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bei der Fahne befindet, nur die Rücksicht maßgebend, daß das stehende
Heer die Kriegsschule für das Volk sein soll. Ein solches Heer ist und
bleibt ein Volksheer, welche Dienstzeit man auch im stehenden Heere annimmt,
und man weist ihm einen ganz falschen Standpunkt an, wenn man
es nur als dem Volke gegenüber gestellt sich denken kann.
Im Jahre 1848 kannte das preußische Volk in der Masse nur
zwei Parteien — eine für und eine gegen den Thron. Es hatte noch
keinen Begriff von der Stellung der Krone, durch die Gnade Gottes hoch
erhaben und unantastbar über den Parteien, noch viel weniger davon,
daß es unter den letzteren eine solche geben könnte, welche die tief im
Volke wurzelnde Liebe zu seinem Königshause nur als ihr Panier aufstellen
könnte, um nebenbei für ihre sehr speciellen und selbstsüchtigen
Zwecke zu werben. — Jetzt kennt schon der einfache Handwerker oder
Bauer seine Leute, und höchstens persönliche Abhängigkeit oder Interessen
lassen ihn den Schein annehmen, als wäre es nicht der Fall. Preußen
hat, Gott sei's gedankt, noch nicht gelernt, seinen König von seinem Volke
zu scheiden, im Begriffe sind sie ihm eins. Diejenigen, welche hier eine
Scheidemauer aufrichten möchten, thun es auf die eigene Gefahr, einst unter
ihren Trümmern begraben zu werden. — Das stehende Heer ist nichts
weiter, als ein bewaffneter Theil des Volks; erst die Armee ist das preußische
Volk in Waffen, beide gekettet an den Thron durch Bande, welche
Freud und Leid Jahrhunderte hindurch geschmiedet haben. Welche
Früchte würde es bringen, wollte man beide fortan zu einander in Gegensatz
gestellt betrachten? Vergebliche Mühe Derer, welche nur sich und
ihren Interessen, nicht dem Vaterlande leben! —
Die obwaltenden Umstände liegen so klar zu Tage, daß auch militärische
Schriftsteller mit Entrüstung den Gedanken zurückwiesen, als
könnte die Forderung der dreijährigen Dienstzeit mit der Idee in Verbindung
stehen, die Armee für Parteizwecke besser bearbeiten zu können,
etwa dadurch „eine Art von Soldateska zu schaffen, welche insbesondere
zu Staatsstreichen, unpopulären Kriegen 2c. geeignet wäre“. — Haben
aber dergleichen Absichten auch gewiß nicht in den maßgebenden Kreisen
stattgefunden, dennoch läßt sich der an mancher Stelle zu Tage getretene,
wenn auch ganz unbegründete, Argwohn damit entschuldigen, daß selbst
hochstehende Militärs die Frage über Dienstzeit auch mit den politischen
Partei-Standpunkten in Verbindung brachten. So sagte der General
v. Griesheim in seinen „Lebensfragen der Landwehr“ in Bezug auf
die vorgeschlagene dreijährige Dienstzeit S. 7: „Die Bataillone, die jetzt
während der ersten Ausbildungs-Periode der Rekruten kaum 200 Feuer-