Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1887. (14)

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Vertrage  sich  von  selbst  rechtlich  ergebender  Klagsanspruch  seiner  Art  und  seinem  Fundamente
nach  civilrechtlicher  Natur  sei,  und  hieraus  nach  Maßgabe  der  formellen  Kompetenzvorschriften
  in  dem  Art.  37  des  bayerischen  Einführungsgesetzes  vom  10.  November  1861,
"  Art.  8  Ziff.  2  des  bayer.  Ger.-Verf.-Gesetzes  vom  10.  November  1861,

Art.  106,  108,  109  des  bayer.  Pol.-Str.-Gesetzbuches  von  1871,

§.  23  Ziff.  2  des  Deutschen  Reichsger.-Verf.-Gesetzes  vom  27.  Januar  1877
die  Zulässigkeit  des  Rechtsweges  für  den  erhobenen  Anspruch  begründet  erscheine,  unter
Ausschluß  der  früher  nach  Maßgabe  des  §.  88  der  Instruktion  für  die  Polizeidirektion  vom
24.  September  1808  und  der  Ehehalten-Ordnung  vom  2.  Mai  1781  für  alle  in  der
letzteren  Dienstboten-Ordnung  vorgesehenen  Streitfälle  begründeten  Zuständigkeit  der  Polizeibehörden,
  welch'  letztere  für  Streitfälle  der  vorliegenden  Art  nirgends  speziell  vorbehalten
worden  sei.

Das  Urtheil  des  Landgerichts  Bamberg  vom  22.  April  1885  führte  hiegegen  in
seinen  Entscheidungsgründen,  und  zwar  im  Wesentlichen  übereinstimmend  mit  dem  Urtheile
des  Amtsgerichts  Bamberg  1  und  den  Erörterungen  der  Berufungsbeantwortung  der  Beklagten
  Andreas  und  Auguste  Hofmann,  aus:

In  älterer  Zeit  sei  das  Dienstbotenwesen  sowohl  nach  seiner  öffentlich  rechtlichen,  als
nach  seiner  privatrechtlichen  Seite  durch  Dienstboten-Ordnungen  geregelt  und  deren  Handhabung
  ausschließend  den  Polizeibehörden  überwiesen  worden,  unter  diesen  Ordnungen  komme
insbesondere  das  churbayerische  Mandat  vom  2.  Mai  1781  in  Betracht,  welches  zwar  in
Oberfranken  nicht  formell  zur  Einführung,  wohl  aber  im  Wege  des  Gewohnheitsrechtes  zur
Geltung  gelangt  sei,  insbesondere  auch  wieder  in  den  noch  heute  geltenden  ortspolizeilichen  Vorschriften
  „das  Dienstbotenwesen  in  der  Stadt  Bamberg  betreffend  vom  1.  Juli  1862“
seinen  Ausdruck  gefunden  habe  und  in  Art.  16  bestimme,  daß  die  Polizeibehörde  auf  Anrufen
  des  Dienstboten  ein  demselben  von  seinem  Dienstherrn  ertheiltes  ungerechtfertigtes
Dienstzeugniß  von  Amtswegen  zu  berichtigen  habe.

Aus  jener  früheren  ausschließenden  Zuständigkeit  der  Polizeibehörden  habe  nun  die
Gesetzgebung  von  1861  alle  jene  Streitfälle  zwischen  Dienstherrschaften  und  Dienstboten  ausgeschieden
  und  den  Gerichten  überwiesen,  bei  denen  es  sich  um  civilrechtliche  Fragen  handelt;
da  nun  die  Verpflichtung  zur  Ausstellung  von  wahrheitsgetreuen  Dienstzeugnissen  im
Dienstbotenbuche  offenbar  keine  privatrechtliche  Grundlage  habe,  namentlich  weder  aus  dem

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