besuch. — Dabei ist es mir zu meiner Freude stets ge—
glückt, mit einer Mindestanwendung von Disziplinar—
strafen auszukommen. Meine Leute wußten sehr bald,
daß ihr Kompaniechef mehr darunter litt, wenn er einen
von ihnen bestrafen mußte, als der Betroffene. Ich suchte
sie bei ihrem Ehrgefühl zu packen, und das brachte fast
immer Erfolg.
Natürlich ist mit dem bisher Gesagken das Pflicht= und
Arbeiksgebiek des Kompaniechefs keineswegs erschöpft.
Er muß auch abseiks von allen Fragen des Dienstes,
rein menschlich ein rechker Vater seiner Soldaken sein.
Er muß jeden einzelnen genau kennen und wissen, wo
ihn der Schuh drückk. Gerade diese Seite des Offtziersberufes
hak mir die größte Freude gemachk, und ihre
Pflege hat mir das Zutrauen und die Anhänglichkeit
jedes einzelnen meiner Grenadiere gewonnen. Mit allen
ihren kleinen und großen Sorgen kamen sie zu mir, und
in diesem sesten und ehrlichen Verkrauen meiner Leute
fühlke ich mich froh. Prächtige, liebe deulsche Jungen
sind so durch meine Hände gegangen! Manch einen habe
ich nachher im Kriege wiedergekroffen — manch einer
ruht jetzt in fremder Erde, gekreu dem Helmbandspruch
unseres 1. Bakaillons: Semper talis. —
Trotz dieser starken und leidenschaftlichen Hingabe an
meinen Dienst im r. Garde-Regiment, in dem ich auch
meine beiden ehemaligen Adjukanken und späteren Kammerherren,
den gewissenhaften Skülpnagel und den gekreuen
Behr, näher kennen lernte, bin ich auch während
dieser Jahre nicht — oder nicht mehr — einseikig Soldat
gewesen. Die Bonner Anregungen haben weiter
gewirkk, und die lebendigen Fragen der Polikik, des
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