Full text : Also sprach Bismarck. Band II. 1870 - 1888. (2)

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unserer  Feinde  recht  scharf  aufs  Korn  zu  nehmen,  ebenso
jene,  die  sich  diesen  Alliierten  anschließen  möchten.  —  Sie
haben  also  im  Interesse  unserer  künftigen  Beziehungen  alles  zu
tun,  damit  sich  die  französischen  Geister  in  betreff  der  auswärtigen
  kirchlichen  Fragen  beruhigen.  Hüten  Sie  sich,  daß
die  Massen  nicht  fanatisiert  werden  unter  dem  Hinweise  der
verfolgten  katholischen  Religion;  denn  dann  würde  sich  bei
Ihnen  die  klerikale  Partei  alsbald  der  Regierung  bemächtigen,
alle  römischen  Beschwerden  zu  den  ihrigen  machen,  und  als
Folge  davon  würden  Sie  unfehlbar  in  einen  Krieg  mit  uns
hinein  gerissen.  Wir  dürfen  uns  nicht  erst  Ihrem  Angriffe  aussetzen.
  Wenn  es  schon  einmal  nötig  ist,  so  kämpfen  wir
lieber  in  zwei  Jahren  oder  in  einem,  als  daß  wir  warten,
bis  Sie  alle  Kriegsvorbereitungen  beendet  haben.  Und  so
erblicke  ich  denn  in  den  Tendenzen,  auf  die  ich  hingewiesen
habe,  ein  Warnungssignal,  das  für  beide  Staaten  von  Nutzen
sein  kann.

Ich  erhebe  nicht  die  Anmaßung  Ihnen  die  Maßregel  zu
bezeichnen,  die  Sie  zu  ergreifen  haben,  um  den  zahlreichen,
gegen  meinen  König  gerichteten  Hirtenbriefen  Einhalt  zu  tun,
und  was  ich  Ihnen  jetzt  sage,  ist  weder  ein  Fingerzeig  noch
ein  Rat,  worin  Sie  eine  Einmischung  in  Ihre  inneren  Verhältnisse
  erblicken  könnten.  Es  sei  weit  von  mir,  eine  Pression
auf  Sie  ausüben  zu  wollen,  und  die  Freiheit  und  die  Reifung
Ihrer  Entschließungen  zu  beeinträchtigen.  Aber  haben  Sie
denn  nicht  in  Ihrem  gesetzlichen  Arsenal  den  „appel  Comme
Tabus“  gegenüber  den  halsstarrigen  und  sich  mit  den  Rechten
des  Staates  in  Widerspruch  setzenden  Bischöfen?  Ich  glaube,
Sie  täten  gut,  damit  gegen  jene  Bischöfe  vorzugehen,  welche
gegen  uns  geschrieben  haben.  Wollen  Sie  diesen  Weg  nicht
beschreiten,  so  werden  wir  nicht  darauf  bestehen,  wir  werden
aber  alsdann  von  den  Waffen  Gebrauch  machen,  welche  Ihre
Gesetzgebung  bietet,  um  Beleidigungen  gegen  die  Person  unseres
  Herrschers  zu  fühnen.  Wir  werden  auf  das  Gesetz  vom