Full text : das Königreich Württemberg. Dritter Band. (4)

Oberamt  Sulz.  397

G.Wald  v.  81  ha.  Keupersandsteinbrüche.  Ki.  von  1746  mit  altem  Thurm.  Der
Ort,  782  bei  Schenkung  an  Kl.  St.  Gallen  gen.,  dann  mit  Vergabungen  an  St.  Georgen,
hatte  selbst  ein  Kl.  v.  Franziskanern,  später  Benedikt.,  das  sich  unter  St.  Georgen
stellte.  Kam  mit  Rosenfeld  an  Württ.  Geb.  sind  hier:  Berthold,  Bisch.  v.  Brixen
1418—27  (Vjsh.  VII,  8);  als  Pfarrerssöhne:  Christi.  Gottlieb  Schmid,  8.  Mai  1792,
Neligionsphilosoph,  Prof.  in  Stuttgart,  verdientes  Mitgl.  der  Ständeverf.,  1846;
(N.  Nekr.  d.  DO.  XXIV,  552);  Christi.  Friedr.  Schmid,  25.  Mai  1794,  f  1852  als
Professor  der  bibl.  und  prakt.  Theologie  zu  Tübingen  (Theol.  Realenc.  XIII,  596).

6.  Binsdorf  (843  Pinestorf  v.  der  Binse),  St.  auf  der  unteren  Liasplatte,
15  km  fö.  v.  S.,  591  m,  mit  Kleinbachmühle,  Pelzmühle,  Steinefurthof
  2c.  926  E.,  w.  40  Ev.  W.;  früher  der  gräfl.  zollerische,  dann  der  hohenbergische,
von  weiß  u.  roth  getheilte  Schild.  Ib.  1854  II,  138.  G.=  u.  Stift.  Wald  v.  428  ha.
Bildhauer.  Ki.  z.  h.  Marcus,  Basilika  von  1835,  mit  Malereien,  geschnitzter  Kanzel
von  Jos.  Lindle.  Lorettokap.  v.  1601.  Abg.  B.  Bubenhofen,  deren  Herren  seit  1241
gen.,  viel  in  württ.,  nach  der  Reform.  in  öst.  Diensten;  im  Mannsstamm  erloschen
1814  (W.;:  in  roth  2  silberne  Zickzackbalken).  Al  848  mit  Reichenauer  Besitz  gen.,
gehörte  B.  den  Gr.  v.  Zollern,  seit  1815  Hohenberg,  1881  Oesterreich.  Geb.  ist
hier  Joh.  Lenglin,  Stud.  in  Tübingen  1521,  Prebiger  in  Straßburg,  Reformiert  in
Ravensburg.

7.  Bosl  (1101  in  Bollo,  Bühl),  D.  auf  der  Hochebene  „Mühlbach“,  10,8  km
sw.  v.  S.,  ca.  590  m,  mit  Schlatthof  390  E.,  w.  9  K.  G.Wald  von  17  ba.
Goth.,  später  erneuerte  Ki.  mit  Ostthurm.  Filial  von  Oberndorf.  Hiesiges  wurde
ca.  1099  von  Adalbert  von  Zollern  zur  Stiftung  des  Kl.  Alpirsbach  verwendet.
Mitbefitzer  waren  die  Gr.  v.  Sulz,  deren  Antheil  auch  ans  Kloster  fiel.

8.  Brittheim  (782  Britlhaim,  P.N.),  D.  auf  der  unteren  Liasplatte,  13  km
(5.  v.  S.,  693  m,  288  E.,  w.  5  K.  G.  Wald  von  65  ha.  Alte  Ki.,  1859  f.  gothisch
erneuert.  Filial  von  Bickelsberg.  Abg.  Haarhausen,  einst  Sitz  der  H.  v.  Zimmern.
Br.,  782  bei  Schenkung  an  St.  Gallen  gen.,  kam  mit  Rosenfeld  an  Württ.

9.  Busenweiler  (1465  Businw.,  P.N.),  D.,  Fil.  v.  Dornhan,  im  Heimbachthal,
  15,6  km  w.  v.  S.,  583  m,  mit  Häusern  im  Teich,  in  der  Haldeen  und
im  Aischfeld  157  Ev.  G.=  u.  Stift.  Wald  v.  22  ha.  Ehm.  goth.  Kap.  Gehörte
zur  Herrsch.  Sterneck  (s.  Brandeck,  Dornhan).

10.  Dornhan  (782  Turn-,  ca.  1099  Dorinhaim  von  Dorn),  St.  auf  der
Hochebene  zwischen  Heimbach=  und  Bettenhauser  Thal,  12,8  km  w.  von  S.,  642  m,
Postamt,  T.,  appr.  Arzt  und  Apoth.,  mit  P.  1  601  E.,  w.  19  K.,  2  e.  Kf.,  1J.
(o.  1  413  —  19  —  1).  W.:;  urspr.  der  Abtsstab  v.  Alpirsbach,
schwarz  auf  grünem  Boden  stehend  im  silbernen  Felde;  später
in  gespaltenem  Schild  rechts  die  3  württ.  Hirschstangen,  links
ein  Hahn;  jetzt  ein  rother  Hahn  auf  schwarzem  Dorn  in  Gold.
Ib.  1854  II.  161.  G.=  u.  Stift.  Wald  von  330  ha.  Darlehenskassenverein.
  Etwas  Eisenerz.  Tuffsteinbruch.  Goth.  Ki.  mit  roman.
  Thurm,  1718  erneuert.  Schulhaus  1880.  Wasserpumpwerk
  von  1884.  D.,  782  mit  Lorscher  Besitz  gen.,  gehörte  den
Gr.  v.  Sulz  in  deren  frühesten  Zeiten.  Von  ihnen  kamen  Rechte  mit  der  Ki.  an
Kl.  Alpirsbach,  Anderes  an  Wartenberg,  dann  Teck,  welches  die  Stadt  ummauerte.
Als  ums  Jahr  1380  H.  Friedrich  v.  Teck  die  Alpirsb.  Schirmvogteil  Württ.  überlieh,
  fiel  auch  D.  an  dieses  und  war  bis  1807  Amtssitz.  1637  und  15.  Juli  1718
brannte  O.  gänzlich,  18.  Juli  1847  theilweise  ab.  Rechtsalterth.:  Grimm,  Weisth.  I,
370  ff.  Freipürsch:  Wagner,  Jagdwesen  85.  P.  Brandeck  mit  abg.  B.,  Eigen-