März 5.
und 7.
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von Vels und herrn von Lobkowitz die köpfe nehmen möge; aber er, T.,
hette gesagt, solches könte man wol in Welschland verrichten, aber hier
in Behomen liesse es sich nicht sondern [nur] durch ordentlichen process
thun.].! 10. Was weiss T. von den Praktiken der Welschen auf der
Kleinseite und von sonstigen Anschlägen gegen die unsern? — Nichts,
auch nichts von dem weissen Zeichen.” 11. Warum ist das
passauer Volk in Prag eingefallen? — Der Erzherzog wollte: das
ständische Kriegsvolk solle sich mit dem passauischen vergleichen „und
[den kaiser] gegen den konig, der dem kaiser abgesagt, defendiren.“
12. Was wäre geschehen, wenn das Volk die prager Städte eingenommen
hätte? — „Der erzherzog hat wollen die union? erhalten,
hernacher hetten sie wollen auf die grenzen ziehen und zusehen,
was der könig machen wollen.“ 13. Gesteht T. zu, was er gestern
Wenzel Kinsky sagte, dass der Kaiser einige von den Böhmen, die ihm
zuvor getrotzt, habe „butzen‘‘ wollen? — T. will das dahin gemeint haben,
dass, weil der Kaiser durch die geheimen Räte um Land und Leute
gekommen sei, er im geheimen Rat eine Reformation habe anstellen
wollen.! 14. Sind die Stände bei den Kurfürsten und Fürsten als
Rebellen angegeben worden? — Seines Wissens nicht; es sind aber
dem Rechenberg als Hauptmann in Schlesien und dem jungen Dohna
nach der Lausitz Beglaubigungen mitgegeben worden; davon kennt
er die Intention nicht. 15. Was sollte T. bei den Kurfürsten
und Fürsten in specie anbringen? — Er hätte gesagt: er habe
zwischen den Böhmen und dem passauer Volk Verbitterung gesehen ;
die Böhmen sagten, die Passauer sollten nicht dem Landtagsschluss
entgegen ins Land fallen, wogegen die andern einwandten, dieser
Schluss sei dem Kaiser von den Ständen abgezwungen worden und
müsste man aus der Not eine Tugend machen. 16. Was will
Ramde tun, wenn er sieht, dass er nicht durchbrechen kann? —
Rameöe verlässt sich darauf, ungefährdet nach Budweis zu kommen, auch
wenn er von Prag weichen müsste. 17. War es nicht ihrer aller
ı Daraus ist ersichtlich, dass hier nicht die Abschrift des ursprünglichen
Verhör-Protokolle vorliegt sondern dass die beiden Verhöre vom 5.
und 7, März schon kombiniert worden waren (vgl. Frage 25.); in manchen
Ueberlieferungen wird auch noch das Verhör vom 14. März hereingezogen.
? Die verschiedenen Relationen berichten, dass aus den Häusern der
Papisten und der Welschen während des Einfalls weisse Tücher geflattert
hätten, offenbar als Parteizeichen; vgl. den Bericht der lüneburgischen Gesandten
Grote, Hoyer und Heydemann, die Augenzeugen des Einfalls waren
(De., A 9a, Ic.; no. 4'.; — Kop.).
” Das ist die Vereinigung des kaiserlichen und ständischen Kriegsvolkes.
‘ Am Sn: ril berichten die kursächsischen Gesandten ihrem Herrn,
dass der Kaiser dem Präsidenten des gaheimen Rats, dem Landgrafen von
Leuchtenberg, und Ernst von Mollart vorgeworfen habe: sie wollte ihm die
böhmische Krone vom Haupt nehmen und Matthias aufsetzen (Drs., 1. 9167,
II. Buch passauer Kriegsvolk, f. 457; Or.); vgl. unten no. 181.