Volltext : Geschichte der königlich Preußischen Armee. Band IV. (4)

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gemeinen  Kriegsdepartement  eine  Technische  Abteilung  für  Artillerieangelegenheiten
  geschaffen.  Die  Artilleriewerkstatt  zu  Berlin  wurde
nach  Spandau  verlegt,  die  zu  Neiße  1870  aufgelöst.
Ingenieurkorps  und  Pioniere.  Bei  der  Demobilmachung
bildeten  die  Pionierbataillone  unter  Auflösung  der  Ersatzkompagnien

5.  Kompagnien.  Sodann  formierten  laut  A.K.O.  vom  27.  September
  1866:

die  5.  Kompagnien  der  Bataillone  Nr.  1,  2,  5,  6  das  Pionierbataillon  Nr.  9,

die  5.  Kompagnien  der  Bataillone  Nr.  3,  4,  7,  8  das  Pionierbataillon  Nr.  10,

die  beiden  Reservepionierkompagnien  und  die  beiden  Pionierkompagnien  des  I.  Reserve-Armeekorps
  das  Pionierbataillon  Nr.  11.

Die  5.  Kompagnie  des  Gardepionierbataillons  wurde  aufgelöst.
Nach  vollendeter  Formation  wurden  dem  Bataillon  Nr.  11  die
Stammannschaften  und  sonstigen  Dienstpflichtigen  der  Kurhessischen
Pionierkompagnie  und  des  Nassauischen  Pionierdetachements  einverleibt,
  dem  Bataillon  Nr.  10  die  noch  Dienstpflichtigen  des  Hannoverschen
  Ingenieurkorps.  Dazu  kam  das  sächsische  Pionierbataillon
Nr.  12.  Hessen  hatte  eine  Pionierkompagnie.  Die  Pioniere  erhielten
das  Zündnadel-Pioniergewehr  M/69,  dazu  ein  aufzupflanzendes
Faschinenmesser  mit  Sägerücken.

Die  Zahl  der  Ingenieurinspektionen  wurde  durch  A.  K.  O.  vom
23.  Dezember  1867  auf  4  erhöht,  denen  8  Festungsinspektionen  und
4  Pionierinspektionen  unterstanden.  Die  bisherige  Bundesfestung
Mainz  war  preußisch  geworden,  die  neuen  Befestigungen  an  der
Jade  (1869  Wilhelmshaven  getauft),  der  Weser=  und  Elbmündung,
bei  Sonderburg-Düppel,  Friedrichsort  (Kieler  Bucht),  Rendsburg,
Memel  vermehrten  die  Zahl  der  festen  Plätze.  Die  bei  Magdeburg
schon  vor  dem  Kriege  geplanten  und  infolge  der  Kriegsgefahr  provisorisch
  erbauten  Forts  blieben  als  dauernde  Anlagen  erhalten,
die  Kernumwallung  wurde  behufs  Aufnahme  des  neuen  Bahnhofs
  erweitert.  Chef  des  Ingenieurkorps  und  Generalinspekteur  der
Festungen  wurde  am  3.  Oktober  1867  Generalmajor  v.  Kameke.
Am  23.  Dezember  wurde  eine  Landesverteidigungskommission  unter
dem  Vorsitze  des  Kronprinzen  eingesetzt,  der  der  Chef  des  Generalstabes
  der  Armee,  der  Generalinspekteur  der  Artillerie,  der  Chef
des  Ingenieurkorps  und  für  den  Kriegsminister  der  Direktor  des
Allgemeinen  Kriegsdepartements  angehörten.  Gleichzeitig  wurde  zur
Behandlung  der  technischen  Fragen  an  Stelle  der  seit  1860  bestehenden
Ingenieurkommission  ein  Ingenieurkomitee  errichtet,  das  für
die  Entwicklung  des  Festungsbaus  und  die  Kenntnis  fremder
Festungen  sowie  für  die  Ausbildung  der  Pioniertruppe,  des  Brückenund
  Telegraphenmaterials  in  einer  ähnlichen  Stellung  wirken  sollte,
wie  sie  für  die  Artillerie  die  Artillerieprüfungskommission  besaß,
und  in  Fragen  von  gemeinschaftlichem  Interesse  mit  dieser  zusammenarbeitete.