Volltext : Reichs-Gesetzblatt. 1909. (43)

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§ 5.

Als  Arbeitszeit  in  Werkstätten  wird  den  Prüflingen  IV.  und  III.  Klasse
auch  die  Zeit  in  Maschinenschlossereien  in  der  Beschäftigung  als  Schlosser,
Maschinenbauer,  Dreher,  Schmied,  Kupferschmied  oder  Kesselschmied  angerechnet.

Den  Prüflingen  II.  Klasse  wird  als  Arbeitszeit  in  einer  Dampfmaschinenwerkstatt
  nur  diejenige  Zeit  angerechnet,  die  in  einer  Dampfmaschinenbau-  oder
in  einer  Reparaturwerkstatt  für  Dampfschiffsbetriebsmaschinen  in  der  Beschäftigung
  als  Schmied,  Kesselschmied,  Schlosser,  Maschinenbauer  oder  Monteur  zugebracht
  ist.  Die  Arbeitszeit  als  Schmied  oder  Kesselschmied  ist  nur  bis  zur
Dauer  von  je  6  Monaten  anrechnungsfähig.  Als  Dampfmaschinenwerkstätten
im  Sinne  des  §  4  Nr.  3  gelten  nur  solche  Maschinenfabriken,  in  welchen  Dampfmaschinen
  als  Hauptfabrikat  hergestellt  oder  in  welchen  Dampfsschiffsbetriebsmaschinen
  regelmäßig  repariert  werden.  Die  Vorschriften  dieses  Absatzes  finden
auf  Motorwerkstätten  entsprechende  Anwendung.

Auf  die  Arbeitszeit  dieser  drei  Klassen  wird  bis  zu  12  Monaten  diejenige
Arbeitszeit  angerechnet,  während  welcher  der  Prüfling  mit  Instandhaltungs-  und
Reparaturarbeiten  an  Bord  nicht  in  Fahrt  befindlicher  Seedampfschiffe  beschäftigt

ewesen  ist.

Welche  Dampfmaschinenbauanstalten  im  Sinne  des  §  4  Nr.  5  als  größere
anzusehen  sind,  bestimmt  für  Deutschland  der  Reichskanzler  im  Einverständnisse
mit  der  beteiligten  Landesregierung.  Die  Anrechnung  einer  Arbeitszeit  im  Auslande
  setzt  die  Genehmigung  des  Reichskanzlers  voraus.

Auf  die  Fahrzeit  im  Maschinenpersonale  wird  eine  Fahrzeit  als  Heizer,
Schmierer  und  Kesselschmied  nur  den  Prüflingen  IV.  und  III.  Klasse  angerechnet.

Die  Fahrzeit  im  Maschinenpersonale  der  Kaiserlichen  Marine  ist  für  einen
Maschinisten,  der  seiner  Dienstpflicht  in  der  Kaiserlichen  Marine  genügt,  bei  der
Zulassung  zur  Prüfung  II.  und  I.  Klasse  nur  bis  zur  Dauer  von  18  Monaten
anrechnungsfähig.

§ 6.

Wer  die  Vorprüfung  für  Schiffsingenieure  bestanden  hat,  erhält  die  Gewerbebefugnis
  der  Maschinisten  II.  Klasse  und  nach  einer  Fahrzeit  von  24  Monaten
als  Maschinist  in  kleiner,  mittlerer  oder  großer  Fahrt  ohne  weitere  Prüfung  die
Gewerbebefugnis  des  Maschinisten  I.  Klasse.

Anträge  wegen  Erteilung  der  Gewerbebefugnis  zum  Maschinisten  I.  Klasse
sind  unter  Beifügung  des  Nachweises  über  das  Bestehen  der  Vorprüfung,  des
Befähigungszeugnisses  als  Maschinist  II.  Klasse  sowie  der  Fahrzeitnachweise  an
eine  zur  Ausstellung  von  Befähigungszeugnissen  zuständige  Landesbehörde  zu
richten.

  § 7.
Ehemalige  Angehörige  des  Maschinenpersonals  der  Kaiserlichen  Marine,

welche  im  berufsmäßigen  aktiven  Dienste  einen  der  nachbenannten  Dienstgrade
bekleidet  haben  und  ihre  Befähigung  durch  eine  Bescheinigung  der  Kaiserlichen