Full text : Deutschlands Schuld am Weltkriege.

„Der  französische  Botschafter,  der  besondere  Gründe  haben  muß,
so  zu  sprechen,  hat  mir  wiederholt  gesagt,  daß  die  größte  Gefahr  für  die
Erhaltung  des  europäischen  Friedens  in  der  Undiszipliniertheit  und  der
persönlichen  Politik  der  russischen  Vertreter  im  Auslande  bestehe.  Sie
sind  fast  alle  glühende  Panslawisten,  und  ihnen  muß  man  zum  großen
Teile  die  Verantwortung  für  die  augenblicklichen  Ereignisse  aufbürden.
Sie  werden  ohne  Zweifel  heimlich  ihr  Land  zu  einer  Intervention  im
Balkankonflikt  aufhetzen.

Baron  Beyens.  Berlin,  24.  Oktober  1912  (Fehlspruch,  S.  164)

„Es  besteht  kein  Zweifel,  daß  der  Kaiser,  der  Kanzler  und  der  Staatssekretär
  des  Äußeren  leidenschaftliche  Anhänger  des  Friedens  sind.“
Baron  Beyens.  Berlin,  30.  November  1912  (Fehlspruch,  S.  166)

„Ende  der  vorigen  Woche  lief  in  den  Kanzleien  Europas  das  Gerücht
um,  daß  Herr  Sazonoff  den  Kampf  gegen  die  Hofpartei  aufgegeben  habe,
die  Rußland  in  einen  Krieg  treiben  will,  wiewohl  der  Boden  des  russischen
Reiches  durch  die  Revolution  unterwühlt  ist,  und  seine  militärischen
Vorbereitungen  noch  ungenügend  sind.‘

(Wie  vorstehend,  Fehlspruch,  S.  166/167)

„Die  (russische)  Armee  wünscht  den  Krieg.  Sie  sieht  darin  die  Gelegenheit,
  den  russisch-japanischen  Krieg  wieder  gutzumachen.  Der
Einsatz  bei  diesem  letzten  Kriege  ließ  das  russische  Volk  gleichgültig:
die  feindliche  Gesinnung  gegen  Österreich  einigt  alle  Klassen  der  Nation...
Man  spricht  weniger  von  dem  Wunsche,  Serbien  zu  unterstützen,  als
seine  Rechnung  zu  begleichen‘.

Petersburg,  6.  Dezember  1912  (Fehlspruch,  S.  167/168)

„Deutschland  wünscht  dringend  die  Erhaltung  des  europäischen
Friedens,  und  die  erste  Vorbedingung  hierfür  ist  die  Wiederherstellung
des  Friedens  auf  dem  Balkan.“

Baron  Beyens.  Berlin,  16.  Dezember  1912  (Fehlspruch,  S.  168)

„Was  uns  an  die  Aufrechterhaltung  des  europäischen  Friedens  glauben
läßt,  das  ist  die  Haltung  der  Mächte.  Alle  wollen  aufrichtig  den  Frieden,
und  Kaiser  Wilhelm  zeichnet  sich  ganz  besonders  durch  seine  friedliebenden
Absichten  aus.  Man  hat  das  Vertrauen,  daß  im  Falle  eines  Konfliktes
zwischen  Österreich  und  Serbien  Rußland  neutral  bleiben  und  folglich
Deutschland  keine  Veranlassung  zum  Eingreifen  haben  würde.“

Paris,  29.  Dezember  1912  (Fehlspruch,  $.  169)

1913

„Herr  Poincar&  ist  Lothringer  und  läßt  keine  Gelegenheit  vorübergehen,
  daran  zu  erinnern;  er  war  der  Mitarbeiter  und  der  Anstifter  der
militaristischen  Politik  des  Herrn  Millerand.  Das  erste  Wort  schließlich,

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