Feststellung u. Wirkung v. Bebauungs= 2c. Plänen 8 23. 129
1. Der Regierungsentwurf hatte allgemein eine zweiwöchif:
Auslegungs- und Widerspruchefrist vorgesehen. Die
Dep. II hatte sie, einer Anregung des Verbandes sächsischer
Hauebesitzervereine entsprechend, auf vier Wochen ausgedehnt
(Ber. S. 3). Bei der Beratung der I. Kammer wurde ein Antrag
des Oberbürgermeisters Beutler angenommen, welcher in
den Fällen des Abs. 3 eine Herabminderung der Aueschlußfrist
auf 14 Tage zuläßt. (LTMitt. 1 S. 704 ff.)
2. Die Bekanntmachung muß den Gegenstand des Auslegungsverfahrens
richtig und vollständig bezeichnen, sonst
sehlt es an der notwendigen Voraussetzung zur Erhebung
von Midersprüchen und kann infolgedessen auch keine Rechtskerfümnie
eintreten. (Urt. des OVG vom 19. Dez. 1903,
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3. Die öffentliche Auslegung hat sich auf die in § 17
Abs. 1 angegebenen Bestandteile der Bebauungspläne (Planzeichnungen,
Bauvorschriften) zu beschränken, die in AusfVO
& 14 vorgesehenen Erläuterungen sind nicht mit auszulegen.
(Urt. des OV vom 4. Aug. 1902, Jahrb. 3 S. 155.)
4. Wegen Berechnung der vierwöchigen Auslegungsund
Wide prucheit ogl. Urt. des OVG vom 11. Juni 1902
(Jahrb. 3 S. 49).
5. Altere ortsgesetzliche Vorschriften, welche mit § 22 nicht
im Einklange sind, sind insoweit außer Kraft getreten (ogl.
8 182.)
g 23. Uber die fristgemäß erhobenen Widersprliche
entscheidet die Baupolizeibehörde.
1. Aus der Begr. S. 66: „Der Baupolizeibehörde bleibt
selbstverständlich unbenommen, auch über die erhobenen Widersprüche
zunächst mit den Betelligten zu verhandeln und eine
Ausgleichung auf gütlichem Wege zu versuchen. Die Entscheidung
kann in dem durch die allgemeinen Organisationsgesetze
geordneten Instanzenzuge angefochten werden. Kommt es infolge
der Verhandlung oder Entscheidung zu einer Anderung
des Plans, so hat unter Umständen das Fesantellungeverfahren
nach Alaßgade von §8 22 von neuem zu beginnen.“ Wegen
des Instanzenzugs bei Widersprüchen gegen Bebauungspläne
und Bauvorschriften vgl. auch Entsch. des Min. d. vom
15. Juni 1887 (Fischers Zeitschr. 8 S. 329) und vom 20. Juni
1888 (Fischers Zeitschr. 9 S. 361); s. übrigens § 182.
2. Eine in diesem Verfahren ergengene Entschließung
kann selbstverständlich „wie jede andere Entschließung einer
Verwaltungsbehörde von den Beteiligten im Verwaltungswege
MRumpelt, Alulg. Baugesetz. Handausgabe. 3. Aufl. 9