Metadata : Lehrbuch der Geburtshülfe für die Preußischen Hebammen.

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in  den  Bauchdecken,  den  häufigen  Harndrang,  die  Beschwerden  beim
Gehen  u.  s.  w.  Die  Hebamme  muß  deshalb  der  Schwangeren  rathen,
  eine  gute  Binde  zu  tragen,  welche  mit  Achselbändern  versehen
ist,  unter  dem  Bauche  durchgeht  und  diesen  mehr  in  die  Höhe  hebt,
als  gewaltsam  zurückdrückt.

g.  226.

Auf  den  Hergang  der  Geburt  können  die  höheren  Grade
des  Hängebauchs,  wenn  sie  Übersehen  und  vernachlässigt
werden,  einen  sehr  nachtheiligen  Einfluß  haben.  Gewöhnlich
find  die  Wehen  von  Anfang  an  schwach,  und  der  Muttiermund  erweitert
  sich  nur  langsam.  Der  Kindeskopf  bleibt  hoch  auf  dem
Schambeinrande  stehen  und  deckt  nur  unvollkommen  den  Beckeneingang.
  Beim  Blasensprunge  fließt  daher  der  größte  Theil  des  Fruchtwassers
  ab,  und  leicht  fällt  ein  Arm,  oder  die  Nabelschnur  neben
dem  Kopfe  vor.  Nach  dem  Blasensprunge  sind  die  Wehen  öfters
nicht  im  Stande,  den  Kopf  ins  Becken  einzutreiben;  oder  der  Kopf
tritt  in  einer  ungünstigen  Haltung  ins  Becken,  in  welcher  er  nicht
weiter  bewegt  werden  kann  (s.  u.  §.  269.).  Alsdann  erschöpft  sich
die  Gebärmutter,  wird  schmerzhaft;  die  zwischen  Kopf  und  vorderer
Beckenwand  gelegenen  Weichtheile,  Harnblase  und  Muttierscheide,  werden
  ungebührlich  gequetscht.  Das  Kind  leidet  durch  die  Zusammenziehungen
  der  Gebärmutter  nach  dem  Abflusse  des  Fruchtwassers
(s.  o.  §.  86.).  Die  Gefahren  sind  natürlich  um  so  größer,  wenn
das  Becken  zugleich  verengt  ist.

8.  227.

Bei  weitem  Becken  wird  indeß  unter  übrigens  günstigen  Verhältnissen
  die  Hebamme  meist  im  Stande  sein,  durch  ein  zweckmäßiges
  Verfahren  die  angegebenen  Nachtheile  zu  verhüten.
Sie  lege  die  Gebärende  gleich  beim  Anfange  der  Geburt  flach  auf
den  Rücken,  unterstütze  den  Leib  durch  eine  gut  angelegte  Bauchbinde
und  halte  streng  darauf,  daß  die  Frau  in  der  ersten  Geburtszeit  die
Wehen  nicht  verarbeite.  In  den  weniger  schlimmen  Fällen  genügt  dies
Verfahren,  um  die  Gebärmutter  mit  der  Frucht  in  die  richtige  Siellung
  zum  Becken  zu  bringen,  und  der  Kopf  tritt  regelmäßig  in  das