857 Fallbeil — Fallstrick. Fallfucht — falsch. 858
wöhnlicher, vom Thun oder Leiden: einem in die rede) schuld fallstricke legen Kotzebue Pagenstr. 1, 15; ein
fallen; es fellt mir aber der feine zeddeler ins werk fallstrick wars der listgen buhlerin Grillparzer 3, 195.
Luther 1, 219°5; einem ins amt fallen; ich musz lhnen— Fallsacht f. fallende Snchte Epilepsie. — fallsüchtig,
ins wort fallen Lessing Minna 4, 6; in eine krank- die Fallsucht habend. — Fallthür, f. wagerecht liegende, so
heit fallen; fiel ein feiner student in wahnwitz Luther zufallende Thür, z. B. eines Kellers oder Dachbodens. —
Tischr. 4165; er ist in ungnade gefallen; seid von der Fallübel, u. Fallsucht: das faklubel, prehsed Stieler:
gnade gefallen Gal. 5, 4; als Partei: de fiel von David bei Luther Cischr. 60 b) in der verkürzten Form falbel.
jederman in Israel 2. Sam. 20, 2; du wilt zu den ChalFällen, sallen machen, ahd. fellan, mhd. vellen; in
deern fallen Jer. 37, 13; aut cinen gedanken fallen; sinnlicher Bed.: werdet fellen alle gute bewme 2. Kön.
erklärungsarten .. auf dic ich in der folge viellcich3, 19; da einer ein bolz tellet 6, 5; war ihr von einer
hütte fallen mögen Schiller 4, 257; wer hätte glaubengefällten ciche ein sohn erschlagen worden Keller
scllen, dasz die cardinäle . auf einen Niederländer Seldw. 2,187; abwärts kehren: das bajonett fallen; den
fallen wuürden Ranke Päpste 1, 91; wich aus der mei-schild am arm, den speer gefüllt Wieland Geron 50;
nigen (Rolle) fallen zu machen Heyse Par. 3, 141; zu Boden bringen, in der Chemie einen in einer Lösung
einem hinderlüch, mit bitten listig fallen; ich musz befindlichen Stoff sich niederschlagen lassen; bei Schiffern
ihnen frub beschwerlich fallen Lessing Minna 1, 5; den unker füllen; erlegen, töten: wil jn durchs schwert
hirten . deren armuth sie uur zur last fallen Heyse fellen 2. Kön. 19, 7; spannen jren bogen, das sie fellen
4, 70; — von Gegenständen: worte, blicke, redensartenden clenden und armen Ps. 37, 14; ein schusz hat das
fallen, werden vorgebracht; geld fällt bei einer Samm= wild getällt; unsinnlich — stürzen, ins Verderben bringen:
lung; alle häute, welche jährlich in Ostfriesland ir cigen zunge vird sie fellen Ps. 64, 9; ein wörtlin
fallen, anzukaufen Möser Phant. t, 39; das urteil kan jn fellen Luther ein seste Burg; ein seindt, der
ist heute gefallen; ob die zinsen in diesem leben oder sich khut feindtlich stellen, densclben hat man wol zu
im andern fallen Schiller 4, 40; das land das cuch fellen BWaldis Esop 1, 32; man erhöhet, um zu
zum erbteil fellet 4. Mos. 34, 2; ehe das kaisertàum stürzen, man hilft, um zu füllen Simpl. 2, 110; Richentschieden
an die Deutschen fel Ranke Päpste 1, 25; tung nach unten geben, bei Bergleuten einen gang füllen,
mit dem Nebensinne des Unbeabsichtigten: mein blick ihn tiefer machen, in der Mathematik eine linie fällen.
ficl auf diesen gegenstand; da fallt mir ein buch in die von oben nach unten zichen; in der Rechtsspr. urteil
hand; wa wollten mir alle geuchliceder in sinn fallen fällen, ergehen lassen: das urteil .. das der könig ge-Garg.
47; wie fiel dein auge denn auf diesen jungling fellct hatte 1. Kön. 3, 28; füll ich jetzo die sentenz
Grillparzer 3, 154; wiederum aber auch mit dem H#leist zerbr. Kr. 11; in freier Ubertragung: er sallte
eines entschiedenen Vortretens von Richtung und Ziel: über seine fähigkeiten ein sehr günstiges urteil; zu
das licht fällt ios zimmer, der schatten an die wand; meiner meinung, welche schon beschlieszlich das urtheil
die haare fielen ihr auf die schulter; unsinnlicher: der gefelt .. Garg. 34; ein maszgebendes urteil fällen
verdacht ist auf ihn gesallen; dss fällt in die augen, Bismarck Reden 7, 50. — fällig, zu Falle kommend,
in die sinne; diese waare füllt nicht ins gewicht ahd. feklie, mhd. vellee; kab##fellich Dief.; in sinn-Wieland
Perv. 2, 346; füllt .. das folgende schwer licher Bed. noch in bau-, fusefällig; übertragen: augen-,
in die wagschale Preußen i. B. 1, 55; das Einlenken sinnfällig, ruckfüllig; in alter Rechtsspr. vellich werden
in eine Art betonend: diese falte musz reicher fallen der sache, der clage, an dem orteil (Magdeb. Fragen
Goethe Großc. 4, 4; unser gespräch würde ganz anders 1, 3, 10. 11. 4, 6) unterliegen; daher auch = der Schuld
gelallen sein Lessing Minna 4, 6; die folge musz überwiesen: so er unrecht befunden, wölle er des on
daher anders fallen Dram. 11; erzäblung, welche im alle gnad entgelten, wo er aber nicht fellig, . sol er
original sehr ins weitschweisige füllt Schiller 9, 398; billich nicht ferner beschweret werden Luther 3, 4105;
in eine Farbe: dieses zeug fallt ins braune; mit prä- es wurden etlich fellig und hart an jrem leib gestraft
dicativem Adj., sich in einer gewissen Art geltend machen: Wickram Nollw. 90; vgl. straffüllig; in neucerer Spr.
etwas füllt einem leicht, schwer; weil ihm wegen mangel nur noch von Geld und Leistungen, schuldig zu geder
zähne das kauen mühselig fällt pers. Rosenth. 8, 67; währen, zahlbar: das gelt ist fällig, füllige zinsen
wie ubelanständig, ja unverantwortlich einem soldaten Stieler; neubau.für den einstweilen 175000 thaler
fallen wurde, wenn er einen solchen ort .. einhändigte fallig waren Bismarck Reden 7, 75; erlullung der
Simpl. 1, 283; fiel ihm das doch schwer genug Ranke ersten fälligen bedingung Preußen i. B. 1, 101; unge-Päpste
1, 181; man begreift leicht, wie empfindlich der wöhnlich von Pfändern, — verfallen: die goldue dosc.
eurie jede neuerung .. gefallen sein wurde 343; zeit= die ist schon acht tage füllig, die verkaufen wir Isfliches
Treffen bezeichnend: das fest fiel auf einen sonntag; land Hagest. 2, 1. — Fälligkeit, l. das Fälligsein, z. B.
sein geburtstag fällt in den spätherbst. Bei Landwirten der Steuern Bismarck Reden 8, 18. — falls, Gen.
fallen von Zuchttieren, geboren werden: was nu (von vom Subst. fall, als Konjunktion — im Falle, für den
den Schafen) bund und flecket fallen wird 1. Mos. 30, 32. Fall, seit 17. Ih.: falls, er, quando, eum Stieler;
5) das Part. des Präsens adjectivisch, in einer Krankheits-- falls es ihm der muhe werth dunket Lessing Dram. 13;
beseichnunge die fallende sucht, Epilepsie, früher auch falls das gerucht nicht leere fabel war Heyse 21, 15.
vallend ubel, leit, der fallend siechtag und als Subst. dcaz Falsch, unecht, unwahr; nur im Hoch= und Niedervallende
Dief.; den vallenden siehtum Megenberg deutschen, ahd. nicht nachgewiefen, aber durch das Verbum
183. — In Zufammensetzungen: Fallbeil, u. Guillotine. kalscon und felscen, sowie durch den Eigennamen Falsco
— Fallbrücke, k. Zugbrücke; auch Brücke, die nach unten bezeugt; mhd. und mnd. valsch und vals, niederl. valsch,
fällt, wenn jemand darüber geht, daher auf eine fall- ins Dänische und Schwedische als falsk gedrungen. Die
brücke treten, sich überlisten lassen. — Fallei, u. Ei ältere Meinung, daß hier ein frühes Lehnwort aus lat.
das vom Koch in siedendes Wasser geschlagen wird: einekalsus vorliege, wird jetzt bezweifelt, und kalseb hinricsige
schussel mit grunkoh! .. die ränder mit weiszen gestellt als deutsche Bildung (mittels des verbreiteten
fallciern rundum desetzt Bismarck Brief 1863. — Flemente k, neuer -sch)e von der Wurzel fal, die dem
Fallgatter, m. nu. Gatter an einem Thor, das herab= Verbum tallen zu Grunde begz aber schon indogermafällt:
ein scheinbarer fallgatter Goethe 43, 66. — nisch auch den Begrif des huscheng entwickelt habe
Fallgrube, k. Grube zum Fang hineinfallender Tiere. — (lat. sallere und falsus sei demnach urverwandt); eine
Fallschirm, m. schirmartige Vorrichtung, die Heftigkeit Meinung die nicht unwahrscheinlich ist. Die Steigerungsdes
Fallens zu verhüten. — Fallstrick, m. Netz zum grade in neuerer Spr. ohne, in älterer auch mit Umlaut:
Fangen wilder Tiere Hiob 10, 19; bildlich: meiner un- kälscher, der fälscheste Sticler; lulscher, fälscher,