern auf Storungsseuer beschränkt.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Am Bukowik nordwestlich von Aleksinac wurden
seindliche Angrissfe abgewiesen. Zajatschar
im Tinchtal wurde vom (Gegner bezetzt.
Ludendorff.
Abenbbericht.
WTB#n Berlin, 20. Oll., abends. Amtl.
(Drahtb.)
! Oestlich von Kortrick dauerten heftige
Kämpfe an.
Beiderseits von Soleones und Le Cateau
sind auf breiter Front starke Angrifse des Feindes
gescheitert.
Erfolgreiche Teilkämpfe im Serre-Abschnitt
und auf den Höhen westlich der Aisne. Oestlich
von Bonzieres wurden feindliche Angriffe
abgewiesen.
Mie Verhinderung des seindlichen
rchbruchs.
* Berlin, 18. 10. Die Bewegungen, die
sich seit einigen Tagen an der Westfront vollzogen
haben, lassen allmählich erkennen, daß es
slich um großeügige Bewegungen gehandelt hat,
die sich nach einem einheitlichen strategischen Manabwickelten.
Auch der militärisch - geschulte
Beobachter wird anerkemen, daß die Futsche
Führung dem eigentlichen Kn#pfreas der Ve
hinderung des Durchbruches, mit der zu Pe
den Gröhße und Einheitlichkeit der sesndlichen An.
Krengungen allen anderen Gesichtspunkten untergeordnet
hat. Sie beschreitet gugendlsckich weiter
in logischer Weise den Weg des Abwehr-