Metadata : Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Stettin. 1918. (108)

bande  beschäftigten  Müller,  noch  einem  Kommissionär  oder  einem  Bäcker  noch  einem
ihrer  Angehörigen  oder  Angestellten  übertragen  werden.

Zu  Buchstabe  d.

Die  Ausgabe  von  sogenannten  Brotbüchern  ist  nicht  mehr  gestattet.  Brot  und  Mehl  darf  an
Versorgungsberechtigte  nur  gegen  Brotkarte  (Reichsreisebrotmarken)  abgegeben  werden.  Dies  gilt  auch
für  Gasthäuser,  Speisewirtschaften  und  dergl.  Wegen  Führung  einer  Brotkartenliste  durch  die  Gemeinden
und  einer  Mehlverbrauchsliste  durch  den  Kommunalverband  wird  auf  Ziffer  22  und  24  der  Anleitung
zur  Führung  der  Wirtschaftskarte  verwiesen.

Bei  Einreichung  der  durch  Rundschreiben  des  Landesgetreideamts  vom  20.  Oktober  1917
—  R.  M.  5030  —  vorgeschriebenen  monatlichen  Mehlanforderungen  seitens  der  nicht  selbstwirtschaftenden
Kommunalverbände  und  der  Mehlverbrauchsanzeigen  seitens  der  selbstwirtschaftenden  Kommunalverbände
ist  zugleich  der  Gesamtmehlverbrauch  anzuzeigen,  wie  er  sich  für  den  vorletzten  Versorgungszeitraum
(vier  Wochen)  aus  der  Mehlverbrauchsliste  ergibt.  (Zu  vergl.  Ziffer  24  der  Anleitung  zur  Führung
der  Wirtschaftskarte.)

Zu  Buchstabe  e.

Auf  die  nach  dieser  neuen  Vorschrift  dem  Kommunalverband  auferlegte  Verpflichtung  wird
besonders  verwiesen.

Zu  Buchstabe  k.
Auf  die  Musteranordnung,  die  der  Ausführungsanweisung  zur  Reichsgetreideordnung  für  1917
als  Anlage  II  beigefügt  war,  wird  Bezug  genommen.

Zu  Buchstabe  g.
Auf  die  neu  eingeführte  Bekanntmachungspflicht  der  Kommunalverbände  wird  besonders  verwiesen.

Zu  8  60.

Bei  der  Preisfestsetzung  für  das  Mehl  ist  davon  auszugehen,  daß  die  Mehlverteilung  durch
die  Selbstverwaltungsbehörde  der  Bevölkerung  nach  Möglichkeit  billiges  Brot  gewährleisten  soll,
andererseits  aber  bei  der  Abgabe  des  Mehles  die  Selbstkosten,  also  Einstandspreis  und  alle  Nebenkosten
  (Sackleihgeld,  Lagerkosten,  Zinsen,  allgemeine  Geschäftsunkosten  der  Mehlverteilungsstelle  usw.)
gedeckt  werden.

Die  höheren  Verwaltungsbehörden  haben  dafür  zu  sorgen,  daß  zu  große  Ungleichmäßigkeiten
der  Mehl=  und  Brotpreise  in  den  Kommunalverbänden  ihres  Bezirkes  vermieden  werden.

Zu  §  61.
Zu  Buchstabe  a.

Die  den  Kommunalverbänden  verliehene  Befugnis  soll  sie  u.  a.  in  den  Stand  setzen,  solche
Bäckereien  auszuschalten,  deren  Betrieb  wegen  des  Fehlens  geeigneten  Backpersonals  oder  ausreichenden
Heizmaterials  nur  mangelhaft  oder  nur  mit  unverhältnismäßig  großen  Schwierigkeiten  fortgeführt
werden  kann.  Insbesondere  werden  die  Stadtkreise  die  Fragen  zweckmäßiger  Gestaltung  des  Bäckereibetriebs
  sorgfältig  zu  prüfen  haben.  In  geeigneten  Fällen  werden  Bäckereien,  die  ihren  Backbetrieb
einstellen  müssen,  am  Brotverkauf  zu  beteiligen  sein.

Zu  Buchstabe  c.  .
In  Gemeinden  mit  über  10000  Einwohnern  hat  die  Abgabe  und  Entnahme  von  Mehl  und
Backwaren  tunlichst  auf  Grund  von  Kundenlisten  zu  erfolgen.

Zu  §  62.
Nähere  Anweisung  über  den  von  den  Kommunalverbänden  zu  bewirkenden  Jutterausgleich
für  die  nicht  gemäß  §  8  Abs.  1  Ziffer  2  versorgten  Tierhalter  —  mit  den  ihnen  von  der  Reichs-