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und Braunschweig scheint die Zahl der verfügbaren Betten sogar weit über das Bedürfniß
hinauszugehen. Daß die öffentlichen Anstalten im Ganzen mehr von Augenkranken aufgesucht
werden, als die privaten, geht daraus hervor, daß in den letzteren an dem genannten
Tage durchschnittlich 57, in den öffentlichen Augenheilanstalten nur 40 % der Betten unbenutzt
waren. .
Die Zahl der in den Augenheilanstalten während des Berichtszeitraumes behandelten
Augenkranken betrug 107 115 bei 119 169 eingetragenen Krankheitsfällen; 12 054 der
Behandelten müssen daher gleichzeitig an verschiedenen Formen von Augenkrankheiten gelitten
haben. In allgemeinen Heilanstalten sind außerdem noch 60 311 Augenkranke verpflegt
worden (s. S. 202).
Auf je 10 000 Einwohner kamen im Jahre 1894 in Augenheilanstalten verpflegte
Augenkranke:
im Deutschen Neichee 7,6 in Westfalslen 6,
in Breze. 25,8 „ Schlesen 7,8
„ Berlin 20, „ Posen 6,
„ Sachsen-Weimieeer 15,r „ Hannorenr 6,
„ Hessffen. 13, „ Braunschweig 6,0
„ Baden -..................... 12,4 «derProvinzSachsen................ 5,5
„ HLamburg 12/ dem Königreiche Sachen 5%
„ Württembreg 12, „ Westpreußfen 5,0
der Rheinproriz-= 9.% „ Pommien 4,1
„ Ostpreufen: 8, „Schleswig · Holstein ................... 4,t
"„ Mecklenburg-Schwerin 8,5 „ Hessen-Naffffsass 4,6
„Bayern. ........................ . ... 8, „Sachsen-Koburg-Gotha ................ 4,2
„Elsaß-Lothringen .................... 6,0 „Brandenburg .......... ..... ......... O,1
Es scheinen also nach der Anstaltsstatistik in den deutschen Großstädten, den süddeutschen
Staaten, Mecklenburg-Schwerin und Sachsen-Weimar besonders viele Personen
an Augenkrankheiten zu leiden, vergleichsweise wenige aber in allen preußischen Provinzen 7)
ausgenommen Ostpreußen und die Rheinlande, ferner in dem Königreiche Sachsen, Sachsen-Koburg-Gotha,
Braunschweig und Elsaß-Lothringen. Die geringe Zahl Augenkranker in
Brandenburg erklärt sich wohl aus dem Umstande, daß dieselben vorzugsweise die Berliner
Augenkliniken aussuchen, zumal da in dieser Provinz nur eine einzige kleine Privataugenheilanstalt
besteht.
Die Zahl der Verpflegungstage belief sich auf 2 364 172; es ist also jeder Augenkranke
durchschnittlich 3 Wochen in Anstaltsbehandlung gewesen.
Die Augenkrankheiten in den Angenheilanstalten.
Verhältnißmäßig am häufigsten gaben wie früher, die Erkrankungen der Hornhaut,
Linse, Bindehaut sowie die Verletzungen und Neubildungen am Augapfel zur Anstaltsbehandlung
Anlaß. Gegenüber dem vorigen kamen in dem gegenwärtigen Berichtszeitraume
die Krankheiten der Bindehaut, der Augenlider und Thränenorgane sowie die Verletzungen
und Neubildungen am Bulbus, also im Ganzen die Leiden des äußeren Auges öfter zur
Wahrnehmung, seltener namentlich die Erkrankungen der Hornhaut und Linse sowie die der
Netz= und Aderhaut.
1) Trotzdem einige derselben während der Berichtszeit von kontagiöser Augenentzündung stark
heimgesucht waren. «