252
gemeinen Kriegsdepartement eine Technische Abteilung für Artillerieangelegenheiten
geschaffen. Die Artilleriewerkstatt zu Berlin wurde
nach Spandau verlegt, die zu Neiße 1870 aufgelöst.
Ingenieurkorps und Pioniere. Bei der Demobilmachung
bildeten die Pionierbataillone unter Auflösung der Ersatzkompagnien
5. Kompagnien. Sodann formierten laut A.K.O. vom 27. September
1866:
die 5. Kompagnien der Bataillone Nr. 1, 2, 5, 6 das Pionierbataillon Nr. 9,
die 5. Kompagnien der Bataillone Nr. 3, 4, 7, 8 das Pionierbataillon Nr. 10,
die beiden Reservepionierkompagnien und die beiden Pionierkompagnien des I. Reserve-Armeekorps
das Pionierbataillon Nr. 11.
Die 5. Kompagnie des Gardepionierbataillons wurde aufgelöst.
Nach vollendeter Formation wurden dem Bataillon Nr. 11 die
Stammannschaften und sonstigen Dienstpflichtigen der Kurhessischen
Pionierkompagnie und des Nassauischen Pionierdetachements einverleibt,
dem Bataillon Nr. 10 die noch Dienstpflichtigen des Hannoverschen
Ingenieurkorps. Dazu kam das sächsische Pionierbataillon
Nr. 12. Hessen hatte eine Pionierkompagnie. Die Pioniere erhielten
das Zündnadel-Pioniergewehr M/69, dazu ein aufzupflanzendes
Faschinenmesser mit Sägerücken.
Die Zahl der Ingenieurinspektionen wurde durch A. K. O. vom
23. Dezember 1867 auf 4 erhöht, denen 8 Festungsinspektionen und
4 Pionierinspektionen unterstanden. Die bisherige Bundesfestung
Mainz war preußisch geworden, die neuen Befestigungen an der
Jade (1869 Wilhelmshaven getauft), der Weser= und Elbmündung,
bei Sonderburg-Düppel, Friedrichsort (Kieler Bucht), Rendsburg,
Memel vermehrten die Zahl der festen Plätze. Die bei Magdeburg
schon vor dem Kriege geplanten und infolge der Kriegsgefahr provisorisch
erbauten Forts blieben als dauernde Anlagen erhalten,
die Kernumwallung wurde behufs Aufnahme des neuen Bahnhofs
erweitert. Chef des Ingenieurkorps und Generalinspekteur der
Festungen wurde am 3. Oktober 1867 Generalmajor v. Kameke.
Am 23. Dezember wurde eine Landesverteidigungskommission unter
dem Vorsitze des Kronprinzen eingesetzt, der der Chef des Generalstabes
der Armee, der Generalinspekteur der Artillerie, der Chef
des Ingenieurkorps und für den Kriegsminister der Direktor des
Allgemeinen Kriegsdepartements angehörten. Gleichzeitig wurde zur
Behandlung der technischen Fragen an Stelle der seit 1860 bestehenden
Ingenieurkommission ein Ingenieurkomitee errichtet, das für
die Entwicklung des Festungsbaus und die Kenntnis fremder
Festungen sowie für die Ausbildung der Pioniertruppe, des Brückenund
Telegraphenmaterials in einer ähnlichen Stellung wirken sollte,
wie sie für die Artillerie die Artillerieprüfungskommission besaß,
und in Fragen von gemeinschaftlichem Interesse mit dieser zusammenarbeitete.