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derselben angiebt, Bd. VI. S. 634: „Dieser Mann macht auch
hier eitle Rednerei und weiß nichts von dem Gange der Dinge.
Er hat „Meresburgum quod“ wohl nur eingeschoben, um einen
Haken zu haben, an welchem er die Dinge haͤngen konnte, die er
seinen Lesern zu erzählen gedachte.“
Zu verkennen ist nicht: die Liudprand'sche Erzählung von der
Merseburger Schlacht ist sichtbar auf Effect berechnet. Heinrichs
mannichfaltige Bemühungen für die Heeresbildung, seine vielfachen
Kämpfe mit den Ungarn 2c. hat Lindprand, gleichsam dramatisch, in
die letzte Catastrophe, die Entscheidungsschlacht bei Merseburg,
zusammengedrängt. Aber bei dieser Abrundung des Gemäldes sind
die Grundzüge-nicht verwischt worden. Die schlennige Zusammenziehung
des Heeres, des Königs rasches Vorrücken und der siegreiche
Kampf stimmen im Wesentlichen mit anderen Ueberlieferungen
wohl üÜberein.
Des Königs Anreden an das versammelte Heer giebt Lindprand
nach seiner gewöhnlichen Weise in Versen. Da ähnliche
Poesien, in welche er z. B. Conrad's letzten Wunsch, den sechsischen
Herzog Heinrich zu seinem Nachfolger zu erwählen und des
Königs Heinrichs Unterredung mit dem baierischen Herzog Arnulf
vor Regensburg einkleidet, durch andere Nachrichten beglaubigt
sind; so ist kein Grund vorhanden, die hier eingewebte, natürlich
ausgeschmückte Allocution, für reine Erdichtung zu halten.
Die Befehle ferner, die der König seinen Reitern ertheilt,
in geschlossenen Gliedern zu bleiben 7), die ersten Pfeilschüsse ruhig
mit den Schilden aufzufangen, vor der zweiten Sendung aber
rasch anzustürmen 8), sind, obschon andere Nachrichten solche nicht
haben, so sachgemäß, daß sie keines Beweises bedürfen. Nicht
weniger wird die oft bezweifelte Behauptung Liudprands?) durch
die Nachweisungen in Grimm's Rechtsalterthümern S. 414, daß
12 Jahre nebst Jahr und Tag lehnsmündig und lehnspflichtig
machten, genügend gerechtfertigt.
Ist nun aber die Sachdarstellung des Bischofs nicht nur in
der Hauptsache, sondern auch in mehreren Nebenpunkten probehaltig;
so kann kaum Etwas zu der Annahme berechtigen, daß er
den Ort des von ihm erzählten Ereignisses gänzlich aus der Luft
gegriffen habe. Hätte Lindprand bei Bezeichnung des Schauplatzes,
unbekümmert um die Wahrheit, wirklich nur die Absicht gehabt,
dem Vorgange größeren Glanz zu verleihen; so würde er gewiß
geschickt genug gewesen sein, einen namhafteren Ort, z. B. das
1) Nemo socium velociori, dnamquam habeat, attentet eqduo praeire. pag. 234.
9) Clypeis operli primos sagittarum ictos recipite, deinde cursu rapido
irruite. pag. 294.
5?) Est enim Saronum mos, quatenus annum post unum atque duodecimum
ucnini militum bello deesse contingal. pag. 293.
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