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würden, wenn man ihnen heute ihre Goldmünzen entzöge und Silbermünzen
statt derselben auflasten würde. Sicher aber ist es, daß die Engländer
eine solche Vorliebe hegen. Diese resoluten, prosaischen, aller Sympathie
für die „verfolgte weiße Unschuld“ baren Leute wären im Stande,
einen Minister zu hängen, der es wagen wollte, ihnen ihre Goldstücke zu
nehmen und gegen Silber umzuwechseln, mag dieses Silber immerhin für
ewige Zeiten auf die Relation von 15½ zum Golde festgenagelt werden.
Alle, seldst die herzbrechendsten Deklamationen über die welterlösende Bedeutung
einer solchen Maßregel würden auf taube Ohren stoßen. Die
Engländer wollen nun einmal kein Silbergeld und die englische Nation,
nicht die englischen Staatsmänner müssen Sie anklagen, wenn an diesem
unbeugsamen Willen Ihre feinsten und herrlichsten Pläne scheitern.
Warum die Engländer dies nicht wollen? Ich könnte mir die Antwort
leicht machen und mich damit begnügen, einfach zu sagen, daß sie es
eben nicht wollen, denn ich glaube, daß ein derartiger Wille einer ganzen
Nation, und wäre er immerhin in sich selbst unbegründet, ein reines Vorurtheil,
doch schon deshalb respektirt werden müßte, weil Niemand die Macht
bat, diesen Willen zu beugen oder zu brechen. Aber ich glaube, daß die
ngländer vollkommen im Rechte sind, wenn sie das Gold vorziehen, und
zwar lassen sich die Argumente, die für diese Vorliebe geltend gemacht
werden können, in wenigen Worten dahin zusammenfassen, daß die Engländer
Goldmünzen vorziehen, weil diese bequemer find als Silbermünzen.
Begreifen Sie denn nicht, daß das genug ist, mehr als genug, daß es Alles
ist, was eine Nation zur Empfehlung ihrer Münzzustände sagen kann? Ein
Geld empfehlen, das unbequemer ist, als ein anderes, läuft ganz auf dasselbe
hinaus, als wenn Sie ein Nahrungsmittel empfehlen wollten, das
unschmackhaft und minder nahrhaft ist, einen Kleidungsstoff, der unkleidsam
ist und vor den Unbilden der Witterung nicht schützt, einen Schmuckgegenstand,
der nicht schön ist, kurz ein Ding, dem grade jene Eigenschaft
fehlt, um deren willen allein es gebraucht wird. Was leistet denn das
Geld dem Menschen, wenn es der Bequemlichkeit des Verkehrs nicht dient?
Wärmt es, reizt es den Gaumen, befriedigt es den Schönheitsfinn?" In
Wahrheit ist mit der einfachen, so leichthin behandelten Thatsache, daß das
Silber für den Geldverkehr der civilisirten Nationen des Abendlandes zu
schwerfällig, zu unbequem geworden ist, das Silber als Geld des Abendlandes
gerichtet, unwiederbringlich auf den Aussterbeetat gesetzt und Sie
können grade so gut für die Kupfer- oder Eisenwährung sich echauffiren,
ohne schlechtern, aber auch ohne bessern Erfolg zu erzielen, als mit Ihrem
Echauffement für die „Revindikation des Silbers“.
Also die Engländer wollen nun einmal ihre Goldstücke nicht gegen
Silber umtauschen lassen, sie werden niemals die große Wechselstube für
Edelmetall etabliren, die in Frankreich von 1803 bis 1874 aufgeschlagen
war. Wenn Sie folglich die Engländer für die Doppelwährung gewinnen
wollen, so müssen Sie ihnen erstlich, wie ich bereits gesagt habe, beweisen,
daß das Gold durch seine Transformation in „gelbes Elektron“ an Tauschkraft
nichts einbüßen könnte, sodann aber müßten Sie beweisen, daß keinerlei
Gefahr vorhanden ist, die bimetallischen Staaten könnten allgemach ihres
Vorraths an Cirkulationsmitteln aus gelbem Elektron beraubt werden.