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tage, später, da mehrere Kälber bei der Impfung ungewöhnlich aufgeregt und wild
waren, 24 Stunden vorher.
Für die Anstalt in Stuttgart lieferte wieder der Wirth in Wangen die Thiere
gruppenweise zu 3 oder 4 Stück. Vor der Impfung standen dieselben 8 Tage im
Stall des Lieferanten und sodann 6 Tage in der Anstalt unter Beobachtung durch
den Thierarzt. Die Vergütung für jeden der Bullen betrug zuerst 30 M, später mit
Rücksicht auf die hohen Futterpreise 35 M.
Hinsichtlich der für Cannstatt erforderlichen Thiere bestanden etwa dieselben
Verhältnisse wie in Stuttgart. Lieferant und Preise waren dieselben wie dort. Um
die Einschleppung der Maul- und Klauenseuche in die Anstalt zu verhüten, mußten
die Thiere eine 10tägige, thierärztliche Beobachtung im Stalle des Händlers durchmachen.
Wiederholt wurden Thiere, um sie vor Ansteckung zu sichern, mehrere Tage vor der
Impfung in den Reservestall der Anstalt gebracht. «
In Karlsruhe mußten aus den nachfolgend unter „Gesundheitszustand“ angegebenen
Ursachen und wegen der zahlreicheren Rekrulenimpfungen erheblich mehr Thiere beschafft
werden, als im Vorjahre, so daß ein größerer Betrag hierfür aufgewendet wurde.
Als Impfthiere dienten hauptsächlich gröszere Rinder männlichen Geschlechts, Farren
von ½ bis zu 2 Jahren und zu Versuchszwecken einmal ein kräftiges jüngeres Kalb. Vorgegogen
wurden Thiere von guter Rasse und heller, weicher Haut, da das Pigment dunkelhäutiger
Thiere in die Lumphe übergeht und diese unansehnlich macht. Der liefernde Großmehger
erhielt für das Thier 35 M Leihgebühr, für ein Kalb 20 M. Jedes Thier wurde
vor der Einstellung vom Thierarzt untersucht und sodann im Anstaltsstalle beobachtet.
Von dem in Darmstadt geübten Brauche, nur weibliche Thiere zu beschaffen,
wurde im Berichtsjahre abgewichen, weil man hoffte, auf älteren männlichen Thieren
die Lymphe von Thier zu Thier rein fortpflanzen zu können, und weil der bisherige
Lieferant in Folge der ungünstigen Futterverhältnisse dem Bedürfniß nach älteren gutgenährten
Kälbern anscheinend nicht mehr entsprechen konnte. Die Vergütung betrug
für einen Fasel (jungen Bullen) 30 bis 50 M, für ein Kalb 30, oder, wenn von der
Verwendung der Lymphe abgesehen werden mußte, nur 23 M. Den Bezug der älteren
Thiere hatten theils Mehzger und Viehhändler vermittelt, theils kaufte das Institut
solche und gab sie wieder an Metzger ab.
In Schwerin lieferte ein Schlächter die Impfthiere wie früher gegen eine Leihgebühr
von je 10 M.
In Weimar mußte für jedes Kalb eine Leihgebühr von etwa 12 M gegahlt
werden. Durch die Maul= und Klauenseuche war die Beschaffung passender Kälber erschwert,
ein Kalb wurde dem Lieferanten mit 45 M entschädigt, weil sich bei der
Schlachtung eine eitrige Nabelentzündung fand. Mehr als 3 Thiere waren gleichzeitig
nicht eingestellt. Die Dauer der Einstellung überschritt 5 Tage nicht. Große tüchtige
und ältere Thiere waren 1893 selbst für eine höhere Entschädigung nicht zu erhalten.
In Bernburg bereitete die Beschaffung der Impfthiere weniger Schwierigkeiten
als in früheren Jahren. Wegen des bestehenden Futtermangels wurden von den Besitzern
nur wenige Thiere aufgezogen. Das hierdurch eingetretene große Angebot gestattete
die Auswahl der besten Kälber. Die Stallungen wurden auf's sorgfältigste rein gehalten,
zweimal täglich wurde frisches Lagerstroh gestreut.
In Lübeck wurden ausgewählte, sehr gute, fette Kälber aus dem Auftriebe des
Schlachthauses ohne Schwierigkeit beschafft. Die Leihgebühr betrug wiederum 4 M
für das Kalb. Wartung, Pflege und Reinlichkeit waren dauernd sorgsam. In der
Anstalt standen die Thiere meist 6, 2 Mal 5 Tage. Vor der ersten Impfung war eine
gründliche Reinigung und Desinfektion der Anstaltsräume vorgenommen worden.