Volltext : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1915. (81)

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Der  Weinbaubezirk  deckt  sich  mit  dem  sächsischen  Seuchengebiet  im  Sinne  der  Bekanntmachung
  des  Reichskanzlers,  betreffend  die  Bekämpfung  der  Reblaus  in  einigen
Weinbaugegenden,  vom  7.  Juli  1905  (R.-G.-Bl.  S.  690).

§  2.  Über  die  Grenzen  des  Weinbaubezirkes  dürfen  nicht  ausgeführt  werden

a)  Reben  oder  Rebteile  mit  Einschluß  des  trockenen  Rebholzes,  gebrauchte  Rebpfähle,
  Rebbänder  oder  Weinbaugerätschaften,  Dünger,  Kompost  oder  aus
Rebpflanzungen  entnommene  Erde  oder  einzelne  Bodenbestandteile,

b)  bewurzelte  Pflanzen  oder  unterirdische  Teile  von  Pflanzen,  die  im  Gemenge
mit  Reben  oder  in  der  Nähe  von  Reben  gewachsen  sind.  Als  in  der  Nähe
von  Reben  gewachsen  sind  nicht  anzusehen  Pflanzen  aus  solchen  Pflanzungen,
die  von  Reben  durch  einen  Zwischenraum  von  wenigstens  zwanzig  Metern  oder
durch  ein  anderes  Hindernis  getrennt  sind,  das  ein  Zusammentreffen  der
Wurzeln  ausschließt.

Ausnahmen  sind  zulässig  mit  Genehmigung  des  Ministeriums  des  Innern.

Die  Ausfuhr  von  Wurzelreben  oder  Blindreben  darf  nur  nach  vorheriger  Desinfektion
  erfolgen,  die  unter  Aufsicht  des  zuständigen  Beamten  des  Landes-Obstbauvereins
  vorzunehmen  ist.

Die  Ausfuhr  von  Tafeltrauben  darf  nur  erfolgen,  wenn  die  Tafeltrauben  in  wohlverwahrten
  und  dennoch  leicht  zu  durchsuchenden  Schachteln,  Kisten  oder  Körben
sich  befinden.

Das  Ausfuhrverbot  findet  keine  Anwendung  auf  den  Verkehr  zwischen  den  in
der  Bekanntmachung  des  Reichskanzlers  vom  7.  Juli  1905  bezeichneten  Teilen  des
sächsischen  und  des  thüringischen  Seuchengebietes.

§  3.  Die  Anzucht  von  Reben  in  oder  in  Verbindung  mit  Handelsgärtnereien,
Handelsbaumschulen  oder  anderen  Betrieben,  in  denen  Pflanzen  zum  Zwecke  des
Handels  herangezogen  werden,  sowie  die  Anzucht  von  Reben  zum  Zwecke  des
Handels  ist  verboten.

Ausnahmen  sind  zulässig  für  Anlagen  des  Staates.  Rebpflanzungen,  deren  Anlage
  hiernach  unzulässig  ist,  sind  dauernd  zu  beseitigen.

§  4.  Der  Marktverkehr  mit  Wurzelreben  oder  Blindreben  ist  verboten.

Personen,  die  mit  bewurzelten  Pflanzen  Handel  treiben,  dürfen  Reben  in  ihrem
Geschäftsbetriebe  weder  abgeben  noch  versenden.

§  5.  Jeder  Eigentümer,  Pächter  oder  Nutzungsberechtigte  eines  Grundstückes,
der  beabsichtigt,  darauf  Reben  zupflanzen  oder  zur  Erzeugung  von  Wurzelreben
Blindholz  einzusetzen,  ist  verpflichtet,  der  zuständigen  Verwaltungsbehörde  (§  8)  davon
  mindestens  vierzehn  Tage  vor  Beginn  der  Pflanzarbeiten  unter  genauer  kataster-