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träge festgesetzt. Längst war das Domkapitel zu Ratzeburg
vom Zellischen Hause mit ausserordentlichen Geldsummen
unterstützt worden. Schon fast dreissig Jahre lang war
Herzog Friedrich von Zelle im ununterbrochenen Genusse
der dortigen Coadjutorstelle geblieben. Nun ging selbst auch
dieses Stift verloren, und selbst auch Meklenburg wurde für
ein paar verlorene Aemter und für den freilich schmerzenderen
Verlust seiner trefflichen Seestadt Wismar noch großmüthiger
entschädigt, als das Lüneburgische Haus hoffen zu
können schien. '
Man ruͤckte es dem eifrigen Lampadius hart genug auf,
daß sein hochseliger Herzog Friedrich Ulrich bei dem siegreichen
Einbruche der Schweden in Deutschland nur noch sieben
der geringeren Aemter besessen, und daß doch das Luͤneburgische
Haus mehr als sechzig derselben wieder erhalten habe 5).
Man rechucete hoch an, daß die alten Pfandschaftstücke aus
dem Hildcsheimischen Processe noch gerettet worden **), und
mehr noch gerettet worden seyn würde, wenn das Lüneburgische
Haus so standhaft geblieben wärc, als sich Amalia
Elisabeth von Cassel bewieß. Man ahnte schon die kuͤnftige
neue Groͤße des Welfischen Hauses, die bei dem schnellen
Hinwegsterben mehrerer Linien desselben 5###) auch ohne neue
Erwerbung, bloß durch die Vereinigung aller seiner alten
Erblande, der drohendste Feind für die Schwedischen Besitzungen
in Niedersachsen und der mächtigste Nebenbuhler
" Pufendorl l. c. p. 141.
% Der jährliche Ertrag allein der Homburg Ebersteinischen Pfandschaftstücke
ohne die Stadt Hameln wurde auf 20/000 Th. geschätzt.
s. Schr. Herz. Friedrichs von elle an Herz.
Christian Ludwig, Selle II. Sept. 1641.
#) 1642 starb auch die Harburgische Linie aus.