mein erster viertägiger Urlaub. — Gleich nach melner Rückkehr fanden
erneute erfolgreiche Abwehrkämpfe an der Tombres-Zöhe und an der gegen
Toul gerichteten Südfront der Armee-Abteilung Strantz statt.
Kämpfe bei der Armee-Abteilung Strancz im Frühsahr
und Sommer.
Am I. April hatte ich ein langes Gespräch mit dem Chef des Generalstabs
des Feldheeres über die militärtsche Lage auf beiden Fronten. Ich
war überzeugt, daß die Kriegsentscheidung nur in Frankreich gegen die
Westmächte fallen bonnte, und daß dies so ziemlich den Einsatz aller Rräfte
des deutschen Zeeres erfordern würde. Dieser Grundgedanke mußte meines
Erachtens in der Beurteilung unserer Lage im Mehrfrontenkriege während
des ganzen Feldzuges maßgebend bleiben. Nachdem seine Verwirklichung
im September 1914 versäumt und als Versäumnis erkannt war, hielt ich
dafür, daß er wenigstens im weiteren Verlaufe des Rrieges als richtunggebend
anerkannt werden müsse. Inzwischen hatte der östliche Kriegs—
schauplatz eine so weittragende Bedeutung gewonnen, die Derausgabung
nambafter Strettkräfte für sich erzwungen, daß mir vorläufig jeder Ver—
such, die Rriegeentschetdung im Westen zu erkämpfen, verfrüht erschien.
Rußland mußte zuvor militärtsch geschlagen und nach Möglichkeit zu einem
Sonderfrieden gebracht werden. Wenn daber General v. Falkenhayn sich
nicht ohne Widerstreben Ende Januar dazu entschlossen hatte, den Nach—
druck der Nriegführung nach dem Csten zu verlegen, so hätte es melner
Auffassung nach in der Linie des oben erwähnten Grundgedankens gelegen,
dem Osten so starke Rräfte zuzuführen, daß nun zunächst dort eine
operative Entscheidung erkämpft werden konnte. War dae geschehen, so
hatten wir die nötige Rückenfreiheit, um an die schwerste, die Schlußaufgabe
im Westen zu geben. General v. Falkenhayn bielt im Gegensatz zu
dteser Anschauung unsere Aufgabe im Esten für gelöst, sofern es nur
gelang, die Offensivkraft des Russen für längere Zeit zu lähmen, und wollte
daher dort nicht mehr TZräfte einsetzen und festlegen, als für dieses beschränkte
Ziel erforderlich waren. Offenbar sprach bierbei die berechtigte
Sorge um die westfront mit, die er nicht in die Gefahr bringen durfte,
durchbrochen zu werden. Ws sollte jedoch nicht lange dauern, bis der
Thef des Generalstabe durch die Lage unseres Bundesgenossen gezwungen
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