24 Unser Kaiser.
diesem feierlichen Tage wiederhole, so fordere ich Sie alle
auf zu gleichem Gelöbnis. Jeder sorge in seinem Stand
und Berufe, daß alle, welche den Namen des gekreuzigten
Herrn tragen, in dem Zeichen dieses hochgelobten Namens
ihren Wandel führen zum Siege über alle aus der Sünde
und der Selbstsucht stammenden finsteren Mächte.
Gott verleihe, daß von hier aus reiche Segensströme zurückfließen
in die gesamte Christenheit, daß auf dem Throne
wie in der Hütte, in der Heimat wie in der Fremde Gottvertrauen,
Nächstenliebe, Geduld im Leiden und tüchtige
Arbeit des deutschen Volkes edelster Schmuck bleibe, daß der
Geist des Friedens die evangelische Kirche immer mehr und
mehr durchdringe und heilige. Er, der gnadenreiche Gott
wird unser Flehen erhören, das ist unsere Zuversicht; er,
der Allmächtige ist der starke Hort, auf den wir bauen.
Mit unsrer Macht ist uschts getan,
Wir sind gar bald verloren.
Es strest für uns der rechte Mann,
Den Gott selbst hat erkoren
Fragst du, wer der ist?
Er helßt Jesus Chrtst,
Der Herr Zebaoth,
Und ist kein andrer Gott,
Das Feld muß er behalten!“
„Das Feld muß er behalten“ so hallte es zum Schluß
mit markiger Betonung durch die Kirche, während die ganze
Gemeinde mit einem lauten Amen antwortete. Dann beugte
sich der Kaiser wieder tief herab über den Altar zu stillem
Gebet und stieg die Stufen herunter, um in der Nebenkapelle
die Abordnungen zu empfangen.