Volltext : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Uuser  30o0

En  Ausdruc.  eine  Wiederholung  solch  skanda-—
  V  sicherheitsgefährlicher  Vorgänge  zu
im.  Es  wurde  beschlossen,  ole  militärische
Sthem.  E.  rur  namentlich  in  der  bevorstehenden
  Sylvesternacht  bedeutend  zu  dereoe
und  nachdrucklichst  unter  Strafandrohung  vor
Uebertretungen  zu  warnen.  Die  Hausbesiher  u.
———“—  —  werden  aufgefordert,  oie
leibehörden  in  der  Bekämpfung  oes  Unsuges
  zu  unterstützen  und  die  nächtlichen  Ruhestörer
  im  Betretungsfalle  zur  Anziige  zu  bringen.

Volksrat  Geistaller  erklärt  namens  des
Sozgialdemokratischen  Vereins  und  der  Gewerl.
n,  daß  diese  Organisationen  derartige  Auseitungen
  mit  aller  Entschiecenheit  verurteilen.
Bebauerlich  sei,  daß  solche  Vorkommnisse  zu  p.
Zwecken  ausgenützt  werden.  Der  V.

und  S.-Nat  müsse  hier  energisch  Wandel  schaffen.

Im  Zusammenhang  mit  dieser  Debatte  wurde
von  den  Mitgliedern  des  Volksrates  sowohl  als
den  Soldatenräten  in  khrer  Gesamtheit  lebhaft
Aage  geführt  über  die  Person  und  das  Gebaren

d#es  Eoldatenratsvorsitzenden  Kopp,  der  von
v#eshierenen  Rednern  als  Anhänger  ver
Spartakusgruppe  bezeichnet  wird.  Kopp
sei  nicht  Mitglieo  der  Sozialdemokralie,  ja,  er
gehöre  nicht  einmal  der  Organisalion  der  Unabhängigen
  an,  verfüge  jedoch  üb·  grobe  Gelomittel,
  deren  Herkumt  sehr  dunkel  sei.  Wegen

s  sportmäßigen  Automobilfahrens  und
####t  Vorgänge  sei  er  wiederholt  vom  V.=  u.

SKat  zur  Ordnung  verwiesen  morden.  Neuerdings
  habe  er  das  Automobil  des  V.=  und  S.=Rates
  zu  Lustfahrten  nach  München  und  zur
—m  zu  nächtlichen  Tanzvergnügungen  in  der

nierung  benutzt.  Nach  der  einmütigen  Andes
  V.=  und  S.-Rates  müssen  die  Ausitungen

  dieses  Herrn  und  sein  großspuriges
ftreten  die  Sache  der  Revolution  schwer  schädigen,
  da  sie  zu  Unrecht  dem  V.=  und  S.-Rat
in.  die  Schuhe  geschoben  werden,  der  sie  auf  das
chärfste  verurteile.  Ein  bürgerliches  Mitglied
s  Volksrates  führte  in  der  Debatte  aus,  daß
er  es  abiehnen  müsse,  mit  dem  Soldatenrat
weiter  zusammen  zu  arbeiten,  wenn  dieser  seinen
Vorsitzenden  nicht  in  den  richtigen  Schranlen
u  palden  vermüöge.  Verschiedene  Soldatenräte
bellagen  sich  sehr,  daß  es  nicht  möglich,  sei,  die
PTerson  des  Herrn  Kopp  loszubelommen,  dessen
enehmen  auch  sie  auf  das  entschiedenste  verurteilen.
  Kopp  habe  es  verslanden,  sich  bei  der
3.  Kompanie  des  Garnisonsbataillons  einen
großen  Anhang  zu  verschaffen,  so  daß  es  nicht
ausgeschlossen  ill,  daß  es  bei  einem  entschiedenen
Vorgehen  gegen  ihn  zu  sehr  unliebsamen
Srltlv  kommt.  Diese  Anhänger
opps  haben  sich  bei  einer  Zecherei  in  einem
hlesigen  Kaffee  als  Leibgarde  Kopps  aufgepielt.

  Auf  keinen  Fall  könne  lich  Kopp

weiterhin  als  NMorgitzender  des  Soldatenrates
  betrachte

In  *  —3  kanen  folgende  Beschlũsße


notwendigen  Maßnahnten  zu  treffen,  um  unnötige

  und  aupeerdienstliche  Automobilfahrten
Der  Volksrat  stellt  dem  Solzu

  verhindern.
datenrat  anheim,  einen  anderen  Vorsibenden

  für  den  Solta  tenrat  zu

wählen  oder  zu  bestimmen.“
In  der  Debatte,  die  einen  äußerst  interessanten

Veclauf  nahm,  ersuhr  man  weiter,  daß  die
Spartakusleute  auch  in  Nosenheim
einen  Anhang  zu  gewinnen  suchen  und
Daß  dieser  Tage  hier  ein  Matrofe  mit  großen

Geldmitteln  eine  rege  „Werbetätigk#t“  entfaltete.
  Weiter  teilte  der  Vorsitzende  Göpfert  mit,
Tab  bei  der  St##tzung  der  deutschen  A.,  und  S.“
Rãte  in  Berlin  milgeteilt  wurde,  daß  die  Gelder,,
  die  aus  Ruhlano  für  die  deutsche  Spartakusb#wegung
  zur  Verfügung  gesiellt  wurden,  in
Werllichleit  von  deutschen  lapitalistichen
  Kreisen  stammen.  In  Berlin  liegen
950  obo  Mark  derartige  Gelder,  die  die  Spaztakusleute
  sch  nicht  abzuheben  getrauten,  nachdem
  man  ibren  oeren  Heriunft  Wielen  habe.

J#fan  Himuel  935  ene,

Naman  vot  Plo  ruhdm

Par  der  Gesell,  den  er  am  Osen  beschäftigt
fand,  beias  noch  Fassung.  Apollonius  eilte  mit
Laternen  nach  dem  Dachgebäll,  um  sie  da  aufzuhängen.
  Die  Leitertreppe  rm  ulcht  o
unter  seinen  Füßen;  er  war  zu  eilig,  das  zu
Wn  Innen  am  Dachgebaͤll  Vurve  Apollonius
  keine  Spur  von  einem  beginnenden
Brande  gewahr.  Weder  der  Schwefelgeruch,  der
einen  elschian  bezeichnet,  noch  gewöhnlccher
Rauch  war  zu  bemerken.  Apollonius,  hörte  seine
Begleiter  auf  ver  Treppe.  Er  rief  ihnen  18,  *5
sei  hier.  In  dem  Augenblicke  zuckte  es
zu  allen  Turmluken  herein  und  —  varauf
  rüttelte  ein  prosselnder  Donner  an  dem
Turm.  Apollonius  stand  erst  wie  betäubt.
Hätte  Kürlich  nach  einem  Balken!

nach  der
*—#  e.
—.  ——“

kaut“  zann  der  von  der  Oefsfentlichleit
dem  V.=  und  S.-Rat  übermittelten  Klagen  d
über  dus  Verhaiten  des  Soldatenratsvorsitzenden
  ersucht  der  Volfsr#a#  den  Soldatenrat  die

pesenpeter  28.  Dez.

Herr  Studienrat  Jakob,  der  verdiente
  Reltor  der  Realschule  gasobem  ist  von
hier  meggezogen,  um  die  Jahre  seines  Ruhestandes
  dub  zerhalb  unserer  Innstadt  zu  genießen.
Mehr  als  40  Jahre  lebte  der  verdiente  Schulmann
  in  unserer  Stadt.  Ueber  das  Wirken  des
Herrn  Rektor  Jalob  wire  zu  gegebener  Zeit
noch  zu  reden  sein.  Für  heute  sagen  wir  ihm
ein  herzliches  Lebewohl!

Silberhochzeit.  Die  Wagenwärtergehilfens-Ehegatten
  Peter  und  Amalie  Brückner
feiern  heute  das  Fest  der  Silbernen  Hochzeit.
Zwei  Söhne,  Anton  und  Peter  Brückner,  waren
seit  Kriegsbeginn  im  Felde.

Mit  dem  preußischen  Verdiensttreuz
  für  Kriegehilse  wurden  ausgezeichnet:
  Frl.  Käthi  Zimmermann,  Arobrantin,
Franz  Metzger,  Buchhalter,  Josef  Maier,
meister,  Josef  Liebl,  Meister  im  Eranatfüstwerk,
sämtliche  in  der  Pulverfabril  Stefanskirchen.
Der  Verein  für  Säuglingsfürsorge
erhielt  durch  Volksrat  Heimich  Geistaller  300

ark  überwiesen  als  Reinertrag  des  Glückshafens
  aunläßlich  der  Weihnachtssfeier  des  Soldatenrates
  Rosenheim,  bei  der  belanntlich  eine
große  Anzahl  Nosenheimer  Kriegerswitwen  und
(waisen  beschenkt  wurden.

Weitere  Beschlagnahmungen  sind  gestern
  durch  die  Polizeiabteilung  des  V.=  und  S.=Vote
  erfolgt.  Es  wurden  36  neue  Mäntel  und

4  Paar  Schnürschuhe  vorgefunden.  Ein  Mann
1  eine  Frau  wurden  verhaftet.

Einbruchsdiebstähle.  Unter  Bezugnahme
  auf  die  gestern  unler  dieser  Stichmarie
gebrachte  Mitteilung  von  der  Aufdeckung  um
fangreicher  Diebstähle  und  Einbrüche  in  der  Sa
nierung  und  der  Aufsindung  der  entwendeter
Gegenstände  im  .„Fürstätter  Hof“  ersucht  un:
der  Wirtschaftspächter  des  genannten  Gasthofes
  um  die  Feststellung,  daß  das  entwendete
Gut  nicht  in  seiner  Wohnung  ausgefunden  wurde
Soldalen  hätten  in  seinen  Wirtschaftsräumer
wohl  Pakete  h.  ntersiellt;  von  deren  Herkunft  u
Inhalt  habe  er  jeroch  keine  Kenntnis  gehabt.
Weiter  ersucht  uns  ein  Anwohner  des  genannten
  Gasthofes,  Michael  Süß,  Zimmerei  u.  Bauschreinerei
  um  die  Mitieilung,  daß  in  seiner
Wohnung  nichts  vorgefunden  wurde.  Lediglich
in  einer  Wohnung  dcb  Fürstätter  Hofes  seien
Gegenstände  beschlagnahmt  worden.  Der  Großtell
  der  Waren  wurde  auf  oben  geschilderte  Art
in  der  Wirtschaft  hinterstellt.

Die  Kopelle  Berr  veranstaltet  im  Hotel
Eillitzer  am  Sylvesterabend  eine  Syloesterfeier
mit  anschließendem  Tanz“

Die  Künstlerkonzerte  des  bekannten
Trios  des  Konzertmeisters  Mayer  finoen  seit
einiger  Jeit  wieder  im  Kaffee  Ralhaus  statt.
!Sie  erfreuen  sich  eines  regen  Zuspruchs  und
sinden  lebhaften  Beifall.  Wegen  des  Wegzuges
des  Herrn  Konzertmeisters  Mayer  können  nur
noch  wenige  Konzerte  stattfinden.  Es  empfiehlt
sich  daher  ein  reger  Besuch  der  verschiedenen  Ab-- 



 

Samstag,  abend.

Vorsicht!  Von  einigen  Orten  des  Bezirks
wird  gemeldet.  oaf  sich  in  die  Feststellungslisten
für  die  Wahlen  auch  jugendliche  Personen  eingelragen
  haben,  die  das  wahlfähige  Alter  noch
nicht  erreicht  haben.  Eine  genaue  Nachprüsung
der  Hauslisten  wird  daher  unumgänglich  notwendig
  sein.

Ju  dem  Artikel  „Ausnützung  der
Wasserträste“  wird  uns  geschrieben:  Der
weltbelannte  Wasserfachmann  Ingenieur  Joham
  Hallinger  hat  ein  Buch  herausgegeden,
welches  bei  allen  Buchhandlungen  oder  beim
Verlag  Joseph  Huber  in  Diessen  vor  München
für  den  Betrag  von  3.  Mk.  zu  erhalten  ist.  Die.
ses  Buch  enthält  hochinteressante  Schilterungen
über  unjere  lelummernden  ungeheuren  bayerishen
  Wasserlräfte  und  Natmnschätze,  die  uns
Bayern  wirtschaftlich  eminenten  Nutzen  bringen
würden.  Es  ist  nur  zu  bedauern,  daß  diese  nicht

worden,  aber  vor  Schrecken  a  auf  den  bersten
Treppenstusen  stehen  geblieben.  „Herauf!“  rief
ihnen  Apollom  Fl.  Schnell  das  Wasser!
ie  Spritze!  In  oiese  Seite  muß  es  geschlagen
bobern,  von  da  lam  Luftdruk  und  Schwefelgeruch.
Schnell  mit  Masser  und  Spritze  an  die  Ausfahrtür.“
  Der  JZmmermeister  rief,  schon  auf
der  Leitertreppe,  hustend:  „aber  der  Dampf!“"
,Nur  schnell!“  entgegnete  Apollonius.  „Die
Aussahrkür  wird  meht  Luft  geben,  als  uns  lieb
ist."  Der  Maurer  und  der  Schornsteinfeger  folgten
  dem  Zimmermanm,  der  die  trug.
so  schnell  als  möglich,  mit  der  Spritze  bie-  Leilertreppe
  hinauf.  Die  anderen  brachten  Eimer
lalten,  der  Gesell  elnen  Topf  heißen  Wassers,
um  durch  Zugießen  das  Gefrieren  zu  verhindern.
In  solchen  Augenblicken  hat,  wer  Ruhe  zeigt,
os  Vertruen,  und  dem  ch  ten  Tätigen  un-D
  bwere  sich  dle  andern  ohne  Frage.  Der  Bretach
  der  Aussahrtür  war  Soael  durch
5  rhae  Anordnung  Apollonius  fand
rennoch  allas  im  Augenblick  seinen  Matz,  J
“n  lonius  Türe  stand  der  Zim-Wermam,
  dann  die  Spritze,  dann  der  Maurer.

schon  längst  ausgebaut  wurden.

 

schiedsveranstaltungen  der  um  unser  Musilleben  ralungsgegenstände  zu  zahlreichem  Besuch  einverdienten

  Vereinigung.  Nächstes  Konzert  heute,
ein  hält  morgen,  Sonntag,  abends  8  Uhr,  im

 

 

Rosenhelnier  Anzelger

Wer  aber  die
tieferen  Gründe  kennt,  wixd  sich  nicht  wundern
daß  dies  bisher  nicht  geschah  und  auch  so  nach
nicht  geschehen  wird.

Die  Polizeistunde  am  Sylvesterabend
  wird  voraussichtlich,  wie  im  Voriahre,
auf  1  Uhr  festgesetzt  werden.  Das  Ministerium
des  Innern  hat  diese  Regelung  in  einem  an  den
Demobilmachungskommissar  erstatteten  Gutachten
  befürwortet.

Die  Gastwirt  chaften  u.  der  Schleichhandel.
  inisterium  des  Innern  hat
die  elln  l  angewiesen,  die  Wirte
und  ihre  Berufsvereinigungen  unter  neuerlicher
Warnung  vor  dem  Schleichhandel  von  oer  Begründung
  eines  am  5.  Dezember  ergangenen  Urteils
  des  Obersten  Landesgerichts  zu  verständigen,
  in  dem  es  u.  a.  heißt:  Jeder,  der  gewerbsmäßig
  bei  dem  Vorhandensein  der  sonstigen
Voraussetzungen  des  §  1  der  Schleichhandelsverordnung
  Achenurritig  erwirbt  und  veräuhbert,
wird  von  der  Strafbestimmung  getroffen.  Ob
die  Lebensmitlel  in  dem  erworbenen  oder  in
einem  von  dem  Weiterveräuherer  be-  oder  ver.
arbeiteten  Zustand  entgeltlich  weiter  abgegeben
  wercen,  ist  gleichgültig,  weil  die
Lebensmittel  durch  die  verschiedene  Be=  und  Verarbeitung
  die  Eigenschaft,  dem  menschlichen  Körper
  zugeführt  zu  werden,  nicht  verlieren.  Darum
fallen  alle  Wirte,  die  Fleisch  gewerbs-4
  erwerben  und  nach  vorheriger  Jubereitung
  an  ihre  Speisegäste  in  gewinnbringender
Absicht  verkausen,  unter  die  Verordnung.
Solche  Wirte  können  auch  nicht  als  Verbraucher
von  Lebensmitteln  erachtet  werden;  denn  Verbraucher
  von  Lebenemitleln  sind  nur  diejenigen
Personen,  die  die  Lebensmittel  zur  Befriedigung
hrer  leiblichen  Bedürfnisse  verzehren  oder  geniesen.


ie  Fremdenverkehrssperre.  Laut
e  n  ist  damit  zu  rechnen,  daß  die

liche

 

Fremdenverkehrssperre  für  die  bekannten  Gevirgsorte
  bis  zum  31.  März  1919  verlängert
wird.

Zunahme  der  Ehescheidungen.  Nach

eer  Statistischen  Korrespondenz  hat  die  Jahl,
er  Sescheidungen  in  Preußen  1917  wieder  um
ein  Sechstel  gegen  das  Vorjahr  zugenommen.
Als  Scheidungsgrund  wird  in  erster  Linie  eheliche
  Untreue  genannt,  wobei  die  Jahl  der  Fälle,
in  denen  die  Frau  als  schuldiger  Teil  erklärt
wird,  gegen  die  Frieoenszeit.  stor  gestiegen  ist.
Aus  bem  Partelleben.

Als  Kandidat  der  Deutschen  Volkspartei
  für  die  Wahllreise  Berchtesgaden,  Reicheshalle
  Laufen,  Tittmoning,  Altötting,  Mühl.
dorf,  Trostberg,  Traunstein,  Prien  und  Rosen

heim  wurde  Herr  Bezirkstierarzt  Eugen  Groll!#

von  Traunstein  aufgestellt.
Vereine  und  Versammlungen.
Kathol.  Kasino.  Am  kommenden  Snntag,
  nachmittags  4  Uhr,  findet  eine  Vereinsversammlung
  mit  wichtigem  Vortrag  statt.  Die
Mitlglieder  find  infolge  der  Dringlichkeit  der  Be- 



geladen
Der  katholische  Dienstmädchenver=Flötzingersaale

  seine  Weihnachtsfeier  mit  Theater
  und  GElückshafen  ab,  wozu  die  verehrlichen
Herrschaften  und  alle  Dienstmäpchen  der  Stadt
freundlich  eingeladen  werden.  (Siehe  Inserat!)

Der  kath.  Handelsgehilfinnen=  u.
Beamtinnen-Verein  schreibt  uns:  Wiihnachten
  vor  dem  Frieden!  Was  das  bedeutet,
sprach  H.  H.  Präss  Stadlkaplan  Schönlinner
in  der  gestrigen  ereinsversammlung  aus  in
einem  wichtigen  Vortrag  über  die  politische  u.
wirtschaftliche  Lage.  Es  war  hierin  besonders
bervorgehoben  die  Not  der  Zeit  und  das  Gebzt
der  Stunde  an  o##e  Frauen.  Sodann  wurde  belanmtgegeben,
  daß  der  Verein  der  Baherischen
Volkspartei  als  lorporatives  Mitglied  ange-Hlosten
  ist.  Vom  H.  H.  Bezirkspräses  Götzel-München

  angeregt,  wurde  der  Name  „Maria-Stella“
  in  allen  süddeutschen  Vereinen,  auch
beim  Rosenheimer,  miedergelegt.  Er  nennt  sich

Die  Spritze  war  so  gewendet,  daß  die  beiden
Männer  die  Drucstangen  vor  sich  hatten.  Jwei
starke  Männer  konnten  das  Druckwerk  bedienen.

Hinter  dem  Maurer  stand  der  Schieferdeckergeselle,
  um  über  dessen  Schulter,  so  oft  es  nötig,
von  dem  heißen  Wasser  zzugießen.  Andere  betrieben
  des  Gesellen  vorheriges  Geschäft;  sie
schmolzen  Schnee  und  Eis,  und  behielten  das  gewonnene
  Wasser  in  der  geheizten  Türmerstube,
damit  es  nicht  wieder  zu  Eise  fror.  Andere  waren
bereit,  als  Zuträger  zwischen  und
Türmerstube  zu  dienen,  und  bildeten  eine  Art

Spalier.

Während  Apollonius  mit  raschen  Worten  u.
Winken  den  Plan  dieser  Geschäftsordnung  dem
Zimmermann  und  Muurer  mitteilte,  die  m
dann  in  Ausführung  brachten,  hatte  er
Dachleiter  schon  in  der  Rechten  und  griff  mit  *
Linten  nach  dem  Riegel  der  Aussahrtür.  Die  !

Leute  hatten  die  bes  Fhoffeang,  aber  als  durch

 

die  geöffnetoa  Türe  der  Sturm  Hiceinpfiff,  dem

½  die  enr  Ko  "  h
n

warf  und  heulen  —

Sonntag,  20.  Dezember  1018

nunmehr  „Kath.  Handelegehilsimmen-  und  Beamtinnen.
  Verein  Rosenheim“.  Der  unterhalt=Teil
  der  Vereinsversammlung  bestand  in
einer  einsachen,  aber  dor  geschmackvollen  Thrist
baumfeier.  Während  der  Weihnochtsbaum  im
vollen  Glanz  erstrahlte,  entbot  der  Vereinschor
zwei  hübsche  Christlieder.  Die  Feier  gipfelte  in
r  Darbietung  von  Krippengentäden  berühmter
Meister  in  Lichtbildern.  H.  H.  Ka-#lan  Bergmaier
  verstand  es  trefflich,  uns  hiern  mit  dem
erläuternden  Tert  den  Weroegang  der  Malerei
der  verschiedenen  Schulen  in  diesen  Krippendarseilungen
  ersichtlich  zu  machen,  angefangen  von
kindlich  frommen  Schaffen  oer  ersten  christichen
  Zeit  bis  herauf  zur  Kunst  des  Mittelalters
  und  der  Nenzeit.  Die  Schönheit  dieser
Vilder  und  ihr  Biloungswert  ist  von  unseren
Mitgliedern  freudig  erkannt  worden.
1  Aosenheimer  Lich  piele.
Sdtuenematograyk  usnen  Dreimäderlhaus,-,
  Schuberts  berühmter  Liebesoman,
  wird  nun  auch  in  Rosenheim  vom  Samsbis
  Dienstag  zu  sehen  sein.  Wir  gewinnen
P  einen  fesselnden  Einblid  in  das  Leben  dieses
dn  Tondichters,  der  wie  so  viele  andere
Km  tler  sein  Leben  in  bitlerster  Armut  verbrachte,
  während  ihm  die  „Nachwelt  Deulmäler
  setzte.  Der  lteizende  Film  fesselt  durch
spannende  Handlung  uno  gediegenes  Spiel  vom
Anf##ng  bis  zum  Ende.  Dem  Hauptstäck  schlieht
sich  ein  hübsches  Lustspiel  „Die  schöne  Spanierin“
  an.  Nach  dem  Programmwechsel  rl*is
langt  ein  hübsches  Schauspiel  „Der  Dorflump“
mit  sehenswerten  Nebenstlicken  zur  Vorführung.

Letie  Dariche

Die  Berliner  Krise.

s  Berlin,  28.  12.  (Drahtb.)  Der  Zentralrat
hat  heute  vormittags  zunächst  für  sich  allein
beraten.  Die  gemeinsame  Sitzung  mit  den
Volksbeauftragten  zur  Lösung  der  Krise  findet
heute  nachmittags  slatt.

Eine  Folge  der  Verliner  Vorgänge.

#  Basel,  28.  12.  (Drahlb.)  Die  Nachrichten
aus  Deutschland  sind  so  ernst,  daß  die  englische
Negierung  der  französischen  Aufsassung  beipflichtet,
  mit  der  machtlosen  deutschen  Regierung
irgend  welche  Verhandlungen  über
den  Friedennichtunufzunehmen.  Jedenfalls
  ist  der  Friede  in  sehr  weite  Ferne  geruckt.

 

Gerüchte  von  einer  Ermordung  des

Kaisers
*  Zürich  26.  12.  (Drahw.,  Einer  Havasmeldung
  zufolge  verzeichnen  Pariser  Blätler  das
Gerücht  von  der  angeblichen  Ermordung
aiser  Withelms.

«  Funkentelegrafische  Verbindungmir

nrussischen  Bolschewisten.

s  #Ge  26.  12.  (Drahtb.)  Hier
liegen  Nachrichten  vor,  wonach  die  Spartakusgruppe
  in  Deutschl  and  mit  russischen  Volschewiki
in  ständiger  funkentelegrafischer
Verbindung  steehen.

Die  Lage  in  Posen.

s  Berlin,  28.  12.  (Drahtb.)  Bei  den  deutschpolnischen
  Straßenkämpfen  in  Posen  wurden
zum  Teil  Maschinengewehre  und  Handgranaten
  benutzt.  Die  Zabl  der  Toten  und  Verwundeten
  ist  groß,  konnte  aber  no#h  nicht  genau
feslgestellt  werden.

Aus  dem  provisorischen  baverischen
Nationalrat.

München,  28.  12.  (Draht#.)  Bei  der
heutigen  Tagung  des  provfsorischen  Naiionalrats,
  zu  der  die  Abgeoroneten  aus  der  Pfalz  wegen
  der  Sperre  der  Brückenköpfe  über  den  Rhein
durch  die  Franzosen  nicht  erscheinen  konnten,  forderte
  eine  Interpellation  der  demokratischen
Fraktion  den  Schutz  der  Wahlfreiheit  und  des
Wahlergebnisses.

Wetterbericht  für  Somtag,  den  29.  Dezember:

Trfrischende  Winde  aus  Süd  bist  West.  weitere

Temperatursteigerung,  Schnee  in  Reg  über-«
  gehend.

 

auf-  und  abpolterte  und  Blitz  auf  Blitz  bleudend
  durch  die  dunfle  Oesfnung  brach,  da
wollte  der  X.I  ie  Hand  von  dem  vergeblichen
  Werke  abziehen.  #boilonide  mußte  sich
mit  dem  Rücken  gegen  die  Türe  kehren,  um  atmen
  zu  können.  Dann,  beide  Handflächen  gegen
  die  Verschalung  oberhalb  der  Türe  gestemmt,
  bog  er  den  Kopsf  zurück,  um  an  der  äuheren
  „Dachfläche  hinaussusehen.  #ech  ist  zu
retten“,  rief  er  angestrengt,  damlt  die  Leute
vor  dem  Sturm  und  dem  ununterbrochenen  Rollen
  des  Donners  un  vorstehen  konnten.  Er,  etgriff

  das  Rohr  des  kürzesten  Schlauches,  dessen
  unteres  Erne  der  Zimmermann  eirschraubend
  an  der  Spitze  brfestigte,  g  wand  sich
den  oberen  Teil  um  den  Leib.  „Wo#  ich  zweimol
  hintereinander  den  Schsauch  —  drückt
Meller,  wir  reiten  r-  Kichhe,  vielleicht  die

los.
“m  rechte  Hand  die  Verschal

nd  gegen  die  Verschalung  gestemmt,
  bog  er  1  aus  der  Ausfahrtür;  in  der
linen  hielt  er  die  leichte  Dachleiter  frei  hinaus,
um  sie  an  dem  nächsten  Dachhaken  über  de.  Türe
an#m#hängen.  Foril.  solgt)