Metadata : Die Begründung des Deutschen Reiches durch Wilhelm I. Dritter Band. (3)

414  Wiener  Friede.  Rechberg's  Fall.

teressen  zu  bestimmen,  Osterreich  dachte  vermittelst  der  Allianz
Preußen  zu  mäßigen,  zu  zügeln  und  in  den  Schranken  des
alten  Bundesrechts  festzuhalten.  Es  war  dieselbe  Stellung,
in  welcher  die  beiden  Mächte  vom  ersten  bis  zum  letzten  Tage
des  dänischen  Kriegs  gegen  einander  gestanden,  in  welcher
sich  jetzt  der  Gegensatz  von  Stunde  zu  Stunde  schärfte,  als
es  sich  um  die  Verwerthung  der  Siegesfrüchte  handelte.
Vollkommen  richtig  hatte  Napoleon  vorausgesehen,  daß  über
Schleswig-Holstein  ein  Einverständniß  der  deutschen  Mächte
nicht  erreichbar  sein  würde.

In  späterer  Zeit  hat  es  Bismarck  gelegentlich  ausgesprochen:
  „es  war  durchaus  verkehrt,  den  Artikel  25  nicht
zu  bewilligen  und  damit  Rechberg  aus  dem  Amte  zu  treiben;
Rechberg  hätte  Alles  aufgeboten,  den  Krieg  zu  verhüten.“
„Freilich,  setzte  er  dann  hinzu,  einmal  hätte  es  doch  zum
Kriege  kommen  müssen,  und  da  war  es  vielleicht  ein  Glück,
daß  es  damals,  unter  verhältnißmäßig  günstigen  Constellationen,

  geschah.“