Full text : Deutsches Wörterbuch. Erster Band A-G. (1)

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des  raubthiers  fährte  zu  erkunden  Schiller  Kampf  mit
d.  Dr.;  refl.  mit  Gen.:  nachdem  ich  mich  der  sachen
mit  fleisz  erkundet  Luther  3,  4095;  mit  nach:  ich
soll  mich  nur  nach  euch  erkunden  Lessing  Nath.  1,5;
dazu:  die  erkundung  des  stofflichen  und  sinnlichen
Keller  Sinnged.  6.  —  erlkundigen  (mit  Umlaut  erkundigen
  im  16./17.  Jh.),  wie  erkunden:  ein  sach  gar
eigenlich  erkundigen  Maaler:  der  gottlosen  ansehlege
wird  man  erkundigen  Weish.  Sal.  1,  9  Variante;  seiner
unterthanen  leben  und  sitten  zu  erkundigen  Simpl.
,  255;  ich  hab  des  orts  gelegenheit  erkundigt  Schiller
Wallenst.  Tod  5,  2;  refl.:  sollen  wir  uns  bei  dem  erkundigen?
  Heyse  20,  379;  mit  Gen.,  abhäng.  Satze
oder  nach,  um:  da  ich  aher  mich  wolte  erkündigen
der  ursache  Ap.  Gesch.  23,  28;  erkundiget  euch,  ob
jemand  darinnen  sei  Matth.  10,  11;  ch  sie  sich  des
wegs  ..  erkundiget  Simpl.  2,  256;  sich  meines  wollbefndens
  zu  erkundigen  Wieland  Ag.  7,  9;  er  hat
sich  angelegentlich  nach  dir  erkundigt;  indem  ich  mich
nun  bei  ihm  um  das  alterthum  erkundigte  Goethe
Du  W.  6.  —  Erkundigung,  k.  Ersorschung  und  so  erlangte
  Kunde;  explorat#o  Maaler:;  e.  einzichen,  erlangen;
  die  erkundigungen  uber  ihn  lauten  gunstig.
—  erkünsteln,  künstelnd  hervorbringen:  haben  je  eine
regimentsverfassung  erkunstelt  Sturz  1,  42;  mit  erkunstelter
  gleichgultigkeit  Schiller  5,12;  vach  erkunstelten
  thränen  Rosegger  Waldschulm.  307.  —
erlüren,  neuere  Präsensform  zu  dem  Prät.  erkor  statt
erkiesen  (s.  d.  und  küren):  viel  eitles  blendwerk  wird
er  sich  erküren  Geibel  1,  222;  so  will  ..  ich  flucht
und  fahrt  erkuren  2,  119;  wos  wieder  ein  neues  Prät.
gebildet  ist:  worauf  sich  jeder  einen  platz  erkurte
Heyse  3,  62.

Erlabmen,  lahm  werden,  mhd.  erlamen:  erlamen
muezen  im  diu  dein  Walther  28,  23;  erlamete  wolfsweichen
  Garg.  114;  mit  erlahmten  reglosen  bänden
Keller  Seldw.  1,  109;  frei:  die  qual  erlahme  an  meinem
stolz=  Schiller  Ränb.  4,  5;  wenn  sinn  und  verstand

.  nieht  erlahmen  muszten  an  tucke  und  unvernunft
Heyse  Par.  2,  333.—  erlangen,  langend  ergreifen,  erreichen,
  mhd.  erlangen:  so  mac  mich  kein  trüren  erlangen
  v  Buwenburg  5,  28;  ich  kann  den  ast  gar
wohl  erlangen  Adelung:  von  dort  herab  kann  ihn
mein  pfeil  erlangen  Schiller  Tell  4,  3;  auch  reisend,
laufend  erreichen:  wir  erlangten  bald  den  ort  Simpl.
2,  161;  die  nacht  uberflel  uns,  ehe  wir  die  stadt  erlangen
  konnten  Adelung;  zeitlich  erreichen:  das  wir
beide  gesund  mögen  unser  alier  erlangen  Tob.  8,  10;
erreichen,  erwerben,  in  Besitz  bekommen:  barmherzigkeit
(Spr.  Sal.  5,  5),  gnade  (Judith  3,  9),  weisheit  (Sir.
1,  6),  ehre  (4,  14),  kreiheit  (2.  Macc.  2,  23),  geleit
(I.  Macc.  6,  49),  erde  (2,  56),  jene  welt  (Lue.  20,  35),
kleinod  (1.  Cor.  9,  24)  u.  s.  w.;  wenn  nun  eins  von
diesen  vieren  (Temperamenten)  die  oberhand  erlangt
pers.  Baumg.  8,  12;  das  endlich  spät  erlangte  gluck
Goethe  Wahlverw.  1,  1;  fassung  zu  erlangen  Gaudy
Erz.  181;  belft  uns  gehör  erlangen  Heyse  20,  75;  mit
abjüng.  Satz:  wirstu  erlangen,  das  gesunde  kinder
geboren  werden  Tob.  6,  22.  —  Erlaß,  m.  das  Erlassen,
Los-,  Frei-,  von  sich  Lassen,  nach  den  verschiedenen  Bedeutungen
  des  Verbums,  im  18.  Ih.  auftretend:  erlasz
der  sunde,  steuern,  um  erlasz  bitten  Adelung;-Befehl:
  erlasz  von  der  regierung  Campe.  —  ecchisen,
mhd.  erlägen,  erlän,  nachlassen:  erlassen,  erweiteren
Garg.  197;  einen,  los,  frei  lassen:  dasz  sie  mein  mude
werden  und  mich  erlassen  sollen  Goethe  Götz  5;  mit
Gen.:  ich  erläze  iuch  aller  arbeit  Iwein  1663;  das  sie
m.  Paulum  seiner  zusege  erlieszen  Luther  Br.  5,  62;
ich  habe  Sie  Ihrer  verbindlichkeit  erlassen  Lessing
Minna  5,5;  heutiger  Spr.  fremd  geworden;  etwas  einem
erlassen,  nicht  anrechnen  oder  haben  wollen:  schuld
(Matth.  18,  27),  sunde  (Joh.  20,  2),  missethat  (Mich.

M.  Heyne,  Deutsches  Wörterbuch,  1.

erkundigen  erlassen.

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7,  18),  burden,  schosz,  steuern  (1.  Macc.  10,  25.  29.
13,  39);  was  ein  .  .  schicksal  ihm  noch  erlassen  hat
Schiller  6,  297;  erlassen  Sie  mir  zu  sagen,  was  ich
empfinde;  —  erst  in  neuerer  Spr.  Weisung  ergehen
lassen:  ein  schreiben,  einen  befchl  erlassen  Adelung.
—  Erlaub,  m.  Erlaubnis:  mit  meinem  rath  und  erlaub
Luther  Br.  3,  83;  mit  erlaub  zu  sagen  Voß6,  126.
—  erlauben,  gestatten,  zulassen,  mhd.  erlouben,  auch
erleuden,  was  mitteldeutsch,  namentlich  bei  Luther
fortlebt  und  noch  bei  Opitz  sich  findet;  einem  eine
bitte,  frage,  scherz,  zutritt,  ausgang;  Pilatus  erleubet
es  Joh.  19,  38;  erleude  mir  das  ich  hingehe  Matth.
8,  21;  erleude  mir  zu  reden  Ap.  Gesch.  21,  39;  denen
nur  am  thor  der  kirche  hinzuknieen  ist  erlaubt  Uhland
287;  mit  sächl.  Subj.:  zeit,  umstände  erlauben  es  nicht;
sich  etwas  erlauben:  er  erlaubte  sich  manche  freiheit;
als  Form  der  Höflichkeit  erlauben  Sie  wir!;  erlauden
Sie  mir,  abzubrechen  Heyse  20,  128;  auch  bei  Ankündigung
  eines  Widerspruchs:  erlauben  Sie,  es  war
nicht  so;  das  Part.  erlaubt  auch  auf  innere,  sittliche
Berechtigung  zielend:  erlaubte  bezichungen  zu  jemand,
erlaubte  freiheiten;  scherzend:  eine  ganz  unerlaubte
(ungemein  starke)  hitze  im  zimmer.  —  Erlaubnis,  .
das  Erlanben,  Gestatten,  Bewilligung:  mit  haiszen,
gunst  und  erloubtnusz  des  groszen  rates  D.  Städtechr.
4,  161  (von  1398);  bepstliche  erleubnis  Luther  v.  Ehesachen
  1530;  nam  ich  erlaubnus  .meinem  pfatffen  zuzusprechen
  Simpl.  1,  277;  erlandnis  fordern,  erlangen;
wer  sich  eines  fremden  Gegenstandes  bedient  oder  auch
widerspricht,  sagt  wohl  höflich  mit  erlaubnis!  —  erlaucht,
  altes  umlautloses  Part.  zu  erleuchten;  neben
anderen  Formen  seit  dem  14.  Ih.  das  lat.  titelhaste
illustris  übersetzend:  erlucht,  irluchtit,  erleuchtet,  erleucht
  Dief.;  bis  jetzt  in  feierlicher  Rede  geblieben:
eine  erlauchte  gesellschaft;  erlauchte  thaten  Platen
Festges.;  verzeiht  mir,  erlauchte  frau  Heyse  20,  75;
respect  vor  so  erlauchten  herrn  88.  Dazu  Erlaucht,  1.
(mit  salscher  Betonung  der  Vorsilbe),  Titel  für  Reichsgrafen.
  vgl.  durcblaucht.  —  erlauern,  lauernd  erlangen
Stieler;  (Dinge)  die  man  erlauern,  ersehleichen
musz  Heyse  20,  50.  —  erlaufen,  laufend  erreichen,  mhd.
erloufen:  einen  zeitigen  dieb  erlaufet  ein  hinkender
duttel  Henisch;  wo  er  ein  gulden  damit  meinet  zu
erlausen  Luther  deutsch.  Catech.  1529;  als  er  den  tag
erlaufen  hatte  gerlanfen  war  bis  Tagesanbruch)  Hebel
2,  256.  —  erlauschen,  lauschend  wahrnehmen:  etwas  erlauschen
  Stieler;  die  urtheile  der  vorübergehenden
..  zu  erlauschen  Freytag  Soll  1,  301.  —  erläutetn,
lauter,  hell  machen,  mhd.  erliutern,  in  älterer  Spr.  in
sinnlicher  Bed.:  (wenn  die  Luft)  erlüntert  wird  Sebiz  5;
sonst  übertragen,  wie  erflären:  erleuteren,  zü  erkennen
und  26  verston  geben  Maaler;  auch  rechtlich:  ein
gerichtshandel  ..  erlenteren  implere  deta  ebd.;  eine
sache  durch  beispicle  erlüutern.

Erle,  k.  der  Baum  all#us,  ahd.  erila  und  elira  (aus
letzterer  Form  eller,  s.  d.),  mhd.  erle;  urverwandt  sind
lat.  alnus,  altslav.  elicha;  hobe  erl,  alta  alnus  Stieler:
Welsche  erl,  auch  fanlbaum  ebd.;  erlen  die  mein  vater
pflanzte  Matthisson  97.  —  Zusammensetzungen:
Eelenbach,  m.  Bach  an  dem  Erlen  stehen:  die  wellen
des  erlenbachs  ebd.  86.  —  Erlenbaum,  m.  Erle.  —
Erlenbusch,  m.  Busch,  kleines  Gehölz  von  Erlen.  —
Erleufink,  m.  Zeisig  —  Eelenholz,  n.  Holz  der  Erle.
—  Erlenteich,  m.  Teich  an  welchem  Erlen  stehen.  —
Erlkönig,  w.  zuerst  bei  Herder  8,  155,  misverstandene
lbersetzung  des  dänischen  ellerkonge,  Elfenkönig;  danach
bei  Goethe,  bei  letzterem  auch  als  erlenkönig.

Erleben,  bis  zu  einem  gewissen  Ziele  leben:  den
abend  den  morgen  erleben  5.  Mos.  28,  67;  das  höchste
alter,  dus  funfzigste  jahr,  die  zeit  erleben  Steinba  ch;
im  Leben  erfahren:  freude  an  einem  (Sir.  30,  1),  krieg,
aufruhr,  teure  zeiten;  haben  nichts  guts  erlabt  Hiob

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Erlaub  —  erleben.